Mit Seifenlauge zur Meisterschaft

Wir sind derbe in Dortmund ausgerutscht. Nicht nur sinnbildlich, auch die Spieler auf dem Platz lagen teilweise öfter auf dem Rasen, als gefährlich vor dem Kasten des BVB aufzutauchen.

Sind eigentlich die Spieler selbst für die richtigen Stollen verantwortlich, oder hat an diesem Tag sogar das Team hinter den Team einen rabenschwarzen Tag erwischt? Ich empfand die erste Hälfte als äußerst deprimierend. Es beschlich mich das Gefühl, dass an diesem Abend kein Erfolgserlebnis zu verbuchen sein wird. Meine Hoffnung ging schon Richtung 0:0, als es in der zweiten Hälfte etwas besser lief. Allerdings konnte ich ein “wir haben Dortmund in der zweiten Hälfte an die Wand gespielt” nicht erkennen. So sah es aber unser Kaiser Franz Beckenbauer. Franz, der leider immer mehr aus einer anderen Welt zu kommen scheint, äußerte sich auch zum Elfmeterschützen Robben: “Der Gefoulte schießt nicht selbst.” Eine Regel aus Zeiten eines Liberos.

Für meine Laune war es erfreulich, dass ich die Szene mit Subotic und Robben erst Zuhause am TV gesehen habe. Sonst wäre ich wahrscheinlich bei der verpassten Gelegenheit von Robben (nach Lattenkopfball von SUBOTIC) in der Nachspielzeit, noch mehr weggebrochen. Ein grausamer Tag für Arjen Robben, der gleich 3x ins Klo gegriffen hat. Er hebt das Abseits beim Gegentor auf, verballert den Elfer und die Chance in der Nachspielzeit. Aber nach Abpfiff kam kein Pfiff aus dem Fanblock, weder zur Mannschaft noch zu Robben. Lobenswert und absolut richtig. Wir haben in den letzten Wochen große Spiele gezeigt und haben noch größere Ziele vor uns. Dortmund war an diesem Tag frischer und ideenreicher. Das muss man einfach anerkennen. Ein wenig Platz für Kritik muss allerdings erlaubt sein. Wir haben zu keinem Zeitpunkt des Spiels zu erkennen gegeben, dass an diesem Abend eine Wende in der Meisterschaft möglich ist. Man bekam das Gefühl, als sei den Spielern nicht bewusst, dass es das evtl. wichtigster Spiel der Saison sein kann. Im Fanblock hat man es dagegen ganz deutlich gespürt.

Ich habe den Titel abgeschrieben. Es ist für mich unvorstellbar, dass diese Dortmunder Mannschaft noch 6 Punkte verspielt. Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht überzeugt bin, dass wir noch alle Spiele in der Liga gewinnen werden. Dafür werden jetzt die Gedanken noch mehr als bereits geschehen, in Richtung Champions League und Real Madrid abdriften. Und das ist jetzt vielleicht auch nicht das Schlechteste. Titel abhaken und die Liga nebenbei laufen lassen. Volle Konzentration auf den Finaleinzug und das Pokalfinale in Berlin. Dort werden die Karten neu gemischt. Mit anderen Stollen und ohne Seifenlauge.

Ich bin übrigens auch mal wieder beim Sportradio360 ein paar Sekunden zu hören. Wer mag, klickt mal rein.

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


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