Heimatliche Tabellenführung

Es ist erst der 4. Spieltag, es sagt auch noch nichts aus, aber es fühlt sich trotzdem einfach gut an: Tabellenführer, 9 erzielte Tore, 1 Gegentor. So mögen wir alle den FC Bayern München.

Nur auf diesem Tabellenplatz fühlen sich Verein und Fans wohl. Natürlich geht es darum, dass man am 34. Spieltag ganz oben ist, aber es ist doch viel angenehmer vornewegzulaufen, als hinterherzuhecheln. Schließlich ist auch die Art und Weise zuletzt recht beeindruckend. Das ruhige Spiel, das wir schon gegen die Gladbacher gezeigt haben, wurde jetzt verbessert durch zwischenzeitliches schnelles Spiel in die Spitze. Die Abwehrleistung ist nahezu perfekt. In den 7 Pflichtspielen, haben wir lediglich 7 Torschüsse zugelassen. Liegt es an den bisher schwachen Angriffsreihen der Gegner, oder haben wir wirklich diese bombensichere Abwehr? Ich habe das Gefühl, dass unsere Abwehr selten in Bedrängnis kommt. Das liegt sicherlich an den sehr gut spielenden Schweinsteiger, Gustavo und Tymoshchuk. Wobei auch z.B. Mario Gómez defensiv ordentliche Leistungen zeigt. Zuletzt gegen die Lauterer, mit einem ansprechendem Spurt bis zu Mittellinie, um dort einem Lauterer erfolgreich den Ball abzunehmen. Heynckes hat ja betont, dass er zuletzt mehr auf die Defensive im Training eingegangen ist. „Der Angriff kommt von selbst“, sagte Heynckes in einem Interview. Er scheint dabei nicht ganz falsch zu liegen.

Bei allem Lob muss man aber auch festhalten, dass Gómez bei allen Toren ordentlich Glück hatte. Der erste Elfmeter war schlecht geschossen, Trapp sprang aber in die falsche Ecke. Der zweite Elfmeter war ebenfalls sehr schlecht und Gómez konnte erst im Nachschuss verwandeln. Das machte er allerdings sehr gut, weil er Ruhe bewahrte und gewartet hat, wie der sich stark drehende Ball nach dem Auftupfen verhielt. Das dritte Tor war auch glücklich. Schließlich spielt Gómez den Ball direkt auf Trapp, der somit glücklicherweise getunnelt wurde. Zusammengefasst, sind das aber genau die Bälle, die man als Stürmer verwandelt, wenn man wieder einen Lauf hat. Ich hoffe, dass ich damit Recht behalte und der Lauf anhält.

Philipp Lahm hat ein Buch geschrieben. „Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird“ Das Buch erscheint offiziell erst morgen, aber durch die bereits von der Bild-Zeitung abgedruckten Passagen, ist schon ordentlich Theater in ganz Deutschland. Überall spricht man über das Erstlingswerk. Eine Werbung, wie man sie sich nicht besser wünschen kann. Wie schon im letzten Beitrag geschrieben, wundere ich mich über eine Veröffentlichung eines Buches im Alter von 27 Jahren, in der Blüte einer wunderbaren Karriere. Ich möchte aber mal festhalten, dass Völler & Co. sich über die Aussagen aufregen, aber sie nicht abstreiten. Was nichts anderes heißt, als dass Lahm Situationen beschreibt, die sich tatsächlich so zugetragen haben. Dazu kommt noch, dass es nicht wirklich Neuigkeiten sind. Wer wusste denn inzwischen nicht, dass Völler und Klinsmann keine Trainer-Koryphäen sind? Dass es bei der EM 2008 Streitigkeiten gab, ist jetzt auch nicht wirklich neu. Und wenn ich dieses Gequatsche von einem Ehrenkodex höre, könnte ich mich echt wegschreien. Das ist doch lächerlich. Ehrenkodex bei erwachsenen Männern, die mehrfache Millionäre sind. Ich glaube, ich habe das Wort zuletzt in der Grundschule benutzt. Und schon damals kam mir der Begriff irgendwie kindisch vor. Ich bin der Meinung, dass Lahm das Buch wahrscheinlich schadet. Aber nicht seine Aussagen sind daran schuld, sondern der Zeitpunkt und was gerade daraus gemacht wird. Kritik kommt von Leuten, die das Buch noch gar nicht gelesen haben. Darüber kann man nur den Kopf schütteln.

Aber was sagt und das alles? Beim FC Bayern ist alles in Butter. Sonst würde man nicht über dieses Buch so ausführlich diskutieren. Das ist doch ganz wunderbar.


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