Vergebene Chancen

Eine Überschrift mit ganz viel Bedeutung. Wenn wir doch mal ehrlich sind, haben wir am Sonntag ganz schön viel Glück gehabt. Nicht nur, dass es uns der VfB ganz leicht gemacht hat (zumindest phasenweise), nein, sie haben uns die Bälle regelrecht in den Lauf gespielt. Wir haben diese Chancen nicht eiskalt ausgenutzt.

Die Hälfte der 6 Tore wurden erst im Nachsetzen erzielt. Sicherlich auch eine Qualität die man erst mal an den Tag legen muss, aber trotzdem möchte ich es nicht unerwähnt lassen. Diese Dinger hätte man auch mal gerne direkt einnetzen können. Ja, ich schreibe hier über ein absolutes Luxusproblem. Ich bin mir dessen bewusst. Aber mir sitzt noch die Angst von letzter Saison im Nacken, wo wir jede Woche gute Chancen reihenweise vergeben haben. Aber bis jetzt ist ja alles anders. Wir nutzen unsere Gelegenheiten und legen sogar noch nach. Wobei die letzten 30 Minuten gänzlich ohne Tor auskommen mussten. Aber der VfB hatte sich auch wieder etwas gefangen.

Ich möchte auch daran erinnern, dass wir letzte Saison ähnlich furios gestartet sind. Wie viele Wochen waren wir ohne Gegentor (oder sogar ohne gegnerischen Torschuss)? Lange! Trotz der Euphoriebremse sollten wir uns an diesem wunderbaren Tabellenplatz erfreuen. Für andere ist Platz 1 nach zwei Spieltagen nicht der Rede wert. Aber das sind dann in der Regel die Vereine, die am Ende auch nicht oben stehen werden. Bei uns soll es anders aussehen. Ich bin für einen Start-Ziel-Sieg, wir sollten ab sofort diesen Platz bis zum Ende verteidigen.

Schon erstaunlich, dass pünktlich zum Erscheinen der Lichtgestalt Martínez auch Gustavo das Tor trifft. Gutstavo soll sicherlich nicht ständig für Torgefahr sorgen, aber man hat letzte Saison schon so manchen schönen Pass in die Spitze vermisst. Gestern hat er es einfach direkt selber gemacht. Ob ihm das vor der Bank schützen wird, kann durchaus bezweifelt werden. 40 Millionen wird die Ersatzbank des FC Bayern nicht tragen können. Zumindest nicht auf nur einen Popo verteilt.

Als Martínez gestern eingwechselt wurde und anfing die Bälle im Zentrum zu verteilen, hatte ich doch tatsächlich einen Anflug von Ernüchterung. Mein Gott, da trabt jetzt ein 40 millionenschwerer Spanier rum, der nichts anderes zu tun hat, als ein paar Bälle zu verteilen und alle paar Minuten vielleicht mal einen Ball zu gewinnen. So, oder so ähnlich ging es mir durch den Kopf. Und nach 3 Minuten habe ich mich erwischt, wie ich permanent Javier beobachtet habe. Ich habe nicht mehr auf den Ball geachtet. Solange die Totale zu sehen war, suchte ich Martínez. Ich wollte wissen wie er sich bewegt, was er als nächstes tut. Ich befürchte, dass diese immense Summe doch noch so einige Probleme bereiten wird. Wenn sogar schon ich die Lupe raushole um mich an einen Mann zu laben, der gar nicht so viele Bälle gewinnen kann, wie man es ihm wünscht. Als dann auch noch ein langer Pass im Aus landete, verspürte ich einen leichten stechenden Schmerz in der Brustgegend. Darf ein so leichter Pass einen so teuren Spieler misslingen? Ja, darf er. Er ist auch nur ein Mensch und nicht 40 mal besser als ein Spieler mit einem Marktwert von nur einer Million. Aber das muss ganz schnell rein in meinen Kopf. Möge es mir schnell gelingen.


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