Feb 7 2013

Turbulente Woche ohne Ereignisse

Wir haben auch das Spiel gegen Mainz souverän gemeistert und Müller konnte gestern mit einem Tor zum Sieg gegen Frankreich glänzen. Das sind eigentlich die einzigen wichtigen Fakten der vergangenen Tage rund um den FCB. „Überschattet“ wurde diese Woche allerdings von der Meldung, dass Robert Lewandowski zum FC Bayern wechseln wird. Dabei war es keineswegs eine Meldung, sondern viel mehr ein Gerücht.

Wer möchte, kann sich den Twitter-Ablauf auf miasanrot.de zu Gemüte führen. Als Höhepunkt dieses medialen Irrsinns wurde der Kollege breitnigge.de in die Sendung Bundesliga Aktuell auf Sport1 telefonisch hinzugeschaltet. Was zeigt uns dieses leicht verworrene Ereignis? Wenn man durch ein Missverständnis einmal in die mediale Spirale gezogen wird, springt so ziemlich jede Redaktion darauf an. Sicherlich ein Glücksfall für einen Blogger und kein gutes Zeugnis für unsere Medienwelt. Am Ende wusste man nicht mehr worum es hier geht. Um den Lewandowski-Wechsel oder um einen falsch verstandenen Tweet?

Also halten wir fest: Es gibt keine Bestätigung für einen Wechsel des Stürmers zum FCB. Rummenigge gab am Ende des Tage zum Besten, dass dieses Gerücht durch einen spanischen Blog in die Welt gesetzt wurde und es sich dabei um eine Küchenschabe handelt. Oder so ähnlich.

Einen kleinen Aufreger gab es ja doch noch am letzten Samstag. Eigentlich wollte ich mich dazu nicht äußern, aber es muss doch irgendwie raus. Arjen Robben hat es nun doch geschafft die Gerüchte des Boulevards zu untermauern. Sein schnelles Verschwinden in die Kabine nach Abpfiff war absolut unangemessen. Alle Verantwortlichen des FCB bemühen sich sehr die Angelegenheit runterzuspielen. Ganz nach dem Motto, man kann es ja verstehen…jeder Fußballer möchte spielen…und schlimm wäre es ja, wenn es anders wäre…usw. Was machen wir eigentlich, wenn sich demnächst Tymo, Pizarro & Co. ähnlich verhalten? Wird es dann auch runtergespielt und wird es auch nicht für Unruhe sorgen? Ich habe Robben immer verteidigt und bin auch weiterhin der Meinung, dass man ihn noch brauchen wird, aber so langsam sinkt sein Stern bei mir. Ich kann so ein egoistisches Verhalten nicht mehr nachvollziehen. Ihm muss klar sein, dass er nicht den Hauch eines Anspruchs stellen kann. Wir sind auf Rekordjagd und zwar fast komplett ohne sein Einwirken. Das sollte man ihm endlich mal sagen.


Jan 16 2013

Ein neuer FC Bayern wächst heran

Mit dem neuen Trainer Pep Guardiola ist mal wieder eine Sensationsnachricht aus dem Hause FC Bayern entsprungen. Und langsam bekomme ich das Gefühl, als hätte eine Art Umdenken bei den Bayern stattgefunden.

Mit dem neuen Sportvorstand Matthias Sammer, dem Wechsel von Martínez und dem neuen Trainer Guardiola, sorgte der FC Bayern für reichlich Spektakel in den letzten Monaten. Jedem Bayern-Fan ging fast immer dabei das Herz auf. Anscheinend findet nicht nur ein Generationswechsel – Sammer ist 45 und Guardiola 41 Jahre alt – sondern auch ein Stilwechsel statt. Das Festgeldkonto wird nicht mehr ausschließlich im Sparmodus geführt, es wird das Geld auch in die Hand genommen und rausgehauen. Das hat mit Ribéry und Robben angefangen und scheint sich zu etablieren. Ich begrüße das sehr, solange man keine Risiken eingeht und das Konto leerräumt. Anscheinend wird Guardiola über Sponsorengelder bezahlt, wenn man den ersten Meldungen dazu Glauben schenken darf. Dazu wird man sicherlich – in einem gewissen Rahmen – in den nächsten Tagen mehr erfahren.

Jetzt muss aber unbedingt erwähnt werden, dass Jupp Heynckes nach dieser Saison abtritt und großartiges geleistet hat. Wenn am Ende auch noch die Meisterschaft dabei rauskommt, wird es ein verdienter und großartiger Abschied werden. Es wäre fantastisch, wenn er seine Aussage aus den 80ern noch wahrmachen könnte und den Europapokal zum Abschied nach München holt. Aber wollen wir mal nicht nach den Sternen greifen, sonst muss der gute Pep noch in zu große Fußstapfen treten.

Die große Frage die sich nun aber ab Sommer stellen wird, lautet, kann Guardiola auch ohne Messi, Iniesta & Co. Erfolg haben? Zu nationalen Titeln kann es sicherlich mit dieser Mannschaft reichen, aber Guardiola wird sicherlich hauptsächlich für die Champions League geholt worden sein. Wie weit hat Guardiola das System Barcelona mitgeprägt? Solange er es einigermaßen in München spiegeln kann, soll mir egal sein, ob er der Erfinder oder nur der Kopierer des Erfolgsmodells ist. Außerdem würde mich interessieren, ob man ihm auch neue Stars zugesagt hat und auch dass ein Grund für seine Zusage ist. Auf Geld hat er sicherlich verzichtet, da er bei ölgesteuerten Klubs in England mehr verdient hätte. Wobei aber natürlich für die Bayern spricht schuldenfrei und unabhängig zu sein. Ich kann mir gut vorstellen, dass Guardiola auch solche Dinge wichtig sind.

Sein Berater hat verlauten lassen, dass Pep seit Monaten bereits Deutsch lernt und der Vertrag schon am 20.12.12 unterschrieben wurde. Respekt, dass dieser großartige Transfer solange geheim gehalten werden konnte, auch wenn das Gerücht immer etwas im Raum stand. Merkwürdig finde ich nur, dass man es jetzt so darstellt, dass man darauf gewartet hat, dass Jupp Heynckes abdankt um dann zu verkünden, dass man Guardiola in der Hinterhand hat. Zumindest habe ich es momentan so verstanden.

Ich freue mich total, dass der FC Bayern mit dieser Verpflichtung unterstrichen hat, wie groß wir inzwischen wirklich sind. Diese Nachricht findet weltweit enorme Beachtung. Europa, wir kommen und wir bleiben dauerhaft!


Dez 19 2012

2012 ist jetzt rund…mit ein paar Kerben

Dieses Jahr ist eigentlich fantastisch gelaufen. Saisonübergreifend gab es nur wenige Niederlagen, allerdings waren die sehr schmerzhaft. Wir können das Jahr beruhigt abschließen und auf ein noch besseres neues Jahr hoffen. Das können nicht viele Vereine behaupten. Frag z.B. mal die Schalker…

Gestern wurde sogar in Unterzahl der FC Augsburg souverän geschlagen. Auch wenn es ein paar gute Chancen für den FCA in der ersten Halbzeit gegeben hat, so kann man nicht wirklich davon sprechen, dass wir ernsthaft am Rande einer Niederlage waren. So ähnlich äußerte sich Trainer Weinzierl. Irgendwie war es aber auch ein Versprecher, den er schon beim Aussprechen versuchte zu korrigieren. Was aber wirklich schmerzt, ist die Rote Karte für Ribéry. Wenn wir viel Pech haben, wird der Franzose für mehr als 2 Spieler gesperrt und ist somit bei einem möglichen Finale nicht dabei. Aber zum Finale fehlen uns noch 2 Siege, der nächste Gegner wird heute ermittelt. Also warten wir mal, wie weit wir überhaupt kommen werden.

Für mich absolut peinlich ist die Reaktion von Karl-Heinz Rummenigge. Er spricht von einer Fehlentscheidung und vergleicht mit Schmelzer, der ja bekanntlich nach einer Fehlentscheidung freigesprochen und nicht gesperrt wurde. Jetzt haben wir genau das Problem, dass vielfach angesprochen wurde. Bei fraglichen Szenen wird nun eine Revidierung der Schiedsrichterentscheidung gefordert. Dass es mal so kommen würde, wusste jeder, aber dass ausgerechnet der FC Bayern den Anfang macht, hat mich enttäuscht. Ich habe mir persönlich seit den letzten Vorkommnissen geschworen, dass ich keine Entscheidungen des Schiedsrichters mehr hier im Blog in Frage stellen werden. Ich werde es einfach als Gegeben hinnehmen. Wenn wir das alle so handhaben würden, wäre die Situation auf Dauer um ein vielfaches angenehmer. Da bin ich mir sehr sicher. Ich wünschte, der FC Bayern würde ähnlich denken. Ob der Ball nun an den Pfosten geht, oder der Schiedsrichter das 30cm-Abseits nicht erkennt, spielt doch eigentlich keine Rolle. Wenn man davon ausgeht, dass kein Schiedsrichter absichtlich gegen den eigenen Verein pfeift, kann man solche Dinge leichter verarbeiten. Warum kann man eigentlich keine Regel ausarbeiten, die es verbietet, dass man mit der gesamten Mannschaft auf den Schiedsrichter einreden darf? Ich würde es gänzliche verbieten, oder festlegen, dass ausschließlich der Spielführer nach einer Entscheidung mit dem Schiedsrichter reden darf. Keine Rudelbildung, kein Theater, weniger Emotionen auf den Rängen. Wie gesagt, ich halte ab sofort zu Entscheidungen des Schiedsrichters meinen Mund bzw. meine Finger.

Gespannt schauen wir nun noch zu den Auslosungen im DFB-Pokal und in der Champions League, bevor es in die Winterpause geht. Ein kleines vorweihnachtliches Geschenk gab es heute schon. Thomas Müller hat seinen Vertrag vorzeitig bis 2017 verlängert. Perfekt. Ein Typ wie Müller ist unbezahlbar. Fußballerisch und Charakterlich. Was ich soeben gelesen habe, konnte ich kaum glauben. Müller hat seit der Saison 2009/2010 nur ein Bundesligaspiel verpasst. Ist das zu fassen?

Ich gehe mal davon aus, dass ich dieses Jahr nicht mehr bloggen werde und wünsche allen ein ruhiges Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr!! 2013 wird es hier wieder regelmäßiger weitergehen und der FC Bayern wird zu mindestens einem Titel gebloggt.


Nov 28 2012

Interview auf 90elf

Ist zwar nicht mehr ganz aktuell, aber wer sich trotzdem noch meine Meinung zum FC Bayern vor dem Champions League Spiel gegen Lille anhören möchte, bitte schön:

Interview 90elf

Außerdem ist es ja auch eher eine allgemeine Meinung zum FCB. Geht also weniger um Lille. Viel Spaß.


Nov 21 2012

Tief durchatmen. Alles ist gut.

Da haben wir doch alle schon den Herbst 2012 als gülden erklärt und dann dieser Schock. Wir spielen nur 1:1 gegen Nürnberg und ebenfalls 1:1 gegen Valencia. Und dabei waren wir jeweils in der Überzahl. Wie schlecht können wir eigentlich noch werden? In der Bundesliga abgeschlagen auf Platz 1 und in der Champions League nur punktgleich mit Valencia an der Tabellenspitze. So ein verdammter Mist. Barcelona, diese verrückten Katalanen, die haben schon wieder 12 Punkte eingeheimst und wir nur 10. Was dieser Verein braucht, ist ein Erfolgserlebnis. Der Knoten muss endlich platzen.

Ich kapiere einfach nicht, warum dieser Mannschaft nicht dauerhaft diesen so herbeigesehnten Spitzenfußball zeigen kann. Sie haben doch jetzt gerade mal 19 Pflichtspiele (ohne Länderspiele) in ca. 12 Wochen geleistet. Die verdienen doch Millionen. Wenn man Millionen verdient, dann ist man doch nicht mehr anfällig für menschliche Dinge wie Erschöpfung oder Motivationslosigkeit. Außerdem haben die doch hauptsächlich gegen Mannschaften gespielt, die weniger gute Spieler in ihren Reihen haben. Wo ist also das Problem? Ist doch klar, dass ein Mann wie Martínez 40-mal besser spielen muss, als ein Spieler der nur 1 Million gekostet hat.

Es sollte doch auch kein Problem sein, eine Serie von 8 Siegen in Folge erneut zu toppen. Wenn man 8-mal in Folge gewinnen kann, dann kann man auch 852-mal in Folge gewinnen. Wenn beim Roulette 12-mal Schwarz kommt, kann schließlich noch mal Schwarz kommen. Oder so ähnlich.

Was man in den letzten Tagen wieder für Kommentare hört und liest, ist wirklich nicht mehr feierlich. Entweder sitzt der Stachel – und damit die Angst – von letzter Saison noch so tief, oder einige Bayern-Fans brauchen mal eine kleine Abkühlung. Wehret den Anfängen! Schon klar, ich habe verstanden. Aber trotzdem sollte man doch mal vernünftig bleiben und anerkennen, dass es sich um Menschen in roten Trikots handelt, die es zumeist gegen verdammt tiefstehende Mannschaften zu tun bekommen. Ja, auch das weiß ich, dagegen sollten wir nach letzter Saison ein Mittel gefunden haben. Aber stellt euch vor, die anderen Mannschaften wie z.B. Nürnberg und Valencia haben auch Menschen im Kader, die eine gewisse Wehrhaltung bei Spielen gegen uns annehmen. Ja, auch Nürnberg und Valencia spielen mit aggressiven Menschen die nicht gerne verlieren. Wahnsinn, oder?

Jetzt beruhigt euch und lehnt euch zurück. Samstag bekommt ihr wieder eure Torparade. Ich bin mir sicher.


Nov 12 2012

Ein bisschen Zirkus sind wir tatsächlich

Das muss ja nichts negatives sein. Man stelle sich vor, wir wären so mausgrau wie mindestens 10 andere Vereine in der Bundesliga. Das wäre wirklich schlimm.

Aber so ist es halt beim FC Bayern, wenn der Erfolg stimmt, dann wird eben ein anderes Fass aufgemacht. Das kann extern, aber auch gerne mal intern passieren. Aber vor allem passiert es gerne vor einer Jahreshauptsversammlung. In den vergangenen Tagen können wir halt mit beiden Positionen vorlieb nehmen. Neben den souveränen Siegen gegen „freche Frankfurter“ (Frech, weil die Eintracht ein Tor erzielen wollte. Und so etwas bei einem Fußballspiel – eine echte Frechheit!) und der Trümmertruppe (Frech von mir, aber leider die Wahrheit) aus Lille, wurde noch über leere Kurven und große Schnauzen gesprochen.

Es herrscht leider mal wieder eine Auseinandersetzung zwischen den Ultras und der Vereinsführung des FCB. Das Thema wurde bereits mehrfach auseinanderklamüsert und ich werde darum nur auf diverse Links zum Thema hinweisen. Allem voran der offene Brief des Club Nr. 12 an Uli Hoeness. Ich selber kann zum tatsächlichen Geschehen nichts beitragen, weil ich einfach viel zu weit weg und zu selten im Stadion bin. Mal ganz abgesehen davon, dass ich in der Allianz Arena noch gar nicht in der Südkurve gestanden habe. Aber ich möchte trotzdem ganz oberflächlich meinen Senf dazugeben. Ich muss leider zugeben, dass ich mir vor Eröffnung der Allianz Arena viel mehr erhofft habe. Gerade im Bezug auf die Fankurven in dieser wirklich wunderschönen Arena. Aber ein schöner Teller, macht noch kein leckeres Menü. Die Kurve im Olympiastadion war imposanter, das ist Fakt. Erst jetzt, durch den Brief vom Club Nr. 12, habe ich erfahren, dass wir die zweitwenigsten Stehplätze in der Bundesliga zur Verfügung haben. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Warum ist das so? Geht es da um die Kapazität, die sonst für Verkehr und Sicherheitsbedenken zu groß wäre, oder will man schlichtweg mehr Kohle kassieren, da Sitzplätze wesentlich mehr Geld in die Kassen spülen? Es wäre doch sicherlich problemlos möglich, den ganzen Unterrang in der Südkurve auf Stehplätze umzustellen. Oder wahlweise die Mittelblöcke des Mittelrangs?

Nur ein einziges Mal habe ich die Arena so gesehen, wie ich sie mir vor Eröffnung vorgestellt habe. Beim „Finale dahoam“ traute ich meinen Augen nicht. Die Kurve sah einfach geschlossener und so imposant wie zu Zeiten des alten Olys aus. Bei diesem Spiel gab es keine Zäune zwischen den Blöcken, aber bekannterweise auch nur Sitzplätze. Was wiederum auch bedeutet, dass es nicht unbedingt mit den Stehplätzen zusammenhängt, wenn man eine schöne und lautstarke Kurve haben möchte. Möglicherweise lag es aber auch einfach daran, dass alle anwesenden Zuschauer den FCB mit Haut und Haaren lieben und ihre Karten trotz möglichen hohen Gewinnen nicht verkauft haben. Möglicherweise kann man sich aber trotzdem dieses Spiel, gekoppelt mit mehr Stehplätzen, als Beispiel nehmen, um für ein besseres Kurvenbild zu sorgen.

Ich befürchte aber auch, dass das alles nicht so einfach ist und der FCB bewusst auf solche Vorschläge nicht eingeht. Warum sollte den Verantwortlich daran gelegen sein das Problem nicht zu lösen, wenn es sich so einfach klären ließe?

Das externe Fass hat ein ehemaliger DFB-Präsident aufgemacht, der Auszüge seines Buches über ein Boulevard-Blatt veröffentlich hat und dabei so viele interne Angelegenheiten ausplauderte, dass es geradezu unwürdig für einen ehemaligen Präsidenten des größten Sportbundes der Welt ist. Es ist mir ein Rätsel, wie der ältere Herr über Jahre hinweg so einen Gutmenschen glaubhaft Schauspielen konnte. Respekt, das war mal ne Leistung. Übrigens habe ich heute gehört, dass alle spannenden Geschichten schon in der Tageszeitung abgedruckt wurden. Einen Kauf kann man sich dann wohl sparen. Aber jeder wie er mag.


Okt 25 2012

Wenn Stärke plötzlich Schwäche werden soll

Was macht man, wenn man eigentlich zurzeit am FC Bayern nicht rummäkeln kann? Man macht es einfach trotzdem und zwar auf einem äußerst schwachen Niveau. Wir haben einen neuen Startrekord in der Bundesliga hingelegt und spielen äußerst dominant und ideenreich. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wobei die Ausnahme dann wohl in der Champions League stattfindet. Zu nennen sind dabei die Spiele gegen Lille und an erster Stelle gegen Borisov.

Gegen Lille wurde aber trotzdem kämpferisch mit 1:0 gewonnen, so dass nur noch Borisov als Kritikpunkt dienen kann. Diese eine Niederlage reichte aber nicht aus, um genügend Stimmung gegen den FC Bayern zu machen. Dazu muss man wissen, dass es dem Blätterwald und den Medien im Allgemeinen zu ruhig ist, wenn der FCB souverän an der Tabellenspitze thront. Schlagzeilen Anti-FC Bayern verkaufen sich halt deutlich besser. So versuchte man es zunächst mit einer komplett übertriebenen Geschichte um Matthias Sammer und Jupp Heynckes. Diese Nummer wurde einigermaßen lässig überstanden. Mehr, als die Geschichte mit Worten zu widerlegen, konnte man in München nicht tun. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei. Wahrscheinlich aber nur bis zu nächsten Niederlage, bei der sich Heynckes und Sammer nicht alle 5 Minuten während des Spiels anlächeln.

Die nächste schräge Nummer „musste“ ich mir beim Doppelpass anhören. Der Begriff, dass sich der FC Bayern nur selber schlagen kann, bekam dabei für mich eine neue Bedeutung. So wurde dort von einem Protagonisten behauptet, dass der FCB noch seine Schwierigkeiten bekommen wird. Gespannt wie ein Flitzebogen, verfolgte ich die Mundformungen des Insiders und konnte es anschließend nicht glauben, was dabei für ein Käse ausgesprochen wurde. „Wenn Gómez, Alaba und Robben wieder an Bord sind, werden die Bayern ihre Schwierigkeiten bekommen. Und Martínez wird es sich auch nicht mehr lange gefallen lassen, nur von der Bank zu kommen.“ Bam! Das hat gesessen. Überall auf der Welt würde man behaupten, dass diese geballte Fußball-Power eine Mannschaft noch verstärken würde. Anscheinend nicht in München. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass die Verletzungen der genannten Spieler den FC Bayern München verstärkt haben. Verrückte Welt. Und wer noch nicht kapiert hat, dass Martínez bis zur Winterpause durchgeschleppt wird, weil er seit über ein Jahr keine Pause hatte, dem ist nicht mehr zu helfen.

Sicherlich kann man aus Abgängen oder Verletzungen von starken Spielern auch immer einen gewissen positiven Effekt ziehen. Das ist auch in München schon oft genug vorgekommen. Die Mannschaft rückt enger zusammen und andere Spieler können plötzlich stärker und befreiter aufspielen, aber trotzdem darf ich diese These in den Raum der Spinnerei abstellen. Wenn ich den Herrn richtig verstanden habe, geht der davon aus, dass diese Spieler ärger machen, wenn sie nicht zum Zuge kommen und dadurch sich der FC Bayern selber schlägt. Sozusagen.

Jetzt mache ich mir doch tatsächlich Sorgen, dass die Bayern auch nächste Saison starke Spieler verpflichten. Der Abstieg wäre dann vielleicht unvermeidbar.


Okt 1 2012

40 Millionen für 3 Spieler

Die Chefetage des FC Bayern hat mal wieder alles richtig gemacht. Die 40 Millionen für Javi Martínez wurden letztendlich für 3 Spieler ausgegeben. Wir erleben Bastian Schweinsteiger und auch Luiz Gustavo in blendender Verfassung. Womöglich angetrieben durch den Mann aus Bilbao.

Durch die vielen Verletzungen von Schweinsteiger und den zu kurzen Ruhephasen, hat es bis zur neuen Saison gedauert, bis er wieder so fit wurde wie er jetzt ist. Gustavo ist als Balleroberer bekannt, dass er aber auch offensiv Akzente setzen kann, war bisher weniger bekannt. Zu oft hat man in den letzten beiden Jahren darauf gewartet, dass er auch in Richtung gegnerisches Tor gut aussehen kann. Jetzt stehen schon 2 Tore für Gustavo und 3 Tore für Schweinsteiger auf dem Zettel der neuen Saison.

Man kann jetzt vermuten, dass wenigstens Gustavo durch die Verpflichtung von Martínez derart angetrieben wird, dass er momentan eigentlich kaum aus der Mannschaft wegzudenken ist. Was wiederum bedeuten würde, dass er zuvor nicht motiviert genug war um die aktuellen Leistungen erbringen zu können. So etwas ist kaum vorstellbar, zumindest auf dem ersten Blick. Ich kann mir aber vorstellen, dass im Unterbewusstsein eines Spielers ein nicht zu steuernder Film abläuft. Gustavo wird nicht daran vorbeigekommen sein, über seinen Vertrag nachzudenken. Einen 40 Millionen-Mann setzt man nicht dauerhaft auf die Bank und Schweinsteiger ist eine Institution. So wird es dem Brasilianer durch den Kopf gegangen sein. Das Ergebnis können wir zurzeit auf dem Platz bewundern. Die 40 Millionen machen sich im Augenblick absolut bezahlt.

Matthias Sammer hat sich analytisch zum Spiel gegen Bremen geäußert. Nicht mehr und nicht weniger. Dass dabei rausgekommen ist, dass man phasenweise nicht gut genug gespielt hat, ist nur folgerichtig und hat nichts mit Meckerei zu tun. Bremen war zwar zu keinem Zeitpunkt richtig gefährlich oder gar besser, aber zwischendurch haben wir unsere Überlegenheit nicht durch Torchancen zeigen können. Erinnerungen an längst vergessene schlechtere Zeiten wurden wach. Allerdings muss man auch sagen, dass ab der 70. Minute der Druck immer größer wurde und das Tor durch Gustavo keine Minute zu spät kam. Das Spiel wurde auch in der Höhe absolut verdient gewonnen.

Für das Spiel gegen Borisov erwarte ich mal wieder Shaqiri in der Startelf. Gegen Bremen hat der Schweizer neue Energie in unser Spiel gebracht. Seine so herrlich gefährlichen Schüsse aus der zweiten Reihe sind eine wahre Wonne. Durch den Ausfall von Robben wäre auch wieder Platz im Team. Also bitte, Herr Heynckes.