Und plötzlich haben Uli und Kalle keine Ahnung?

Nach den letzten unruhigen Tagen, sollte man vielleicht das Nervenkostüm wieder ein wenig beruhigen und ein wenig sachlicher werden. Unser Vorstand hat sicherlich einige Fehler gemacht, aber was zur Zeit über unsere Führungskräfte geäußert wird, finde ich mittlerweile daneben.

Wenn man sich Artikel, Blogs, Tweets und Kommentare durchliest, bekommt man den Eindruck, dass wir Fans vom 1. FC Köln sind. Sind wir aber nicht. Wir bestimmen seit Jahrzehnten den deutschen Fußball. Gut, in Europa spielen wir eine nicht ganz so gewichtige Rolle. In den letzten 20 Jahren haben wir nur 1x die Champions League gewinnen können. Verglichen werden wir oft mit dem FC Barcelona. Die haben schließlich ein langfristiges Konzept und wechseln nicht so oft den Trainer. Das ist auch alles richtig. Und wie auch schon gestern geschrieben, wäre ich auch für so ein Konzept. Aber wie oft wurde denn Barcelona in den letzten 20 Jahren Champions League Sieger? Die Antwortet lautet, 3x. Ich finde das jetzt nicht so schrecklich viel. Bei anderen Vereinen sieht es ähnlich aus. Real Madrid hat es 3x geschafft, Manchester United konnte 2x den Cup in den letzten 20 Jahren gewinnen. Und nur nebenbei möchte ich erwähnen, dass wir aber immerhin in den letzten 24 Jahren 3x im Finale standen. Die nationalen Erfolge brauche ich wohl nicht aufzuführen.

Mir gehen auch so einige Interviews und Aktionen von Uli und Co. auf dem Senkel, aber ich bitte euch, werdet wieder etwas vernünftiger und dankt lieben dem Fußballgott, dass wir solche Leute im Vorstand haben.

Ich bin mir sicher, dass wir früher oder später wieder eine Ära eines Trainers wie Hitzfeld erleben werden.


13 Responses to “Und plötzlich haben Uli und Kalle keine Ahnung?”

  • edmund Says:

    Mich stört nur, das sie einen Trainer wollten der die Strategie mitbringt und jetzt jammern weil sie ihnen nicht gefällt. Ist halt einfacher jemandem zu holen der sich Gedanken macht, weil man dem dann feuern kann wenn es nicht passt.

    Es sollte halt umgekehrt sein – der Klub stellt die Strategie und dann holt man einen Trainer der dazu passt.

    Aber dann steht man ja selber in Verantwortung….

  • Yalcin (fehlpass.com) Says:

    Verständnisfrage: Wie hast du “Ära eines Trainers wie Hitzfeld” gemeint? Geht es um die Anstellung eines Trainers am Stück? Oder um sportlichen Erfolg?

    Hitzfeld hatte Erfolg, keine Frage. Aber den Verwaltungsfussball will ich eigentlich nicht mehr bei Bayern sehen.

    Meine Vermutung ist ja, dass der Bayern-Fan an sich, lieber Erfolg haben will, als schön zu spielen. Mal 3-5 Jahre Durststrecke ist da nicht drin. Da tickt der Vorstand auch nicht groß anders.

  • Patrick Says:

    @Yalcin
    Ich meinte zunächst die Dauer der Anstellung von Hitzfeld.

    Es ist aber auch naiv gedacht, wenn man sich 5 Jahr schönen Fußball ansehen will, aber dabei kaum Erfolg hat. Jeder will schönen Fußball sehen, aber mir wäre im Endeffekt tatsächlich der Titel lieber. Aber warum soll nicht auch mal beides funktionieren? Für ein Jahr haben wir das ja mal gehabt.

  • Forechecker Says:

    Ein langfristiges Konzept ist bei den Bayern ja gewollt. Aber eben nicht das von van Gaal. Der Vorstand muss sich vorwerfen lassen, sich bei der Personalpolitik nicht gegen den Trainer durchgesetzt zu haben. Etwas wie La Masia in Barcelona haben die Bayern nicht und deswegen muss man den Kader von Zeit zu Zeit mit gezielten Einkäufen verstärken. Vor dieser Saison wäre das ein Innen- und ein Außenverteidiger gewesen. Die fehlen jetzt.

  • Andre Says:

    Ich sehe als das vordringlichste Problem, dass der Vorstand Entscheidungen für Trainer trifft, zu diesen dann aber nicht stehen kann.
    - Magath in seinen Kompetenzen auf einen Übungsleiter beschneiden und sich dann wundern, dass er as neue Spieler angeht so tut als könnte er dazu nichts sagen, er würde die nehmen die man ihm gibt
    - Klinsmann vorstellen, ihm keine Spieler genehmigen, sich wundern, dass seine Idee sich nicht umsetzen lässt (plus: das Klinsmann kein Taktikgenie ist, sondern mehr der emotionale Katalysator sollte bekannt gewesen sein)
    - van Gaal einkaufen, sich dann wundern, dass er egoman und beratungsresistent ist

    Kurzum: man weiß doch eigentlich, was man bekommt, aber ist dann nicht bereit, diesen (durchaus jeweils berechtigten) Weg zu gehen, sondern fängt dann das Mosern an und demontiert nach und nach die Leute, die man als Heilsbringer vorgestellt hat. Da kann man bei der Vielzahl der Fälle nicht mehr davon reden, dass den Vorstand da keine Mitschuld trifft.

  • Sakje van Kooten Says:

    Wahre Worte, Andre!

  • Patrick Says:

    @Andre
    Sehr guter Kommentar, wie ich finde. Natürlich hat der Vorstand Fehler gemacht. Aber im Endeffekt gibt ihnen der Erfolg Recht. An sich stört uns doch alle nur, dass wir die letzten Erfolge nicht ruhiger und mit nur einem Trainer erlebt haben.

  • Intimus Says:

    Thomas Doll ist lt. seriöser Quellen ein heißer Trainerkandidat für den FCB! Anscheinend hat sich der Vorstand gestern mit ihm in München getroffen.

  • Breuckmann Says:

    Der sehr kompetente und sympathische Doll wäre eine geradezu hervorragende Wahl und würde dem Verein gut zu Gesicht stehen. Hoffentlich können die Verantwortlichen ihn überzeugen, sich beim Rekordmeister zu engagieren.

  • Andre Says:

    Das hoffe ich als Bremen-Fan auf jeden Fall auch ;)
    Ein weiterer Dampfplauderer und Schaumschläger, desaster and comedy waiting to happen. Glaub ich aber nie im Leben dran.

  • Stadtneurotiker Says:

    Von plötzlich kann gar nicht die Rede sein. Die Haltung von UH und KHR ist nicht erst seit dem Wochenende Gegenstand von Kritik. Sie flammt nur in dieser Intensität zurecht erneut auf, weil besagte Herren einen Trainer vor die Tür setzen, ohne eine Idee zu haben.
    Wir können dem HSV und Schalke danken, daß deren Außendarstellung noch schlimmer ist als die des FCB.

  • Flinsi Says:

    Habt ihr Euch schon einmal genauere Gedanken gemacht, was in so einem Konzept, das vom FCB-Vorstand und Sportdirektor erstellt werden soll, drin stehen muss? So Dinge wie: “Wir wollen jetzt nur noch 4-2-3-1 spielen” oder “Wir machen auf dem Transfermarkt keine halbe Sachen mehr und kaufen nur noch Top-Stars ein” etwa? Ihr seht, so kann das nicht funktionieren. Ein Konzept muss vom Trainer(stab) kommen!

    Der Vorstand sollte, wie in der Politik, die Rahmenbedingungen festlegen und konkrete Ziele vorgeben (was leider in der Politik wiederum nicht wirklich praktiziert wird;-(). Die Rahmenbedingungen können so aussehen, dass man z.B. attraktiv spielen will (dann kommen z.B. Trainer wie Rehhagel oder Mourinho schon mal nicht in Frage), von der Jugend bis zu den Profis EIN System praktiziert (welches, entscheidet der Trainer der Profis) oder dass mindestens 50% der Spieler deutsche Nationalspieler sein müssen.

    Ziele können z.B. sein, dass man jedes Jahr in der CL mindestens ins Viertelfinale kommt und jedes zweite Jahr ein Spieler aus der zweiten Mannschaft in den Profikader aufrückt.

    Der Prozess bzw. das Konzept um diese Ziele unter den gesetzten Rahmenbedingungen umzusetzen, MUSS und KANN aber einzig und allein vom Trainer(stab) kommen! Flankiert wird das vom Sportdirektor, der beides (Prozess udn Konzept auf der einen und die Rahmenbedingungen und Ziele auf der anderen) im Auge haben sollte und somit auch maßgeblich bei den Transfers mitwirkt.

    Aber es wäre natürlich mal schön zu wissen, welche Rahmenbedingungen bzw. “strategische Ausrichtung” (Zitat Rummenigge) sich der FCB gesetzt hat, um dann auch zu verstehen, warum man sich für einen bestimmten Trainer entschieden hat.

  • Asbach Udo L. Says:

    Wir müssen uns leider vor Augen halten das der Fc Bayern von einem Tradionsverein zu einer Art “Wirtschaftsunternehmen” gewachsen ist. Und dort spielen in erster Linie nur die Zahlen eine größere Rolle. Und bleibt der Erfolg aus rollen Köpfe. Die “normalen” Mechanismen unserer Gesellschaft. Leider…..

Leave a Reply