Mrz 16 2014

Drei Zigarren

Seit 1987 bin ich Bayern-Fan und schon damals saßen Sie als Manager auf der Bank des FC Bayern. Ich kenne meinen Verein nur mit Ihnen an der Spitze, in welcher Funktion auch immer. Jetzt können Sie meinen Verein nicht mehr lenken oder beschützen. Ich bin frustriert und habe Sie bereits gestern vermisst, lieber Uli Hoeneß.

Und ich muss leider sagen, dass ich seit gestern auch deshalb sehr gefrustet bin, weil ich mir viel mehr von den Fans des FCB erhofft habe. Was muss man sich nicht alles anhören, wenn es um die Stimmung in der Arena geht. Immer habe ich die Arena bzw. die Süd- und Nordkurve verteidigt. Seit gestern wird mir das sehr viel schwerer fallen. Seit vielen Jahrzehnten waren Sie gestern zum ersten Mal nicht als Kapitän an Bord und alles was uns zum Dank eingefallen ist, waren 30 Sekunden Gesang in der 75. Minute.

Ja, Sie sind ein verurteilter Straftäter. Und einen Straftäter hochleben zu lassen wirkt immer etwas komisch. Möglicherweise haben Sie durch Ihre Tat auch ein schlechtes Bild auf den FCB geworfen, aber das ist nicht der Rede wert, wenn man Ihre Verdienste gegenüberstellt. In erster Linie sehe ich den Macher des FC Bayern München. Ich sehe den Mann, der einen normalen Verein zum besten Verein der Welt gemacht hat. Das sind wir tatsächlich ganz offiziell. Es ist keine Zeile mehr aus einem Fanlied. Es ist Realität. Was hat man da gestern für eine Gelegenheit verpasst, Ihnen diesen Verdienst zu danken? Mit so vielen Dingen habe ich gerechnet: Bei der Mannschaftsaufstellung alle Nachnamen mit „Hoeneß“ zu beantworten, Dauergesang von mehreren Minuten, Wechselspiel zwischen Nord- und Südkurve bezüglich Ihres Namens…all das und noch viel mehr hätte ich Ihnen gegönnt. Und dabei hätte ich mir vorgestellt, wie Sie vor dem TV sitzen und die Dankbarkeit spüren. Ich glaube fest daran, dass Sie sich das gar nicht gewünscht haben und möglicherweise denken auch viele Fans so. „Lasst uns so handeln, wie Uli es gewollt hätte.“ Aber trotzdem hätten Sie sich sehr gefreut und es schlichtweg verdient gehabt.

Mir war am Freitag zum Heulen zumute und mir war gestern zum Heulen zumute. Ich möchte Ihnen hiermit für all die fantastischen Jahre danken. Sie haben nicht nur das Beste aus dem FC Bayern gemacht, Sie haben mich außerdem hervorragend unterhalten. Und dabei geht es doch in dem Geschäft. Ich hoffe, dass Ihnen in dieser schweren Zeit all das zurückgegeben wird, was Sie im Laufe Ihres Lebens gegeben haben. Und dabei rede ich nicht von materiellen Dingen.

Drei Zigarren halte ich bereit: Für den Tag Ihres ersten Freigangs, für Ihre Entlassung und für den Tag an dem Sie wieder ein Amt beim FCB übernehmen. Und sei es auch nur das Amt der „guten Seele“.

Vielen Dank, Präsident Hoeneß!


Feb 25 2014

Wenn wir zu stark sind, seid ihr zu schwach

Wenn es nichts zum granteln gibt, dann muss man sich eben was herbeireden. Wir haben aktuell 19 Punkte Vorsprung in der Liga, stehen im Halbfinale des Pokals und der Einzug ins Viertelfinale der Champions League ist uns fast nicht mehr zu nehmen. Man kann sich fast nicht mehr wünschen, aber man hört immer mehr unzufriedene Fußball-Fans. Langeweile ist das Schlagwort, dass einem immer wieder um die Ohren gehauen wird.

Ich habe bereits oft geäußert, dass es für mich nichts Schöneres geben kann, als einen überaus dominanten FC Bayern. Als ich aber von einer Dominanz sprach, war mir nicht bewusst, wie dominant ein Verein in der Bundesliga sein kann. Jetzt bin ich etwas schlauer und auch irgendwie etwas entsetzt. Das liegt aber nicht nur am FC Bayern München, sondern auch am Rest der Liga. Wir spielen gegen alle Gegner nur 2x in einer Saison. Für die anderen Spiele sind z.B. Dortmund und Leverkusen selbst verantwortlich. Bereits jetzt haben beide Vereine 6 bzw. 7x verloren. Ich betone es noch einmal: Dafür kann der FCB nichts. Diese Vereine sind nicht konstant genug. Es liegt also nicht am FCB, dass man die Bundesliga zurzeit nicht als die stärkste Liga Europas bezeichnen kann. Jede Liga braucht mindestens 2-3 Spitzenklubs. Davon sind wir leider weit entfernt. Das Argument, dass man den anderen Topvereinen die Spieler wegkauft, kann auch nicht zählen. Für einen Spieler wie z.B. Götze hat der BVB ordentliches Geld bekommen.

Ja, ich möchte weiterhin, dass der FCB möglichst jede Saison Meister wird. Nein, ich möchte nicht Meister mit 27 Punkten Vorsprung werden. Aber man kann unmöglich verlangen, dass wir jetzt schlechter wirtschaften oder Geld verschenken sollen. So etwas habe ich mittlerweile auch schon zu Ohren bekommen.

Ich bin überaus gespannt, wie die nächste Saison verlaufen wird und was sich BVB & Co. einfallen lassen um es nächste Saison spannender zu machen. Das muss das Ziel der übrigen Vereine sein. Viel Glück dabei.


Nov 22 2013

Pflichtbeitrag

Dortmund – Bayern steht am Samstag an und alle drehen durch. Der Medienhype um den deutschen „Clasico“ (hust) geht an meine Grenzen. Trotzdem ist es natürlich auch für mich verpflichtend, mich dazu zu äußern. Ich durfte mich bereits gestern auf sport1.fm äußern. Wer es gerne hören möchte, der kann hier klicken. Kurz zur Erklärung: Leider sprechen der Moderator und ich von 2 verschiedenen Spielen Bochum – Bayern im Jahr 1987. Ich meinte das Spiel im April und der Moderator spricht von Oktober. Ich war so durcheinander, als meine Antwort zum Trainer Lattek falsch war, dass ich es nicht kapiert habe. Ärgerlich!

Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass sich auch Ribéry verletzt hat. Sonst wäre die Mitleidswelle aufgrund der fehlenden Abwehr für den BVB noch größer geworden. Die Verletzungen von Schweinsteiger, Pizarro, Shaqiri und Badstuber sind es nicht mehr Wert erwähnt zu werden. Vielleicht kann man aber auch daran erkennen, dass man von der Ersatzbank der Dortmunder weniger hält, als von der des FC Bayern. Und das ist auch absolut zutreffend, wenn wir ehrlich sind. Es findet also am Samstag kein Spiel auf Augenhöhe statt und wir können nur als Verlierer aus der Partie gehen. Immerhin entsteht vielleicht somit etwas Druck, den wir eigentlich gar nicht haben müssen. Wir führen die Tabelle auch bei einer Niederlage weiterhin an und der BVB hat bis zur Winterpause das schwierigere Restprogramm. Ich würde also keinen Dortmunder empfehlen auf eine Herbstmeisterschaft des BVB zu wetten. Und außerdem: Wir sind Champions League-Sieger! Wir empfinden keinen Druck mehr!

Jürgen Klopp hat bereits die Fans aufgefordert ordentlich Gas zu geben. Jede Situation soll wie ein Tor gefeiert werden. Schon merkwürdig, dass solche Töne bereits in der Hinrunde angeschlagen werden. Anscheinend geht es hier tatsächlich um eine Vorentscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Da scheint jemand Bedenken zu haben, dass ihm die Felle bereits jetzt schon davonschwimmen. Hätte ich beim Klopp gar nicht so erwartet. Möglicherweise will er auch Guardiola nur nochmal beweisen, was für eine geile Frittenfettstimmung in Dortmund herrscht. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Tore von Arjen Robben! Und bitte wieder so, dass der Ball in gefühlter Zeitlupe über die Linie rollt. Mach´s noch einmal, Arjen!


Sep 18 2013

Schon so alt und doch nicht weise

Es fing damit an, dass die Presse sich darüber beschwerte, dass der FC Bayern „langweilig“ gewinnt. Irgendwann schwappten auch einige (oder auch viele) Fans mit ein und reklamierten ebenfalls das souveräne Spiel der Bayern. Lahm brachte es gestern auf den Punkt: „Bei 60 Spielen in der Saison kann man nicht immer 100% geben, auch wenn man es will.“ Ich kann das nachvollziehen.

Matthias Sammer sah sich aber veranlasst, eine öffentliche Schelte bezüglich der langweiligen aber souveränen Siege auszupacken. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob der Zeitpunkt richtig war und ob es überhaupt auf diese Art und Weise geschehen muss. Aber wenn ein Vorstandsmitglied so etwas unternimmt, dann wäre es nur klug, wenn sich der Rest zurückhält und den Kollegen intern darauf hinweist, dass man dies in Zukunft anders handhaben muss. Beim FC Bayern klappt das natürlich nicht. Erst packt Uli Hoeneß eine öffentliche Kritik an Sammer aus, dann legt auch noch Kalle Rummenigge nach und stößt Sammer ebenfalls vor dem Kopf. Keiner von beiden kommt auf die Idee, dass man dadurch ebenfalls öffentliche Kritik an ein Mitglied des Vereins übt und dadurch den gleichen Fehler erneut begeht. Manchmal kann man sich nur noch wundern. Sammer, Hoeneß und Rummenigge haben so unglaublich viel Erfahrung in diesem Geschäft und tappen trotzdem in diese Fallen. Seit den Zeiten von van Gaal, muss man bei Hoeneß auch Angst haben, dass er dies sehr bewusst macht, um den „Gegenspieler“ zu deformieren. Der steile Abstieg von van Gaal begann mit der Sendung „Sky 90“, in der Hoeneß ordentlich vom Leder ließ. Sicherlich ist der Vergleich etwas übertrieben, aber ich will damit sagen, dass Hoeneß doch bewusst sein muss, was man damit lostreten kann.

Müller war bereits gestern von dem Thema genervt und Guardiola versuchte das Thema ins Lächerliche zu ziehen: „Ich spreche jeden Tag mit Matthias. Über die Pasta, über Fisch.“

Wenn wir eine ähnlich erfolgreiche Saison wie die Letzte spielen wollen, müssen wir solche Kleinkriegsschauplätze vermeiden. Mit einer Sache hat Uli definitiv Recht: „In Dortmund lachen die sich doch kaputt!“. Richtig Uli, arbeite mal daran!


Sep 3 2013

Wichtiger als vermutet: UEFA Supercup

Für mich war das Spiel schon vor Anpfiff sehr wichtig. Das habe ich auch versucht im Blog festzuhalten und verständlich zu machen. Ich glaube, während des Spiels ist die Bedeutung bei den eher kritischen Bayern-Fans immens gewachsen. Und dabei ging es nur noch zum Teil um das verlorene Finale 2012.

Als der Anpfiff erfolgte und die wunderbare Choreo der mitgereisten und lautstarken Bayern-Fans zu sehen war, erfolgte in mir ein neuerlicher Ruck durch Geist und Körper. Lasst uns einfach an Wembley anschließen und Europa zeigen wer die Nummer 1 ist, ging es mir durch den Kopf. Während des Spiels und des zweimaligen Rückstands konnte man etwas beobachten, zumindest bilde ich mir das ein. Eine Art Schulterschluss zwischen Trainer und Mannschaft. Ribéry machte es durch seinen Jubel mit Guardiola nur allzu deutlich. Diese Mannschaft steht auf ihren Trainer und möchte dieses Spiel auch für ihn gewinnen. Auch wenn Pep gerne betont, dass es nicht um Mourinho und Guardiola geht, so ist es doch durchaus normal und menschlich, dass Pep kein Interesse daran hat gegen Mourinho zu verlieren. Die Mannschaft und allen voran Ribéry wussten das. Aber ganz abgesehen von Mourinho, haben wir doch alle gemerkt, dass unbedingt etwas positives passieren muss, um uns endlich in die Saison zu schieben. Auch wenn einige Fehler noch nicht abgestellt werden konnten, ist dieser positive Effekt durch das späte 2:2 und das gewonnene Elfmeterschießen eingetreten. Pep hat einen Titel eingefahren und der erste Druck ist wieder etwas abgeflacht. Für die Bayern kommt die Bundesliga-Pause etwas ungelegen. Aber vielleicht können wir das Feeling auch über die Nationalmannschaft mit nach München nehmen und Hannover zur Verzweiflung bringen. Ich bin fest davon überzeugt und freue mich bereits auf das Spiel.

Was mich auch freut ist die Situation bezüglich unserer Südkurve. Anscheinend gibt es eine Tendenz zur Besserung der komplizierten Lage. Uli Hoeness war begeistert von den Bayern-Fans in Prag. Möglicherweise war dieses Spiel entscheidend und bringt die Führungsetage zum Umdenken. Im Hintergrund laufen anscheinend Gespräche und man überlegt sich tatsächlich eine Lösung. Ich hoffe, es ist ein Schritt in die richtige Richtung und wir können uns irgendwann an einer Südkurve in München erfreuen, die der Kurve in Prag in nichts nachsteht. Lasst uns vermeiden, dass wir irgendwann einen Mourinho als Anheizer der Südkurve anstellen müssen. Und ganz wichtig, liebe Leute, die Stimmung war auch ohne Pyro ÜBERRAGEND. Man kommt den Fans entgegen, kommt jetzt auch den Verantwortlichen entgegen und verzichtet bitte weiterhin auf das Zeug. WIR BRAUCHEN ES NICHT!


Aug 30 2013

Louis van Gaal 2.0

Wir haben viel Ballbesitz, spielen aber relativ wenig gute Chancen heraus und nutzen diese auch noch schlecht. „Ihr spielt ja wie unter van Gaal“, musste ich mir nach dem Spiel gegen Freiburg anhören. Das ist aber so nicht richtig: Unter van Gaal hätten wir das Spiel mit 2:1 oder wahlweise 1:0 verloren.

Außerdem musste ich mir noch schlechte Guardiola-Parodien per Handymessage durchlesen. Alles deutet mal wieder darauf hin, dass die Luft für Guardiola ganz schnell dünn werden kann, zumindest bei der Allgemeinheit bzw. der Anti-Bayern Fraktion. Das Problem ist, dass sich so eine Stimmung ganz schnell verselbstständigen kann, z.B. durch den Boulevard. Ich gehe noch immer davon aus, dass die Bayern-Fans und die Verantwortlichen so eine Stimmung in ihrem eigenen Gemüt nicht verspüren bzw. zulassen. Zumindest kann ich da für mich sprechen. Guardiola wird es schon richten und der Erfolg wird sich zeitnah einstellen. Wobei ich nochmal daran erinnern möchte, dass sich die letzte Saison nicht wiederholen lässt. Ich befürchte, dass man diesen Leitsatz wöchentlich bis Saisonende wiederholen muss. Wenn nicht für die Bayern-Fans, dann für die anderen. Letzte Woche wurde ich gefragt, was ich ausgebe, wenn die Bayern diese Saison das Triple nicht holen? Meine Antwort war darauf, dass ich einmal in meinem Leben ein Triple feiern durfte und mir das genügt. Der Glaube, dass man jetzt jedes Jahr das Triple holen muss, scheint beim neutralen Zuschauer stärker zu sein, als bei den Bayern-Fans.

Es wurde schon oft darüber gesprochen, dass Guardiola nur verlieren kann und der Druck für ihn wahnsinnig hoch ist, aber erst jetzt, nach den ersten Punktverlusten, bekommt er zu spüren, was es heißt Bayern-Trainer zu sein. Ich kann nicht einschätzen, wie hoch der Druck bei Punktverlusten in Barcelona war, aber wir haben ja schon viele Trainer sagen hören, dass es nirgendwo so schlimm ist, wie in München. Ich hoffe, dass wir das von Pep nie zu hören bekommen.

Heute spielen wir den UEFA Supercup gegen Chelsea. Mir persönlich ist das Spiel sehr wichtig. Auch wenn durch den CL-Sieg 2013 das Finale von 2012 etwas relativiert wurde, steckt mir der Drogba-Schock noch etwas in den Knochen. Wahrscheinlich für immer. Drogba ist nicht mehr da und vieles mehr hat sich inzwischen verändert, aber für mich ist es trotzdem irgendwie eine Revanche. Mir wäre dieses Spiel in einem erneuten CL-Finale zwar lieber, aber wir müssen es nehmen wie es kommt. Also wird sich heute mein Puls ordentlich hochschrauben, wenn Rot gegen Blau spielt und immer wieder Gedankenblitze aus 2012 auftauchen werden.

Im Mai 2012 wurde durch blaue Partycrasher die größte Münchner Feier aller Zeiten zerstört. Dafür muss den Briten ordentlich eingeschenkt werden. Für immer.


Aug 20 2013

Nur gewonnen

2. Bundesliga-Spieltag Saison 2013/2014
Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:1

Gestern im Radio auf irgendeinem Sender (ich glaube, es war 1Live): „Der FC Bayern München konnte sein Spiel bei Eintracht Frankfurt nur mit 1:0 gewinnen.“

Gut, man könnte jetzt sagen, dass es sich dabei nicht um einen Sportsender und lediglich um eine Randnotiz handelte, aber das stimmt leider nicht. Denn genau diese Aussagen spiegelt die allgemeine Meinung über den FC Bayern wieder. Die Bayern sind jetzt an den Punkt angelangt, an dem einfach nur gewinnen nicht mehr ausreicht. Zumindest reicht dies der Allgemeinheit nicht. Mir haben 3 Punkte schon immer gereicht, aber diese Diskussionen führe ich pro Saison auch mindestens zweimal.

Jetzt haben wir aber eine anderes Situation. Ich denke, dass auch die Bayern-Fans denen 3 „schmutzige“ Punkte nicht ausreichen (ja, die gibt es), im Moment ihre Forderungen zurückstellen. Alle geben Guardiola noch Zeit um noch schöneren Fußball zu zelibrieren. Selbstverständlich gibt aber der allgemeine Fußballfan – und erst recht kein Fan einer konkurrierenden Mannschaft – Guardiola diese Zeit. „Das war aber nicht überzeugend!“ Den Satz musste ich mir jetzt das zweite Wochenende in Folge von Famile, Freunden und Arbeitskollegen anhören. An mir geht aber dieser Satz spurlos vorbei. Und wenn wir uns die ganze Saison mit 1:0 durchprügeln, ist es mir weiterhin egal. Und ich kann nur jeden Bayern-Fan empfehlen, diesen neidvollen Diskussionen aus dem Wege zu gehen. Wenn sie uns nicht mit Niederlagen reizen können, versuchen sie es jetzt mit der doch so schlechten Spielweise.
Natürlich bin ich nicht blauäugig, und weiß genau, dass man sich auf diese Art und Weise auch gerne mal ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage einfängt. Aber so lange das nicht passiert, ist ja nichts passiert. So einfach ist das manchmal.

Ich fand unser Zusammenspiel bis zum Tor ganz hervorragend. Ich habe das Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Danach ist unser Kombinationsspiel Richtung Tor leider verebbt. Warum das so ist, wird sich wahrscheinlich auch Guardiola gefragt haben. Ansonsten haben wir in der Schlussphase verpasst, das 2:0 zu erzielen. Lahm und Schweinsteiger haben dabei beste Gelegenheiten ausgelassen. Glück hatten wir tatsächlich, dass der Schiedsrichter nicht das Foul von Boateng an Alex Meier gepfiffen hat. Das Tor wurde allerdings zurecht nicht gegeben. Es war zwar kein Abseits, aber dafür wurde der Ball mit der Hand über die Linie befördert, was natürlich Alex Meier abgestritten hat.

Zusammengefasst stehen wir also nach zwei Spieltagen mit 6 Punkten, 4:1 Toren und mindestens 2 fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen da. Man kann es als durchwachsen beschreiben. Wie gesagt, für mich aber völlig in Ordnung.


Aug 12 2013

Pep muss aus dem Kopf raus

1. Bundesliga-Spieltag Saison 2013/2014
FC Bayern München – Borussia Mönchengladbach 3:1

Ich habe mich dabei erwischt, dass ich am Freitag nach etwas anderem, etwas besseren gesucht habe. Ich habe auf irgendeine spektakuläre Veränderung gehofft, die nur einem genialen Kopf wie Guardiola einfallen kann. Offensichtlich gab es diese Veränderung nicht. Zumindest nicht für den allgemeinen Zuschauer.

Und was habe ich bei der Sucherei fast komplett übersehen? Einen recht souveränen 3:1 Erfolg über einen vermeintlichen Angstgegner der letzten Jahre. Auch wenn es erst das erste Spiel war, können wir wahrscheinlich davon ausgehen, dass Guardiola nicht so viel ändern wird, wie teilweise vermutet wurde. Allerdings hat er dies auch immer betont, aber hören wollte man es nicht. Zumindest nicht in den Medien. Warum sollte man auch einen Triple-Sieger auf den Kopf stellen? Möglicherweise ist gerade diese Erkenntnis, der spitzwindige Schachzug, den man sich von Pep erhofft hat.

Sorgen müssen wir uns momentan nur um die Defensive machen. Ein Gegentor und einige gute Chancen für die Gladbacher, zeigen kein gutes Bild der Abwehr. Und wir alle wissen, dass die Abwehr die Titel gewinnt. Ich fühle mich im Augenblick noch so wie in der Vorbereitung. Ich weiß noch nicht so recht, wie es um die Mannschaft tatsächlich steht. Darum brenne ich auch gerade darauf, die nächsten Spiele zu sehen. Leider geht es erst Samstag weiter. Immerhin hat Götze bei einem Freundschaftsspiel in Ungarn endlich gespielt und auch doppelt getroffen. Aber auch dort hat man ein Gegentor kassiert.

Den Wert der angekommenden Pässe konnte man von 87% auf 94% erhöhen. Wobei ich nicht weiß, ob die 87% ein Spitzen- oder Durchschnittswert waren. Ob man das jetzt auch schon auf Pep schieben kann, möchte ich nicht beurteilen. Ich habe für mich beschlossen, nach irgendwelchen Änderungen oder Auffälligkeiten zu suchen und einfach ab jetzt die neue Saison zu genießen. Man erhofft sich ja immer von Neuzugängen, dass sie Einschlagen wie eine Bombe und wird dann im Laufe der Saison etwas ruhiger, wenn man merkt, dass der Neue auch nur ein Mensch ist und die gute Leistung eher unterschwellig zu beobachten ist. Dass man ein Triple nicht einfach wiederholen kann, sollte man sich auch schnell bewusst machen. Wenn man sich damit erst mal abgefunden hat, lebt sich die neue Saison auch etwas entspannter.

Was gerade nicht entspannt ist, ist die Situation in unserer Südkurve. Viele haben die Südkurve am Samstag zu Grabe getragen. Dazu wird es aber einen extra Beitrag geben. Schade, dass man sich mit sowas überhaupt befassen muss.