Pep muss aus dem Kopf raus

1. Bundesliga-Spieltag Saison 2013/2014
FC Bayern München – Borussia Mönchengladbach 3:1

Ich habe mich dabei erwischt, dass ich am Freitag nach etwas anderem, etwas besseren gesucht habe. Ich habe auf irgendeine spektakuläre Veränderung gehofft, die nur einem genialen Kopf wie Guardiola einfallen kann. Offensichtlich gab es diese Veränderung nicht. Zumindest nicht für den allgemeinen Zuschauer.

Und was habe ich bei der Sucherei fast komplett übersehen? Einen recht souveränen 3:1 Erfolg über einen vermeintlichen Angstgegner der letzten Jahre. Auch wenn es erst das erste Spiel war, können wir wahrscheinlich davon ausgehen, dass Guardiola nicht so viel ändern wird, wie teilweise vermutet wurde. Allerdings hat er dies auch immer betont, aber hören wollte man es nicht. Zumindest nicht in den Medien. Warum sollte man auch einen Triple-Sieger auf den Kopf stellen? Möglicherweise ist gerade diese Erkenntnis, der spitzwindige Schachzug, den man sich von Pep erhofft hat.

Sorgen müssen wir uns momentan nur um die Defensive machen. Ein Gegentor und einige gute Chancen für die Gladbacher, zeigen kein gutes Bild der Abwehr. Und wir alle wissen, dass die Abwehr die Titel gewinnt. Ich fühle mich im Augenblick noch so wie in der Vorbereitung. Ich weiß noch nicht so recht, wie es um die Mannschaft tatsächlich steht. Darum brenne ich auch gerade darauf, die nächsten Spiele zu sehen. Leider geht es erst Samstag weiter. Immerhin hat Götze bei einem Freundschaftsspiel in Ungarn endlich gespielt und auch doppelt getroffen. Aber auch dort hat man ein Gegentor kassiert.

Den Wert der angekommenden Pässe konnte man von 87% auf 94% erhöhen. Wobei ich nicht weiß, ob die 87% ein Spitzen- oder Durchschnittswert waren. Ob man das jetzt auch schon auf Pep schieben kann, möchte ich nicht beurteilen. Ich habe für mich beschlossen, nach irgendwelchen Änderungen oder Auffälligkeiten zu suchen und einfach ab jetzt die neue Saison zu genießen. Man erhofft sich ja immer von Neuzugängen, dass sie Einschlagen wie eine Bombe und wird dann im Laufe der Saison etwas ruhiger, wenn man merkt, dass der Neue auch nur ein Mensch ist und die gute Leistung eher unterschwellig zu beobachten ist. Dass man ein Triple nicht einfach wiederholen kann, sollte man sich auch schnell bewusst machen. Wenn man sich damit erst mal abgefunden hat, lebt sich die neue Saison auch etwas entspannter.

Was gerade nicht entspannt ist, ist die Situation in unserer Südkurve. Viele haben die Südkurve am Samstag zu Grabe getragen. Dazu wird es aber einen extra Beitrag geben. Schade, dass man sich mit sowas überhaupt befassen muss.


2 Responses to “Pep muss aus dem Kopf raus”

  • Anna Says:

    Ich stimme deiner Hauptthese (siehe Überschrift) vollkommen zu. Langsam realisieren die Bayern Fans, dass jeder Trainer von 0 anfängt – auch Pep. Die Medien haben die Vergangenheit stets in den Fokus der Berichterstattung gesetzt – das ist der Fehler. Zum einen – Pep der Megatrainer bei Barca – zum anderen – die Tripplesaison unter Don Jupp. Was zählt ist das Gegenwärtige: Ein “neues” System, die tollen Neuzugänge, erstarkte Gegner usw. Vielleicht würde es helfen, mit der Illusion zu leben, dass beim Sportverein FCB gerade ein Trainer aus Spanien coacht. Aber wir sind ja hier beim FCB und nicht bei Grün-Weiß Deuna.
    Liebe Grüße :)

  • Johannes Says:

    Servus!

    Bei unseren Bayern wissen wir, dass jede Niederlage harsch zerpflückt und jedes Unentschieden griesgrämig akzeptiert wird. Dass seit Neuestem auch Siege mit gewetztem Messer seziert werden, noch dazu gegen eine Mannschaft, die in den letzten Jahren immer unangenehm zu (be)spielen war, ist wohl eine Kunst, die so nur wenige Vereine hinkriegen…
    Trotzdem muss auf die Defensive ein Augenmerk gelegt werden, ganz klar. Und wenn man beobachtet hat, wie Pep an der Seitenlinie herumhantierte, konnte man die Diskrepanz sehen, die noch zwischen seinen Ansprüchen und dem Ist-Zustand klafft. Aber, und da bin ich ganz bei dir – er ist kein Zauberer, der mit dem magischen Stab das Fußballspiel neu erfindet. Manie und Hysterie um ihn gehen auch mir viel zu weit (übrigens schon länger).

    Rote Grüße,
    Johannes

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