FC Caritas oder FC HVB

Bekannt war es schon länger, offiziell ist es erst seit heute. Der FC Bayern hat dem BVB Millionen geliehen, als bei den Dortmundern nichts mehr ging und auch keine Bank mehr zu einem Kreditgeschäft bereit war. Wie schon unzählige Male vorher, ist der FCB mal wieder wohltätig in die Bresche gesprungen.

Man kann dazu stehen wie man will, damals war es wahrscheinlich richtig. Der BVB war kein Konkurrent mehr und warum nicht helfen, wenn man kann? Wenn man den 60ern ständig hilft und auch St. Pauli & Co. was vom Kuchen abbekommen, warum dann nicht auch dem BVB? Eigentlich behält Hoeneß solche Dinge eher für sich, wenn es nicht gerade zwangsläufig an die Öffentlichkeit gerät. Warum er gerade jetzt diese Geschichte auspackt, ist mir ein Rätsel. Über Twitter wird gemunkelt, dass Hoeneß damit auch einen Kleinkrieg neben dem grünen Rasen anzetteln will. Unruhe stiften, egal wie. Ich halte es für total daneben. Es hat schon etwas aus einem Kindergarten, wenn man zum Zeitpunkt spielerischer Unterlegenheiten diese Geschichte auspackt. “Ätsch, ihr seid ja nur so gut, weil wir euch damals nicht haben verhungern lassen.” Meiner Meinung nach, hat der BVB zurzeit ein derartiges Standing in der Liga und im ganzen Land, dass dieser Schuss nach hinten losgehen wird. Der BVB ist bis auf einige Ausnahmen auch in den Medien “everybody´s darling”. Die Dortmunder sind die sympathischen Pöhler, die Bayern sind die Störenfriede, die keine gute EM-Vorbereitung zulassen. So sieht es doch zurzeit aus.

Außerdem wird es einigen Bayern-Fans übel aufstoßen, dass wir mal wieder Geld für andere Vereine gegeben haben. Auch wenn es nur ein Kredit war.

Uli, das hättest du dir echt sparen können/müssen.


5 Responses to “FC Caritas oder FC HVB”

  • arot_03 Says:

    Sehe das genauso wie du. Image-technisch greifen wir gerade ständig daneben. Ob es die Facebook Kampagne von neulich oder dieser öffentliche Seitenhieb war. Es wird doch eh nix bringen.

    Klar, Mia san mia und wenn wir ja eh schon immer arrogant rüber kommen, dann kommt es darauf auch nicht an. Aber ich finde es bringt uns halt keinen Meter voran. Die Dortmunder machen in dieser Sache momentan einen weitaus besseren Job als der FCB. Deshalb sind sie leider so “sympathisch”…

  • Peter Driesch Says:

    Danke, völlig richtig. Medientechnisch hat man gegen den BVB (das gelebte Gutmenschentum) eh keine Chance und so Sachen sollte man für sich behalten. Denke, dass das mia san mia in den nächsten Wochen lieber in einer Selbstreflexion münden sollte. Zwar führen die Spiele im Moment zu den besten Kommentaren seitens Thomas Müller, aber das war es auch schon.

  • FF Says:

    Ich sag’s doch: Fußballpolitik im CSU-Style der 80er Jahre ist das.

    Großmäuliges Größenwahn-Management nach Gutsherrenart. Grundtenor: selbst wenn andere mittlerweile besser kicken als wir, mehr gemocht werden als wir, mehr Zuschauer haben, sogar Meister werden – WIR HABEN DIE DICKSTE KOHLE, aka: Wir scheißen euch immer noch zu mit unserem Geld.

    Wie uncool… Für meine Begriffe hat der FCB ein massives Kopfproblem. Daß sich die Fußballwelt in den letzten fünf Jahren geändert hat, daß Star-Fußball a’la Robbery nicht mehr automatisch Maß aller Dinge ist, daß die neue Zauberformel “Trainermannschaft” heißt – an der “Säbener” will man das offenbar nicht wahrhaben.

    Mit derlei präpotenten Methoden und “Ansagen” kann man vielleicht den Bratwurst-Markt dominieren. In der Bundesliga dagegen wird’s eng.

  • Peter Says:

    Ach es geht doch nicht darum “Sympathie-Sternchen” zu sammeln. Der FCB hat die Kohle nicht im Lotto gewonnen, sondern sich erarbeitet. Er garantiert mit seinem über Jahre erfolgreichen Auftreten – national und international – das auch andere Mannschaften in Liga profitieren. Das betrifft CL-Plätze oder eben die Unterstützung anderer Vereine, wenn es um nackte Überleben geht.

    Der aktuelle Stand ist eine Momentaufnahme, mehr nicht und es sei dem BVB gegönnt.

    Wie man immer und immer wieder die FCB-Ära einläuten will. Und wer diese Erbe alles antreten will. Diese Erben scheitern seid Jahren international und national. Da sehe ich nur Werder Bremen als Ausnahme.

    Wer von den ersten 3 Mannschaften nicht Meister werden will und das nicht sagt, ist einfach lächerlich. Das hat nichts mit Bescheidenheit zu tun.

    Mit solchen Aussagen dominiert man nicht die Liga, das macht man über Jahre als FCB und Uli auch so. Aber mit solchen Aussagen ruft man einigen Leuten mal wieder die Verhältnisse vor Augen, die leicht vergessen werden, wenn die Sympathie-Sternchen von Prinz Kloppo an die Presse verteilt werden.

  • Jochensen Says:

    Danke für den Post, sehe ich genauso. Was den Bayern in letzter(?) Zeit abgeht, ist eben die Eigenschaft, den anderen Mannschaften das Erreichte zu gönnen. Statt dessen spielt man die beleidigte Leberwurst und fühlt sich nicht gewürdigt, obwohl man doch die einzig auf Jahre international erfolgreiche deutsche Mannschaft ist. Gerade wegen dieses Status könnte man Größe zeigen und entspannt auf die anderen schauen, aber das schaffen se nicht. Das nervt mich im speziellen ungemein…

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