Angsthasen, Pechvögel und eine Schwalbe – Neues vom Streichelzoo

Zum 1. FC Köln sollte man eigentlich gar kein Wort verlieren. Fußball vom anderen Stern. Allerdings von einem völlig unbekannten blassen Stern mit so einem Namen wie KR64748. Ein Stern den kein Schwein kennt, und auch niemand erforschen möchte. Ein Stern, der nicht einmal zur Namensgebung anlässlich einer Hochzeit dienen könnte. Ein Stern, der wie ein Schlagloch auf dem Belag der Milchstraße wirkt. Schämt euch und steigt ab. Angsthasenfußball hat in der 1. Liga nichts zu suchen.

Auch der VfL versuchte gestern mit einer defensiven Taktik zum Erfolg zu kommen. Im Gegensatz zu den Kölnern, versuchten sie aber auch nach vorne zu spielen und hatten damit auch tatsächlich einmal Erfolg. Wir konnten über weite Strecken des Spiels den Abwehrriegel nicht knacken und zeigten die schon bekannten Schwächen bei defensiven Gegnern. Zu wenig Bewegung und viel zu wenig Torabschluss. Aus Kurvensicht hatte man das Gefühl, als würden die Bayern den Ball ins Tor tragen wollen. Ohne bewegte Bilder gesehen zu haben, würde ich behaupten, wir hätten wenigstens 5x auf das Bochumer Tor schießen können, haben es aber nicht getan, weil man versuchte eine noch bessere Schussposition zu bekommen. Das hat an den Nerven gezerrt. Fürchterlich. Trauriger Höhepunkt in der ersten Halbzeit war die Schwalbe von Robben. In der Bayernkurve war ein Aufschrei zu hören. Allerdings weiß ich nicht, ob der Aufschrei dem Schiri galt, der keinen Elfmeter sondern eine Schwalbe richtig erkannt hat, oder man sich über Robben aufgeregt hat. Ich habe auch geschrien, allerdings wegen der Schwalbe. Letzte Woche wird Robben als Schauspieler durch den Kakao gezogen und eine Woche später macht er uns den Andreas Möller. Unfassbar.

Anfang der zweiten Halbzeit machten wir es endlich besser. Es wurde aufs Tor geschossen. Innerhalb von 5 Minuten hatten wir 3 Ecken und einen Lattentreffer. Und kurz danach fiel auch das erlösende 1:1. Danach verfiel man allerdings auch wieder in ein Ballgeschiebe rund um den Strafraum des VfL. Die Auswechslungen von Heynckes waren goldrichtig. Jeder Zuschauer hätte genauso entschieden. Gustavo und Olic konnten sich kaum positiv in Szene setzen. Es lag aber in der Luft, dass dieses Spiel gut ausgehen würde. Auch wenn die Bochumer manchen Konter fahren konnten, gefährlich waren sie dabei nicht mehr. Dass wir in der 90. Minute durch Robben das Siegtor erzielten, war vielleicht Pech für die Bochumer, aber von einem Duselsieg ist das weit entfernt. Wir waren permanent die bessere Mannschaft und spätestens in der Nachspielzeit hätten wir das Spiel für uns entschieden. Dafür waren einfach zu oft am gegnerischen Strafraum. Irgendwann fällt dann halt so ein Tor. Wundern oder ärgern sollte sich der VfL Bochum darüber nicht.

Dass ich mich tatsächlich wie im Streichelzoo fühlte, lag auch daran, dass die Fangzäune in Bochum eher publikumunfreundlich aufgestellt wurden. Für diese Sicht 35 Euro zu verlangen ist schon etwas daneben.


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