Nov 22 2013

Pflichtbeitrag

Dortmund – Bayern steht am Samstag an und alle drehen durch. Der Medienhype um den deutschen „Clasico“ (hust) geht an meine Grenzen. Trotzdem ist es natürlich auch für mich verpflichtend, mich dazu zu äußern. Ich durfte mich bereits gestern auf sport1.fm äußern. Wer es gerne hören möchte, der kann hier klicken. Kurz zur Erklärung: Leider sprechen der Moderator und ich von 2 verschiedenen Spielen Bochum – Bayern im Jahr 1987. Ich meinte das Spiel im April und der Moderator spricht von Oktober. Ich war so durcheinander, als meine Antwort zum Trainer Lattek falsch war, dass ich es nicht kapiert habe. Ärgerlich!

Da haben wir ja nochmal Glück gehabt, dass sich auch Ribéry verletzt hat. Sonst wäre die Mitleidswelle aufgrund der fehlenden Abwehr für den BVB noch größer geworden. Die Verletzungen von Schweinsteiger, Pizarro, Shaqiri und Badstuber sind es nicht mehr Wert erwähnt zu werden. Vielleicht kann man aber auch daran erkennen, dass man von der Ersatzbank der Dortmunder weniger hält, als von der des FC Bayern. Und das ist auch absolut zutreffend, wenn wir ehrlich sind. Es findet also am Samstag kein Spiel auf Augenhöhe statt und wir können nur als Verlierer aus der Partie gehen. Immerhin entsteht vielleicht somit etwas Druck, den wir eigentlich gar nicht haben müssen. Wir führen die Tabelle auch bei einer Niederlage weiterhin an und der BVB hat bis zur Winterpause das schwierigere Restprogramm. Ich würde also keinen Dortmunder empfehlen auf eine Herbstmeisterschaft des BVB zu wetten. Und außerdem: Wir sind Champions League-Sieger! Wir empfinden keinen Druck mehr!

Jürgen Klopp hat bereits die Fans aufgefordert ordentlich Gas zu geben. Jede Situation soll wie ein Tor gefeiert werden. Schon merkwürdig, dass solche Töne bereits in der Hinrunde angeschlagen werden. Anscheinend geht es hier tatsächlich um eine Vorentscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft. Da scheint jemand Bedenken zu haben, dass ihm die Felle bereits jetzt schon davonschwimmen. Hätte ich beim Klopp gar nicht so erwartet. Möglicherweise will er auch Guardiola nur nochmal beweisen, was für eine geile Frittenfettstimmung in Dortmund herrscht. Darauf kann es nur eine Antwort geben: Tore von Arjen Robben! Und bitte wieder so, dass der Ball in gefühlter Zeitlupe über die Linie rollt. Mach´s noch einmal, Arjen!


Aug 12 2013

Pep muss aus dem Kopf raus

1. Bundesliga-Spieltag Saison 2013/2014
FC Bayern München – Borussia Mönchengladbach 3:1

Ich habe mich dabei erwischt, dass ich am Freitag nach etwas anderem, etwas besseren gesucht habe. Ich habe auf irgendeine spektakuläre Veränderung gehofft, die nur einem genialen Kopf wie Guardiola einfallen kann. Offensichtlich gab es diese Veränderung nicht. Zumindest nicht für den allgemeinen Zuschauer.

Und was habe ich bei der Sucherei fast komplett übersehen? Einen recht souveränen 3:1 Erfolg über einen vermeintlichen Angstgegner der letzten Jahre. Auch wenn es erst das erste Spiel war, können wir wahrscheinlich davon ausgehen, dass Guardiola nicht so viel ändern wird, wie teilweise vermutet wurde. Allerdings hat er dies auch immer betont, aber hören wollte man es nicht. Zumindest nicht in den Medien. Warum sollte man auch einen Triple-Sieger auf den Kopf stellen? Möglicherweise ist gerade diese Erkenntnis, der spitzwindige Schachzug, den man sich von Pep erhofft hat.

Sorgen müssen wir uns momentan nur um die Defensive machen. Ein Gegentor und einige gute Chancen für die Gladbacher, zeigen kein gutes Bild der Abwehr. Und wir alle wissen, dass die Abwehr die Titel gewinnt. Ich fühle mich im Augenblick noch so wie in der Vorbereitung. Ich weiß noch nicht so recht, wie es um die Mannschaft tatsächlich steht. Darum brenne ich auch gerade darauf, die nächsten Spiele zu sehen. Leider geht es erst Samstag weiter. Immerhin hat Götze bei einem Freundschaftsspiel in Ungarn endlich gespielt und auch doppelt getroffen. Aber auch dort hat man ein Gegentor kassiert.

Den Wert der angekommenden Pässe konnte man von 87% auf 94% erhöhen. Wobei ich nicht weiß, ob die 87% ein Spitzen- oder Durchschnittswert waren. Ob man das jetzt auch schon auf Pep schieben kann, möchte ich nicht beurteilen. Ich habe für mich beschlossen, nach irgendwelchen Änderungen oder Auffälligkeiten zu suchen und einfach ab jetzt die neue Saison zu genießen. Man erhofft sich ja immer von Neuzugängen, dass sie Einschlagen wie eine Bombe und wird dann im Laufe der Saison etwas ruhiger, wenn man merkt, dass der Neue auch nur ein Mensch ist und die gute Leistung eher unterschwellig zu beobachten ist. Dass man ein Triple nicht einfach wiederholen kann, sollte man sich auch schnell bewusst machen. Wenn man sich damit erst mal abgefunden hat, lebt sich die neue Saison auch etwas entspannter.

Was gerade nicht entspannt ist, ist die Situation in unserer Südkurve. Viele haben die Südkurve am Samstag zu Grabe getragen. Dazu wird es aber einen extra Beitrag geben. Schade, dass man sich mit sowas überhaupt befassen muss.


Jan 27 2013

Kreativer Alltag

Waren wir denn heute überhaupt kreativ? Man kann darüber geteilter Meinung sein, aber wir sind uns sicherlich einig, dass wir unfassbar souverän durch diese Saison marschieren. Das aktuelle rote Trikot werde ich wohl die nächsten Jahrzehnte nicht mehr wechseln, außer der Pep führt tatsächlich das Barca-System ein und wir trumpfen noch stärker auf.

Man könnte der Meinung sein, dass das Spiel gegen den VfB eher langweilig war. Kaum Torszenen, wenig spektakuläres auf dem Platz. Letztendlich leitet ein katastrophaler Fehlpass der Stuttgarter den Sieg des FC Bayern ein. Das 2:0 war ein richtiger Müller. Eigentlich keine richtig gute Chance, aber Müller bekommt seine Gummiknochen zum Ball und der landet unhaltbar im Netz. An eine Torgelegenheit der Schwaben kann ich mich gerade nicht erinnern, was nicht heißen soll, dass es keine gegeben hat. Mindestens einmal werden sie bestimmt mal gefährlich gewesen sein. Glaube ich…

Vielleicht bin ich ja etwas zu ahnungslos, was die taktischen Marschrouten unserer Gegner angeht, aber ich kann dieses Verhalten teilweise nicht mehr nachvollziehen. Es gibt keine Veränderung beim Gastgeber, obwohl man 1:0 und 2:0 zurückliegt. Uns kann es ja recht sein, aber verstehen kann ich es nicht mehr. Vielleicht sind wir aber einfach auch so stark, dass der Gegner gar keine Mittel hat. Wie dem auch sei, sollen sie uns doch weiter zugucken, wie wir uns den Ball hin und her schieben und die Führung runterspielen.

Was die Bayern in den letzten Wochen gut gelöst haben, ist die Situation um Pep Guardiola. Es gab keine spektakuläre Vorstellung und außer ein paar kurzen Interviews wurde das Thema ganz souverän behandelt. Damit ist wieder Ruhe eingekehrt und man kann sich tatsächlich auf die Rückrunde konzentrieren. Zwischendurch hatte ich Sorge, dass uns der Geist von Pep bis auf dem Platz verfolgen wird. Alle Protagonisten, ob Spieler oder Verantwortliche, haben mit einer Stimme gesprochen und deutlich gemacht, dass momentan nur Jupp Heynckes und die kommenden Titel zählen. Nicht ganz so gut hat mir gefallen, dass man zwischendurch den chronologischen Ablauf der Verpflichtung durcheinander gewirbelt hat. Mal hat man gewartet wie Heynckes sich entscheidet, dann wiederum stand die Verpflichtung von Guardiola schon vorher fest. Wie heute schon bei Sky kommentiert wurde, wird man die Wahrheit wahrscheinlich erst erfahren, wenn Heynckes, Hoeneß oder Nerlinger ihre Memoiren schreiben.

Wenn die Transfergerüchte rund um den FCB schon vorher hanebüchen waren, so wird es durch den Namen Guardiola noch eine weitere Steigerung geben. Schon jetzt wird gemunkelt, wer sich alles ungefragt beim FC Bayern anbietet, nur um unter Pep zu trainieren. Das wird eine lustige Transferphase in der Sommerpause.

Wir können wohl so entspannt wie noch nie in die nächsten Wochen gehen. Zum einen gibt es bis zum 19.02.13 keine Spiele innerhalb der Woche und zum anderen haben wir einen unglaublichen Vorsprung von 11 Punkten gegenüber dem Zweitplatzierten. Es folgen 3 Spiele zu unterschiedlichen Zeiten. Gegen Mainz am Samstag um 15.30 Uhr, danach gegen Schalke am Samstagabend um 18.30 Uhr und darauf die Woche gegen Wolfsburg am Freitagabend um 20.30 Uhr. Viel Erfolg beim Planen der Wochenenden.


Dez 11 2012

Der Weihnachtsmann isst gerne Möhren

“Der Weihnachtsmann war noch nie der Osterhase!” Als uns Uli Hoeneß diesen legendären Spruch bescherte, hätte man nicht für möglich gehalten, dass wir mal vom Gegenteil überzeugt werden. Nun haben wir bald Weihnachten und der FC Bayern hat gewaltige 11 Punkte Vorsprung vor Leverkusen und 14 Punkte vor Dortmund. Nicht nur die Punkte sprechen für eine sichere Meisterschaft, auch die konstante Leistung der Bayern und die unkonstanten Leistungen der restlichen Spitzengruppe. Ein “Bayernjäger” ist nicht in Sicht.

Die Spiele gegen Dortmund, Borisov und Augsburg wurden ohne Verlust überstanden. Das Unentschieden gegen den BVB tat uns nicht weh, der Borussia schon. Spätestens jetzt, nach der Niederlage gegen Wolfsburg, ist auch das Unentschieden gegen uns eine gefühlte Niederlage. Peinlich ist mir schon ein wenig, dass ich die Schalker zum Mitfavoriten gemacht habe. Ich konnte ja nicht ahnen, dass sie nach meiner Aussage auf 90elf.de kein Spiel mehr gewinnen werden. Was noch etwas schmerzt, ist der Verlust von Holger Badstuber für die nächsten 6 Monate. Ich hoffe, dass er wenigstens noch in dieser Saison zum Einsatz kommt und am Ende der Saison als Teil der aktiven Mannschaft die Schale in den Himmel reckt.

Vielleicht wird auch erst jetzt vielen Leuten klar, was der FC Bayern München seit Jahren leistet. Wir sind nicht nur in einem Wettbewerb gut, nein, wir sind fast ständig in 3 Wettbewerben sehr gut vertreten. Worauf ich anspiele kann man sich denken. Wobei aber Platz 2 oder 3 auch nicht wirklich schlecht ist. Die schon so oft angekündigte Wachablösung muss allerdings erneut verschoben werden. Mir ist allerdings klar, dass diese Begriffe eher von den Medien und nicht von der Borussia geschürt worden sind.

Abschließend möchte ich noch was allgemeines in Sachen Schiedsrichterzunft äußern. In einer Amateurliga in den Niederlanden wird ein Vater so veprügelt, dass er an seinen Verletzungen stirbt und in Deutschland wird eine Medienhetze der besonderen Sorte veranstaltet. Und viele machen mit. Fußball-Fachmagazine sind genauso dabei wie die Homepage von Borussia Dortmund, die kurzzeitig einen unwürdigen Artikel online gestellt hat. Die Geschichte um Rafati scheint vergessen. Mir geht es nicht darum, dass der FC Bayern indirekt bevorteilt wurde. Die Bayern haben auch oft genug verbal auf Schiedsrichter eingeprügelt. Allerdings fand es zu Zeiten mit weniger Gewalt und weniger Druck statt, zumindest gefühlt. Die Schiedsrichter in den unteren Ligen treten immer häufiger von ihren Ämtern zurück und irgendwann ist das Gejammer groß, wenn der Regelbetrieb in Gefahr gerät oder immer mehr Laien an die Pfeife müssen, die den Job keineswegs gut machen werden. Die Zeit wird kommen, wenn der Schiedsrichter nicht endlich als Person anerkannt wird, der auch mal falsche Entscheidungen trifft und jeder damit leben muss. Angeblich gleicht sich doch alles innerhalb einer Saison aus. Schon vergessen, liebe Sportskameraden?

Zu den einzelnen Szenen beim Spiel der Borussia kann man nur sagen, dass es keine krassen Fehlentscheidungen gab. Alle Entscheidungen wurden von den meisten Zuschauern ebenfalls nicht gesehen oder genauso empfunden. Auch für mich war es im ersten Augenblick ein Handspiel und die Abseitsentscheidungen waren für einen Bruchteil einer Sekunde falsch. Blöderweise ist der Moment der Ballabgabe nicht länger. Als Beispiel kann man sich doch mal gerne das parteiische (ist für ein Fanradio völlig in Ordnung) Webradio der Borussia anhören. Wann fangen die Kommentatoren bei der Roten Karten an zu schreien? Als sie sich die Zeitlupe angeschaut haben. Bei der Szene selbst wird einfach nur geschwiegen. Schlimm genug, dass dann auch noch der peinliche Artikel auf der Homepage des BVB von einen der Kommentatoren verfasst wurde.

Auf Links wurde übrigens absichtlich verzichtet. Wer mag, findet die angesprochenen Details sicherlich in Eigenregie.


Nov 29 2012

Herbstmeister trotz Überzahl

Als Florian Meyer die Rote Karte in den Himmel streckte, hatten viele Bayernfans ein eher ungutes Gefühl in der Bauchgegend. Die letzten Spiele in Überzahl gegen Valencia und Nürnberg waren nicht so prickelnd. Beide Spiele endeten 1:1. Das hätte tatsächlich auch gestern passieren können, wenn Neuer nicht einmal glänzend reagiert hätte, oder Herr Meyer einen Elfmeter für Freiburg gepfiffen hätte.

Das Schiedsrichtergespann hatte ein schwieriges Spiel zu leiten. Es gab einige knifflige Szenen, die man so oder so entscheiden konnte. Den Elfmeter für den FC Bayern konnte man geben, musste man aber nicht. Die Rote Karte gegen Freiburg konnte man auch geben, obwohl es in der Zeitlupe doch eher harmlos aussah. Allerdings kommt in der Zeitlupe auch nicht die Dynamik von Shaqiri richtig rüber. Dann gab es aber noch weitere elfmeterreife Szenen. Es gab ein versehentliches Handspiel von Martínez, das man mit dem Handspiel von Sorg vergleichen konnte. Wenn Strafstoß gepfiffen worden wäre, hätte man sich nicht beschweren dürfen. Was aber etwas unterging – ich halte mich gerade an die Berichterstattung von Sky – war, dass die Bayern 3x klar benachteiligt wurden. Es gab ein eindeutiges Foul an Ribéry im Strafraum des SC. Leider fällt Ribéry so ungeschickt und übertrieben, dass es wie eine Schwalbe wirkte. Dabei fährt der Freiburger eindeutig den Oberschenkel aus und bringt somit den Franzosen zu Fall. Außerdem wurde 2x Abseits gepfiffen, obwohl es eindeutig kein Abseits war. Kroos wäre frei durch gewesen und Pizarro hätte ebenfalls eine sehr gute Chance gehabt. Christian Streich sollte auch diese Szenen betrachten, wenn er der Meinung ist, dass seine Mannschaft benachteiligt wurde. Im Interview mit Sky hat er dies eindeutig geäußert. Sinngemäß hat er geäußert, dass gegen den SC gepfiffen wurde, weil der Verein klein ist. Man könnte auch sagen, der große FC Bayern wurde bevorteilt. Das war nicht der Fall.

Unser Spiel in Überzahl kann einen wirklich zur Verzweiflung bringen. Wir taten uns wieder sehr schwer und konnten den Vorteil kaum nutzen. Die wirksamste Waffe der Freiburger war dabei ihre Abseitsfalle. Wobei ich aber geahnt habe, dass das nicht auf Dauer gut gehen wird. Und so kam es auch, dass Tymoshchuk frei durchlaufen konnte und den Sieg gesichert hat. Auch Ribéry konnte die Abseitsfalle überwinden, konnte aber den Ball nicht im Tor unterbringen. Dazu noch die beiden falsch abgepfiffenen Szenen. Im Endeffekt war die Waffe Abseitsfalle doch eher eine Wasserpistole.

Somit sind wir der früheste Herbstmeister aller Zeiten. Mal wieder ein Rekord den wir für uns verbuchen können. Die Saison lässt zurzeit kaum Wünsche übrig. Wenn man meckern will, dann pickt man sich die Überzahlspiele oder das Spiel gegen Borisov raus. Das war es dann aber auch schon.

Samstag empfangen wir Dortmund zum Spitzenspiel. Unser Punktekonto gibt uns ein beruhigendes Gefühl. Ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage können wir locker verschmerzen. Wobei es aber bitte nicht so enden soll. Ich gehe fest davon aus, dass dieses Spiel keinen Sieger finden wird. Was allerdings für Dortmund wie eine Niederlage wirken dürfte. Leverkusen ist zurzeit sehr stark und Schalke wird auch wieder punkten. Der Druck lastet also fast ausschließlich auf Dortmund. Aber lt. den Fans des BVB will man eh nur unter die 3-4 Plätzen kommen. Na dann….

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Nov 28 2012

Auf den Kuhhandel fokussiert

Man sagt ja, dass die Allgemeinheit Recht hat. Ich erinnere mich an eine Geschichte, bei der es um die Schätzung des Gewichts (oder war es der Wert?) eines Rindviehs ging. Irgendwann vor langer Zeit. Mehrere Dutzend Menschen konnten einen Tipp abgeben. Als man den Durchschnitt der Tipps ausgewertet hat, war es exakt das Gewicht (oder der Wert?) des Rindviehs. Erstaunlich, oder? Worauf ich hinaus will: Die Bayern-Fans sind im Schnitt hochkonzentriert auf das heutige Spiel. Kaum Häme über das gestrige Ergebnis des BVB (oder der vergebenen Chance von Kevin Großkreutz). Viel mehr wurde immer wieder daran erinnert, dass wir heute erst noch gewinnen müssen. Und worauf ich wirklich hinaus will: Wenn die Fans schon so fokussiert sind, dann wird es der Mannschaft ähnlich gehen. Davon bin ich überzeugt.

Wir können am 14. Spieltag schon die Herbstmeisterschaft feiern. Das gab es noch nie. Und jetzt wird mir erneut bewusst, warum der BVB letzte Saison so viele Rekorde geknackt hat. Ist doch logisch, damit der FC Bayern neuen Ansporn hat. Bester Saisonstart aller Zeiten, beste Auswärtsserie zu Saisonbeginn, beste Tordifferenz zum Saisonstart, usw. Für den Großteil der Geschichte ist noch immer der FCB zuständig. Und in der 50. Saison der Bundesliga sowieso. Standesgemäß.

Ich sehe schon wieder, wie einige die Hände über den Kopf zusammenschlagen und mich verbannen wollen. Ah, die arroganten Bayern sind zurück (dabei waren sie nie weg). Mit Arroganz hat das aber wenig zu tun. Wie ich schon gestern getwittert habe, muss es doch erlaubt sein, dass man den Moment genießt, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Darum kann man sich auch ruhig mal freuen, wenn Dortmund nur 1:1 gegen die Fortuna spielt. Selbst wenn wir heute verlieren sollten, ist es doch klasse, dass wir nur einen Punkt einbüßen würden. Seht es doch mal so. Und außerdem ist es doch auf Dauer echt langweilig, wenn man nicht mal zwischendurch ein paar Frotzeleien auspackt. Da fällt mir wieder dieses dicke Ding vom Großkreutz gestern Abend ein. Das war aber auch eine Chance! Spielt der Kevin eigentlich am Samstag? Sonst muss der Neuer doch erst zur Bank laufen, um sein schönstes Siegerlächeln zur präsentieren. Das würde Neuer natürlich nicht machen, aber ich fand die Idee gerade so toll. Ach, jetzt bin ich doch schon zum Samstag abgedriftet. Zurück in die Spur: Heute gewinnen und Herbstmeister werden und Samstag ganz in Ruhe der Borussia ein Unentschieden abknüpfen. So stell ich mir die restliche Woche vor.


Nov 4 2012

Anonyme Gegner

27 Punkte und eine Tordifferenz von 30:4. Bei einer ähnlichen Bilanz im letzten Jahr, habe ich mich dazu hinreißen lassen, den FC Bayern als Deutschen Meister zu küren. Und nun sitze ich mit zittrigen Fingern an der Tastatur und halte mich davon ab, erneut ähnliches zu schreiben. Es könnte ja Pech bringen und außerdem macht man so etwas auch nicht. Meine Strafe habe ich letzte Saison mehr als bitter erhalten.

Der HSV wurde sozusagen anonymisiert. Die Gegner sind für uns austauschbar. Namen interessieren nicht mehr. Ob ein van der Vaart oder ein Adler auf dem Platz steht, spielt keine Rolle. Der Gegner stellt lediglich 11 Spieler auf dem Platz, die den Ball hinterherlaufen und uns beim Spielen beobachten dürfen. So war es übrigens auch gegen Leverkusen, da hatten wir einfach nur Pech. Müller, Kroos, Ribéry fallen zurzeit besonders auf, wenn man überhaupt jemanden hervorheben sollte. Bei Kroos möchte man Woche für Woche nur noch „endlich, endlich“ gen Himmel schreien. Endlich zeigt er konstant die Leistung, die man von seiner Zeit in Leverkusen gewohnt war. Endlich ist er permanent Torgefährlich und endlich macht er immer öfter wichtige Tore. Ganz abgesehen davon, dass er endlich die entscheidenden Pässe spielt. Einfach (Achtung Boulevard!) Kroosartig!

Ich höre immer öfter, dass der Gegner von einem Klassenunterschied spricht oder darauf verwiesen wird, dass der FC Bayern sich die Gegner in der Champions League suchen muss. Worte, die das geschundene Bayernherz der letzten Saison zum pulsieren bringen. Wenn am Ende jetzt auch noch der eine oder andere Titel dabei rumkommt, ist alles wieder in Ordnung. Der Stachel vom Mai dieses Jahres sitzt bei mir noch recht tief, stelle ich gerade fest. Die Angst wieder alles zu verlieren, ist momentan tatsächlich größer, als der Wunsch unseren FCB schon als Meister zu titulieren.

Ich bin ein Fan dieser aussterbenden Rasse, denen es ganz egal ist, wie gewonnen wird. Mir sind die 3 Punkte wichtiger als jede Schönspielerei. Das ist an sich nichts Besonderes, aber der moderne Fan möchte auch attraktiven und offensiven Fußball sehen. Wie wunderbar, dass der FCB zurzeit alle Fanlager bedient. Der Fußball ist äußerst schön anzusehen und die 3 Punkte werden nebenbei auch noch eingesackt. Kleine Tiefpunkte, wenn man es überhaupt so nennen darf, waren die Spiele gegen Lille (spielerisch) und Borisov. Am Mittwoch können wir auch in der Champions League diese kleinen negativen Ereignisse wieder wettmachen und uns dem Achtelfinale einen Schritt nähern.

Nach einigen Wochen der Pause, wird es mal wieder Zeit für den Tippkaiser. Ab geht’s…

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Okt 29 2012

Neuer macht den Unterschied

Die Niederlage konnte er nicht vermeiden, aber ein gutes Gefühl hat er mir trotzdem beschert. Der Einsatz in den letzten Minuten, und besonders die Zuarbeit zur Flanke auf Pizarro, haben mich trotz unglücklicher Niederlage etwas fröhlich gestimmt. Einsatz pur.

Allerdings muss man auch sehen, dass es natürlich ein Torhüter etwas leichter hat, bei so einer Aktion aufzufallen. Der Rest der Mannschaft hat den gleichen kämpferischen Einsatz gezeigt. Wir kamen auch immer wieder zum Abschluss. Das war in der letzten Saison anders. Bei den vielen unnötigen Niederlagen hat man sich blöde Konter gefangen und anschließend nur um den Strafraum herumgespielt. Das sieht diese Saison anders aus. Mal abgesehen von den saudämlichen Kontertoren, die wir uns gestern auch wieder eingefangen haben. Das waren die blödesten Kontertore seit Menschengedenken. Einziger Trost, so blöde Dinger bekommt man nur einmal in der Saison. Davon gehe ich aus.

Der Druck dieser Siegesserie ist nun weg und wir haben einen neuen Rekord aufgestellt. Jetzt heißt es, einfach so weiterzumachen wie bisher. Durch die Niederlage geht wahrscheinlich der Rest der Liga davon aus, dass man uns mit der alten Stinkfußball-Methode doch aufbocken kann. Da es sich gestern eindeutig um eine mehr als unglückliche Ausnahme handelte, spielt uns das doch wunderbar in die Karten. Die nächsten, die so spielen, bekommen eine Abreibung. Davon gehe ich aus.

Wir sollten aber alle schnellstmöglich umdenken und uns den wahren Gegner zur Brust nehmen. Nicht der BVB wird es uns dieses Jahr das Leben schwer machen, sondern die Schalker werden einen neuen Versuch starten, den Titel endlich in den blauen Pott zu holen. Dieses Jahr kann die Meisterschaft eigentlich auch nur zwischen Schalke und Bayern vergeben werden. Im Jubiläumsjahr sollte der Meister entweder so lauten, wie er meistens in den letzten 50 Jahren lautete, oder eben wir er noch gar nicht lautete. Letzteres möge der Fußballgott bitte vermeiden.

Nach den nächsten 3 nationalen Spielen sind wir um einiges schlauer. Neben dem Pokalfight gegen Kaiserslautern, geht es noch gegen Hamburg und Frankfurt. Sollten wir diese Spiele ohne Niederlage überstehen, können wir durchatmen und behaupten, dass der FC Bayern aus der letzten Saison tatsächlich dazugelernt hat. Auch davon gehe ich aus.