Robben auch im Stehen zu schnell

Wir hatten gestern gute Chancen ein paar Tore mehr zu erzielen. Außerdem gab es mal wieder eine Ballbesitzqoute von irgendwas über 70%. Mario Gómez, der alte Stuttgarter, erzielte zwei Tore. Es gab also eine ganze Reihe von Geschichten zu diesem Spiel, aber “überschattet” wurde dies alles von der skandalösen Gelb-Roten Karte gegen Molinaro.

Vereinsbrille hin oder her, aber was ich gestern teilweise über Twitter lesen musste, grenzte schon an Betriebsblindheit. So wurde doch tatsächlich unterstellt, dass Robben einen schmusigen Tritt in die Waden provoziert hat. Und wie hat er das gemacht? Hat er Molinaro bis auf das Äußerste gereizt und seine Mutter beleidigt? Hat er ihn feige mit versteckten Nadeln in den Oberschenkel gepickt? Ja, Robben hat Molinaro gereizt. Ich würde auch ausflippen, wenn ich meinem Gegenspieler so haushoch unterlegen wäre. Aber das war nicht der Hauptgrund. Nein, Robben hat einen Ball angenommen und dann einen Bruchteil von einer Sekunde gezögert. Feiger Hund, der Robben. Eine Provokation sondergleichen. Molinaro konnte doch gar nicht mehr stoppen. Wieso hat Robben das nicht gemerkt und ist schnell weggerannt oder hochgesprungen? Wieso nimmt Robben in Kauf, dass der Stuttgarter eine Rote Karte bekommt und er selber vielleicht so getroffen wird, dass er verletzt ausfällt? Was ging da bloß im Kopf des Niederländers mit den russischen Gesichtszügen vor? Da war er wieder, der Alleinikov.

Übertroffen wurde diese Szene eigentlich nur noch von Bratwurst Bobic. Im Halbzeitinterview wollte er partout nicht auf den Bildschirm schauen, um sich das Foulspiel von Molinaro anzuschauen. Lieber wetterte er, dass der VfB schon vier Gelbe Karten bekommen hat. Das kann ja gar nicht sein, weil doch der FCB auch schon gefoult hätte. Dabei wirkte er so souverän, wie der BVB in Europa aufgetreten ist. Letztlich schaute er aber doch hin und erkannte, dass schließlich auch der Ball gespielt wurde. Fußball ist halt kein Hallen-Halma und in so einem Spiel geht es eben heiß her. Revolverschnauze Bobic haute eine Phrase nach der anderen raus. Alle übrigens aus den 80ern. Und was war eigentlich mit “in so einem Spiel” gemeint? Möglicherweise eine Anspielung, dass schließlich gegen den FC Bayern gespielt wurde. Für den VfB sicherlich ein besonderes Spiel, für uns jetzt nicht so sehr. Südgipfel. Ja, ich weiß. Klingt arrogant. Ja, weiß ich. Ich bitte um Entschuldigung.

Jetzt haben wir doch wenigstens etwas worüber wir diskutieren können, wenn das Rückspiel ansteht. Oder auch nicht, wahrscheinlich wird an diesem Tag die Schale vorzeitig übergeben. Naja, dann eben in der nächsten Saison. Irgendwann graben wir die Geschichte wieder aus, da bin ich mir sicher.


5 Responses to “Robben auch im Stehen zu schnell”

  • thorben Says:

    http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,803093,00.html

    der spiegel artikel hierzu ist herrlich. einfach mal als parodie ansehen.
    nichtmal die bild prangert robben an.
    hinterher bei sky90 waren auch alle einig.

    das mit dem provozierne ist wohl die exklusive meinung einiger vfb fans…

  • vonChrismarck Says:

    Man muss Labbadia hier loben: Er hat den Schiri nicht beschimpft und seine Aussage in Richtung Robben war vor allem im Vergleich sehr zurückhaltend.
    Okay. Deswegen wird er jetzt auch kaum zitiert…

  • tobiwan Says:

    “revolverschnauze” – sehr geil..

  • zechbauer Says:

    Labbadia hat ins gleiche Horn getrötet… nur nicht so laut. Unverständnis meinerseits, da die VfB-Verantwortlichen kurz nach dem Spiel die Möglichkeit hatten, sich die Fernsehbilder anzusehen. Dies zu ignorieren ist albern. Schlechte Verlierer eben.

  • vonChrismarck Says:

    Hat er, ja.

    Im Gegensatz zu Dir und wahrscheinlich den meisten anderen Bayernfans halte ich Labbadia aber für einen guten Verlierer.

    Er sagte, dass er seinen Spielern verboten habe sich theatralisch fallen zu lassen. Und Robben lässt sich theatralisch fallen, nicht nur in diesem Spiel. Ganz ohne das bewerten zu wollen.
    Ob man da jetzt hineinlesen möchte, dass der Platzverweis unberechtigt war, bleibt jedem selbst überlassen.

    Er hat den Schiri nicht beschimpft, er hat sich mit Äußerungen zu Heynckes Wechseln zurückgehalten und seine Anspielung auf Robben werte ich auch eher als gemäßigt.

    Ich bleibe dabei: Im Vergleich zu dem, was man sonst so nach einem solchen Spiel hört (nicht zuletzt von den eigenen Verantwortlichen), war das sehr zurückhaltend.

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