Neapel gesehen und nicht gestorben

1:1 gegen einen Gegner, der doch eigentlich kein Problem sein sollte. Der FC Bayern München 2011 steht direkt unter dem FC Barcelona, zumindest in vielen Köpfen von Bayern- bzw. Fußballfans.

Nach vielen Siegen in Folge und einer erstklassigen Defensive, ist man in Fußball-Deutschland verwöhnt. Eine etwas schwächere Offensivleistung und es brummt durch die Twitterwelt. Das dabei unsere Defensive einmal mehr recht gut stand, wird dabei gerne übersehen. Neapel hat Inter und AC Mailand klar besiegt. Gegen uns hatten sie eine einzige Chance, die wir dann auch noch ins eigene Tor buxiert haben. Es gibt also keinen Grund zum Jammern oder Wehklagen. Auch wenn die ganz klaren Torchancen (zum Elfmeter komme ich erst später) nicht vorhanden waren. Jupp Heynckes hat es völlig richtig erkannt. Es wurde immer behauptet, dass Neapel nicht italienisch spielt. Soll heißen, dass gerne offensiv gespielt wird. Das war aber gegen uns nicht der Fall. Der SSC hat eindeutig mehr Wert auf die Verteidigung gelegt.

Warum Mario Gómez die Elfmeter für uns schießt, habe ich noch nie verstanden. Schon Samstag habe ich getwittert, dass man sich darüber mal Gedanken machen sollte. Auch wenn er meistens trifft, sind die Bälle mehr reingeeiert, als souverän verwandelt. Ich schätze Gómez durchaus. Dabei schwimme ich gegen den Strom vieler Bayernfans, die mit der Technik des Torschützenkönig unzufrieden sind. Mir ist die Technik völlig egal, solange er gut steht und sein Durchsetzungsvermögen weiter so einbringen kann. Aber die Elfmeter müssen andere schießen. Wir haben mit Ribéry, Kroos, Schweinsteiger, Robben, van Buyten, Müller zigfach Spieler im Kader, die für diesen Standard besser geeignet sind. Wir haben Glück gehabt, dass sich der Fehlschuss in einem Gruppenspiel ereignet hat. Vielleicht wird jetzt tatsächlich etwas geändert. Unter van Gaal wurde immer ein neuer Schütze gewählt, bis dieser einmal verschießt. Ob es diese Regelung noch gibt, kann ich nicht sagen.

Zusammengefasst muss man sagen, dass die Spieleinschätzung vieler Fans und Experten ähnlich falsch sind, wie die deutsche Interpretation des titelgebenden neapolitanischen Sprichworts. Der FC Bayern hat ein ordentliche Partie gezeigt und einen starken Gegner keine wirkliche Chance gelassen. Punkt.


5 Responses to “Neapel gesehen und nicht gestorben”

  • SebSwo Says:

    Guter Beitrag. Im letzten Satz finde ich widersprichst Du Dir, weil man im Endeffekt über das Ergebnis doch enttäuscht sein muss, wenn man sieht wie klar besser man eigentlich war…generell mal ein Wort zur Italienischen Liga: Viele Teams spielen nicht mehr “italienisch”, da ist Neapel sicherlich nicht die Ausnahme.

    Grüße,
    Seb

  • Patrick Says:

    Danke. So habe ich es aber nicht gemeint. Ich bin nicht enttäuscht, dass wir nicht gewonnen haben. Wir waren Offensiv zu schwach um es tatsächlich verdient zu haben. Der Elfmeter war ja auch mehr ein Geschenk. Die Punkteteilung ist in Ordnung.

  • zechbauer Says:

    Ich habe zumindest drei klare Torchancen unsererseits gesehen – für ein vom Kampf und Spielunterbrechungen geprägtes CL-Spiel ist das nicht viel, aber vorhanden waren die Möglichkeiten schon. Ansonsten: Volle Zustimmung.

  • Hefewetz Says:

    Ich glaube, die (also wir und die) hätten noch zwei Stunden spielen können. Das Tor war wie vernagelt. Es sollte einfach nicht sein. Das Unentschieden ist in Ordnung, aber ein 1:2 wäre im Bereich des Möglichen gewesen. Eigentlich eher ein 0:1. Genausogut kann man aber dort auch noch in der 90sten das 2:1 bekommen. Davor hatte JH dann wohl am Schluss auch noch ein wenig Bammel (Stichwort Zeitpunkt der Einwechslungen). Die Neapolitaner haben zerstört, gebissen und gekratzt. Die 3 Super-Stars Cavani und Co. haben ihre Vorschusslorbeeren auch nicht bestätigen können. Aber sie hatten ein Heimspiel! Das hätte ich in München erwartet und das erwarte ich jetzt auch erst recht. Mal sehen, wie das aber ohne gefühlte 120.000 Tifosi funktioniert.

  • Angry Master League Nerd Says:

    I’ve put a Kaisergrantler link on my blog

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