Schon so alt und doch nicht weise

Es fing damit an, dass die Presse sich darüber beschwerte, dass der FC Bayern „langweilig“ gewinnt. Irgendwann schwappten auch einige (oder auch viele) Fans mit ein und reklamierten ebenfalls das souveräne Spiel der Bayern. Lahm brachte es gestern auf den Punkt: „Bei 60 Spielen in der Saison kann man nicht immer 100% geben, auch wenn man es will.“ Ich kann das nachvollziehen.

Matthias Sammer sah sich aber veranlasst, eine öffentliche Schelte bezüglich der langweiligen aber souveränen Siege auszupacken. Man kann darüber geteilter Meinung sein, ob der Zeitpunkt richtig war und ob es überhaupt auf diese Art und Weise geschehen muss. Aber wenn ein Vorstandsmitglied so etwas unternimmt, dann wäre es nur klug, wenn sich der Rest zurückhält und den Kollegen intern darauf hinweist, dass man dies in Zukunft anders handhaben muss. Beim FC Bayern klappt das natürlich nicht. Erst packt Uli Hoeneß eine öffentliche Kritik an Sammer aus, dann legt auch noch Kalle Rummenigge nach und stößt Sammer ebenfalls vor dem Kopf. Keiner von beiden kommt auf die Idee, dass man dadurch ebenfalls öffentliche Kritik an ein Mitglied des Vereins übt und dadurch den gleichen Fehler erneut begeht. Manchmal kann man sich nur noch wundern. Sammer, Hoeneß und Rummenigge haben so unglaublich viel Erfahrung in diesem Geschäft und tappen trotzdem in diese Fallen. Seit den Zeiten von van Gaal, muss man bei Hoeneß auch Angst haben, dass er dies sehr bewusst macht, um den „Gegenspieler“ zu deformieren. Der steile Abstieg von van Gaal begann mit der Sendung „Sky 90“, in der Hoeneß ordentlich vom Leder ließ. Sicherlich ist der Vergleich etwas übertrieben, aber ich will damit sagen, dass Hoeneß doch bewusst sein muss, was man damit lostreten kann.

Müller war bereits gestern von dem Thema genervt und Guardiola versuchte das Thema ins Lächerliche zu ziehen: „Ich spreche jeden Tag mit Matthias. Über die Pasta, über Fisch.“

Wenn wir eine ähnlich erfolgreiche Saison wie die Letzte spielen wollen, müssen wir solche Kleinkriegsschauplätze vermeiden. Mit einer Sache hat Uli definitiv Recht: „In Dortmund lachen die sich doch kaputt!“. Richtig Uli, arbeite mal daran!


2 Responses to “Schon so alt und doch nicht weise”

  • Peter Says:

    Es wird leider immer klarer, dass sich bei den Bayern die Chefs nur öffentlich beschweren und äußern können und sei es nur, dass sie sich über andere aufregen, die sich öffentlich beschweren und äußern.

    Aber nur so kann man sich halt profilieren.

  • Texas Says:

    Amen! Darüber wundere ich mich schon seit Jahren. So ein toller Verein, so viele Verdienste von den versammelten Herren aber so wenig Fingerspitzengefühl.

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