Königsklasse mal anders

Obergiesing gegen Untergiesing. Die vielleicht unbekanntesten Ortsteile von München, trafen gestern in der Allianz-Arena aufeinander. Aus Ermangelung an eigenen Trikotsätzen traten die beiden Mannschaften in Trikots der beiden weltbekannten Mannschaften FC Bayern München und CFR Cluj an.

Auch wenn man erkennen konnte, dass nicht die richtigen Teams der Trikotbesitzer antraten, so konnte man doch einige wenige gelungene Spielszenen beobachten. Auffällig war z.B. der Spieler mit der Nummer 44 auf Obergiesinger-Seite (spielten in Rot-Weiß). Man könnte fast behaupten, der unbekannte Spieler legte eine flottere Sohle als der eigentliche Trikotträger hin. Das wird Tymoshchuk nicht gefallen haben. So ist doch nun widerlegt, dass seine Rückennummer Pech bringt. Immer wieder betonte Anatolij, dass seine Rückennummer Schuld an seiner merkwürdigen Spielweise wäre. Chinesische Medizinmänner hätten ihm dies bereits schriftlich bestätigt. Das Schriftstück wird vom FC Bayern allerdings unter Verschluss gehalten.

Erstaunt war der Betreuer des FC Bayern, dass die Trikots von Ribéry und Robben nicht gefragt waren. Stattdessen wurde das Trikot von Ottl und Pranjic gewünscht. Ich glaube allerdings, dass hier richtig Mist gebaut wurde und es schlichtweg an diesen Trikots fehlte. Schließlich werden diese beiden Trikots regelmäßig an die Gegenspieler verschenkt.

Zurück zum Spiel. Man konnte an den Toren erkennen, dass hier zwei Mannschaften aus den tiefsten Regionen der bayerischen Ligen gegeneinander spielten. So verwechselten doch die Verteidiger immer wieder ihre Positionen mit denen der Stürmer. Das fiel besonders bei dem Team aus Untergiesing (spielten in Blau) auf. In der Gurkentruppe spielten sich aber noch viel schlimmere Dinge ab. Durch Stockfehler der untersten Art wurden 2 Eigentore erzielt. Und letztendlich wurde auch noch der Obergiesinger “Gómez” (dieser Spieler machte sich durch ein aufgemaltes Sixpack besonders lächerlich) angeschossen, so dass dem Team noch ein drittes Tor auf dem sprichwörtlichen Silbertablett serviert wurde. Die Obergiesinger versuchten verzweifelt ihren Trikots gerecht zu werden, dass gelang ihnen leider überhaupt nicht. So war es nicht verwunderlich, dass die Blauen auch noch zu zwei Toren kamen.

Völlig unwitzig präsentierte sich der Obergiesinger Trainer nach dem Spiel mit niederländischem Akzent. Ich denke heute noch darüber nach, ob evtl. Matze Knop diesen Part übernommen hat. Angeblich trat dieser aber gleichzeitig bei einer Aufzeichnung von Waldis EM-Club auf und spielte dort Tante Käthe.

Das Spiel endete 3:2 für Obergiesing. Die Zuschauer (die Arena war natürlich bei den beiden Mannschaften nicht ausverkauft) gingen belustigt und kopfschüttelnd nach Hause. Ein Lächeln war auf fast allen Gesichtern zu erkennen. Der allgemeine Tenor war aber letztendlich, dass man sich so eine unterklassige Begegnung nicht öfter antun werde. Am 26.10.10 spielt wieder der wahre Hausherr in der Allianz-Arena. Es kommt zum Duell gegen Werder Bremen. Dann wird man wieder richtigen Fußball in München sehen können. Das denkt man zumindest zur Zeit in München. Und ich denke es auch.


2 Responses to “Königsklasse mal anders”

  • Andi (Baziblogger) Says:

    Ich finde es gut, dass du auch überregional einen Blick auf das Geschehen hast. Besser kann man die gestrige Partie, die glücklicherweise im TV übertragen wurde, nicht beschreiben.

    Wenn dann bald wieder die richtigen Bayern mit ihren eigenen Trikots spielen, dann kann es nur besser werden.

  • Stadtneurotiker Says:

    Selten war dieser abgedroschene Vergleich so passend wie diesmal.

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