Das Drama, wenn man nicht kann
Heute ist wieder einer dieser wenigen Tage…einer dieser wenigen Tage, an dem die Fan-Seele blutet. Einer dieser Tage, an dem ich das Spiel des FC Bayern nicht live bzw. nicht bis zum Abpfiff verfolgen kann.
Jeder Fußball-Fan wird es schon erlebt haben. Dieser grausame Augenblick, wenn die Stimme der Partnerin sagt: „Samstag sind wir zum Essen eingeladen!“ Im ersten Moment ist man noch ganz ruhig und rechnet mit dem wöchentlichen Fußball-Samstag und einem leckeren Essen nach einem erfolgreichen 3-Punkte-Spiel. Aber plötzlich geht der Satz noch weiter: „Wir müssen um 18h dort sein. Also fahren wir so gegen 16.45h los. Spielen die Bayern Samstag?“ Dabei hat die Tonfarbe der weiblichen Stimme so einen gewissen Effekt. Man spürt förmlich, dass die nächste Reaktion vom Mann, den restlichen Abend bestimmen wird. Also schießen einem innerhalb weniger Sekunden 1236 Gedanken durch den Kopf. Zunächst die eindeutige Antwort: „Ja, um 15.30h!“ Dabei ist schon zu beachten, dass man nicht zu viel Verachtung in die Antwort legt. Man hält sich damit offen, ob vielleicht noch netterweise sowas wie, „Vielleicht können wir es etwas nach hinten verschieben“, kommt. Manchmal passiert sowas. Diesmal leider nicht. Leichte Kopfschmerzen machen sich bemerkbar. Kann mein Team gewinnen, wenn ich nicht bis zum Schluss am Ball bleibe? Welche anderen Möglichkeiten habe ich? Diesmal ist es immerhin das Autoradio. Aber die Konferenzschaltung kann nicht die Möglichkeit ersetzen, das Spiel komplett live am TV zu verfolgen. Sabine Töpperwien fällt mir spontan ein. Oh nein! Immer wieder werde ich ihre Stimme bei der Konferenz ertragen müssen. Die Kopfschmerzen werden stärker.
Wenn man geübt und klug ist, dann spielt man es geschickt runter und zeigt damit, dass man es offensichtlich diesmal verschmerzen kann. Und mal ganz ehrlich, ich z.B. habe in meiner Fan-Karriere nur sehr wenige Spiele nicht live verfolgen können (meine Partnerin steht nämlich sehr respektvoll dem Thema gegenüber). Also rate ich jedem, einfach mal „alle 5 gerade sein zu lassen“. Diese freundliche Geste der Partnerschaft hängt aber auch entscheidend vom Gegner des verpassten Spiels ab. Heute ist es ein Auswärtsspiel gegen Werder Bremen. Da wird das Herunterspielen der Situation plötzlich doch zu einem billigen Laienschauspiel. Grausam!
Der entscheidende Faktor ist aber das Ergebnis. Wird der FC Bayern heute gewinnen, wird es eine tolle Autofahrt und ein noch besseres Abendessen. Geht das Spiel anders aus, gibt man instinktiv der Partnerin die Schuld. Wenn ich zu Hause am Fernseher gesessen hätte, und mein komplettes Herzblut in meine Schreie gelegt hätte, dann hätten die Bayern auch gewonnen. 100%ig!!
Noch ein Hinweis an meine Freunde: Nehmt es nicht so ernst. Ich komme gerne zur besten Bundesliga-Zeit zu euch. Es gibt schließlich wichtigeres als Fußball……räusper!!
Den Satz mit der respektvollen Partnerin musste ich natürlich einbauen. Ihr versteht mich schon….




![aktion-libero-button3[1]](http://kaisergrantler.de/wp-content/uploads/2011/11/aktion-libero-button31.png)


