Jan 26 2012

Shitstorm hausgemacht – Social Media beim FCB

Eine Katastrophe 2.0 ist über die Bayern eingebrochen. Der versuchte PR-Gag über Facebook ging komplett in die Hose und zeigt leider, dass der FC Bayern oder die beauftragte Agentur keine Ahnung über die Gefühlslage der Bayern-Fans hat.

Wenn der FC Bayern einen Superstar als Neuzugang ankündigt, dann wollen die Bayern-Fans auch einen Superstar geliefert bekommen. Wir sind verwöhnt, was Transfers angeht. Der BVB vermeldet die Verpflichtung von Marco Reus, den auch wir gerne unter Vertrag genommen hätten. Eine Woche später startet man so eine bescheuerte Aktion. Dazu dieses Laienschauspiel von Nerlinger, Lahm und Hörwick. Der FC Bayern München benötigt keine PR-Aktion. Warum weiß man das eigentlich an der Säbener Straße nicht? Anders gesagt, ein Sieg gegen Wolfsburg bringt die Facebook-Seite der Bayern sicherlich weiter, als dieses digitale Desaster.

Sicherlich hätte man es schon ahnen können, wenn so eine Ankündigung ausschließlich über Facebook passieren soll, aber ich habe tatsächlich gedacht, dass es eine geniale Idee ist, wenn man einen echten Neuzugang nur über diese Plattform verbreitet. Die Bayern hätten einige Leser mehr, denn schließlich möchte man beim nächsten Mal wieder dabei sein, falls so was noch ein weiteres Mal vorkommen sollte. Aber einen Witz machen? Und es dann auch noch so verstanden wissen, dass man damit den Fans zeigen wollte, dass jeder der Neuzugang ist? Nein, lieber FC Bayern. So funktioniert das im Internet nicht und schon gar nicht mit Transferankündigungen. Die Suppe müsst ihr jetzt leider auslöffeln. Die Shit-Kommentare auf der Facebook-Seite lassen sich kaum noch zählen.

Ihr könnt die ganze Angelegenheit nur noch retten, wenn ihr kurzfristig einräumt, dass diese Aktion eine Katastrophe war oder wenn ihr im Laufe der nächsten Tage tatsächlich noch einen Transfer raushaut und die PK exakt gleich ablaufen lasst.

Gewonnen hat vielleicht trotzdem das Web 2.0. Zitate aus der Twitterwelt fanden dadurch sogar beim Bayerischen Rundfunk Beachtung. Mal sehen, vielleicht fliege ich auch morgen nach München und lasse mir mein Trikot mit der Nummer 8 aushändigen. Anschließend lasse ich mir erst mal das Trainingsgelände vom Uli zeigen. Wer hätte gedacht, dass mein Kindheitstraum so plötzlich wahr werden könnte?


Jan 22 2012

Weiterhin Mittel- und Ideenlos

Und wieder scheitern wir grandios gegen eine kompakte Abwehrreihe. Sicherlich hat die Gladbacher Borussia eine bessere Leistung als z.B. der 1.FC Köln gezeigt, aber der Knackpunkt bleibt der Gleiche: Keine Ideen gegen zwei gut gestaffelte Abwehrreihen. 

Zunächst möchte ich mich aber als schlechter Verlierer erweisen und den Gladbacher Spielzügen nicht das Prädikat Weltklasse (Marcel Reif) zugestehen. Über weite Strecken mit 11 Leuten in der eigenen Hälfte stehen, um dann bei Gelegenheit mit schnellen Kurzpassspiel Konter zu fahren, muss man können, zeugt aber nicht von Weltklasse. Aber das wird man in Mönchengladbach sicherlich ähnlich sehen. Auch wenn die Platzverhältnisse sicherlich nicht Schuld an der Ideenlosigkeit der Bayern waren, so ist es doch legitim, dass Schweinsteiger den schlechten Zustand anspricht. Aber demnächst dürfte ja ausreichend Geld für einen Greenkeeper zur Verfügung stehen. 

Wir gehören, lt. Meinung vieler prominenter Fußballexperten, zum engeren Kreis der Favoriten für den Sieg in der Champions League. Ich stimme dem sogar zu, trotz der 5 Niederlagen in der Bundesliga. Das liegt aber nur daran, dass die Mannschaften in der Champions League nicht diese Abwehrbollwerke aufziehen. Nach wie vor haben wir große Schwierigkeiten bei solchen Spielen. Wir verlieren nicht jedes dieser abscheulichen Spiele, aber es kommt weiterhin vor. Das liegt sicherlich auch meist daran, dass wir in diesen Spielen katastrophale Fehler verursachen und den Gegner damit zu noch mehr Defensivarbeit einladen. Es ist schon eine verrückte Geschichte, dass Manuel Neuer beide Niederlagen gegen Gladbach eingeleitet hat. Ich halte Neuer weiterhin für einen grandiosen Torhüter. Das 2:0 hat uns härter getroffen, als sein Patzer zum 1:0. Schuld ist er an dieser Niederlage nicht. Für das mangelnde Zweikampfverhalten und die grauenhafte Laufbereitschaft seiner Kollegen kann er sowieso nichts. 

Die entscheidende Fragen lauten: Warum scheint der FC Bayern aus seinen Fehlern keine Lehren zu ziehen? Was ist mit unserer Abwehr passiert die wochenlang ohne Gegentor blieb? Muss man vielleicht auch mal Kritik am Trainerteam aussprechen? Bekannte Mängel sollte man langsam beheben können, oder nicht?

Was ich mir ab sofort abgewöhnen werde, ist, dass ich mich von den jährlichen Schönwetter-Nachrichten aus dem besten Trainingslager aller Zeiten beeinflussen lasse. Da ist immer alles so toll und der Durchmarsch ist vorprogrammiert. Hatte nicht Gladbach mit schlechten Wetter im Trainingslager zu kämpfen? 

Ich muss lange nachdenken um mich an eine Saison zu erinnern, in der ich die Bayern so schlecht einschätzen konnte. Aber vielleicht verläuft die Rückrunde ähnlich wie die Vorrunde. Dann soll mir diese Niederlage recht gewesen sein. 


Jan 19 2012

Jahrzehntelange Herrschaft und ein Transfer

Es ist soweit. Die Bundesliga kehrt in den Alltag zurück. Endlich wird wieder über Fakten auf dem grünen Rasen gesprochen. Vielleicht wird es dann auch wieder ruhiger um den neuen Lieblingsclub in Deutschland. 

Natürlich meine ich damit lovely Borussia Dortmund. Nein, ich bin nicht neidisch. Worauf soll man auch neidisch sein? Dortmund profitiert vom Erfolg des FC Bayern. Das Land ist hungrig nach einer Wachablösung im deutschen Fussball. Was wäre das für eine riesige Geschichte, wenn es einen Verein geben würde, der tatsächlich dauerhaft dem FC Bayern Paroli bieten würde? Aber was ruft eigentlich die Medien und Fans auf dem Plan, dass von einer Wachablösung die Rede ist? Ein Titel in den letzten Jahren und ein Transfer eines Jungstars, den auch die Bayern gerne gehabt hätten. Mit Verlaub, das ist ja geradezu lächerlich. Ich bin immer wieder überrascht wie schnell sich Fans Selbstbewusstsein erlügen können. Der BVB stellt sich inzwischen gerne als Talentschmiede da. Der Verein, der auf junge Leute aus Deutschland setzt. Was hatte die Borussia auch für eine Wahl, nach jahrelanger Misswirtschaft? 

Jetzt ist es also passiert. Herr Watzke und Herr Zorc nehmen wieder richtig Kohle in die Hand und verpflichten den Herrn Reus. Und schon geht ein Erdbeben durch das Land. Man freut sich landesweit, dass den Bayern ein Schnippchen geschlagen wurde. “Außerdem ist das ja auch eh viel besser, bei den Bayern würde er sowieso nur auf der Bank versauern.” Der BVB ist übrigens der Verein, der Marco Reus keinen Profivertrag geben wollte und nach Ahlen “geschickt” hat. Und jetzt nimmt man 17 Millionen in die Hand um den guten Mann zurückzuholen. Kann man in so einem Fall eigentlich von erneuter Misswirtschaft reden? Nein, nicht bei lovely Borussia Dortmund. 

Aber was soll’s? Irgendein Thema braucht man in der fussballfreien Zeit. Womit sollte man sonst die Zeitungen und Sportsendungen füllen? Jetzt wird wieder Fussball gespielt und der Rest erledigt sich von selbst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nach dem Wochenende dem BVB mit 5 Punkten enteilt sind. Dann wird erst wieder bei der nächsten Bayern-Pleite über eine Wachablösung gesprochen. 

Ich freue mich, dass Schweinsteiger wieder auf dem Platz stehen wird und das die Rückrunde mit der mehr als interessanten Partie Gladbach-Bayern wieder losgeht. Kann die Borussia die Leistung der Rückrunde bestätigen? Werden die Bayern die Niederlage vom ersten Spieltag ausgleichen können? Ich bin mir sehr sicher, dass sie das machen werden. Auf geht’s!

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Dez 21 2011

Angsthasen, Pechvögel und eine Schwalbe – Neues vom Streichelzoo

Zum 1. FC Köln sollte man eigentlich gar kein Wort verlieren. Fußball vom anderen Stern. Allerdings von einem völlig unbekannten blassen Stern mit so einem Namen wie KR64748. Ein Stern den kein Schwein kennt, und auch niemand erforschen möchte. Ein Stern, der nicht einmal zur Namensgebung anlässlich einer Hochzeit dienen könnte. Ein Stern, der wie ein Schlagloch auf dem Belag der Milchstraße wirkt. Schämt euch und steigt ab. Angsthasenfußball hat in der 1. Liga nichts zu suchen.

Auch der VfL versuchte gestern mit einer defensiven Taktik zum Erfolg zu kommen. Im Gegensatz zu den Kölnern, versuchten sie aber auch nach vorne zu spielen und hatten damit auch tatsächlich einmal Erfolg. Wir konnten über weite Strecken des Spiels den Abwehrriegel nicht knacken und zeigten die schon bekannten Schwächen bei defensiven Gegnern. Zu wenig Bewegung und viel zu wenig Torabschluss. Aus Kurvensicht hatte man das Gefühl, als würden die Bayern den Ball ins Tor tragen wollen. Ohne bewegte Bilder gesehen zu haben, würde ich behaupten, wir hätten wenigstens 5x auf das Bochumer Tor schießen können, haben es aber nicht getan, weil man versuchte eine noch bessere Schussposition zu bekommen. Das hat an den Nerven gezerrt. Fürchterlich. Trauriger Höhepunkt in der ersten Halbzeit war die Schwalbe von Robben. In der Bayernkurve war ein Aufschrei zu hören. Allerdings weiß ich nicht, ob der Aufschrei dem Schiri galt, der keinen Elfmeter sondern eine Schwalbe richtig erkannt hat, oder man sich über Robben aufgeregt hat. Ich habe auch geschrien, allerdings wegen der Schwalbe. Letzte Woche wird Robben als Schauspieler durch den Kakao gezogen und eine Woche später macht er uns den Andreas Möller. Unfassbar.

Anfang der zweiten Halbzeit machten wir es endlich besser. Es wurde aufs Tor geschossen. Innerhalb von 5 Minuten hatten wir 3 Ecken und einen Lattentreffer. Und kurz danach fiel auch das erlösende 1:1. Danach verfiel man allerdings auch wieder in ein Ballgeschiebe rund um den Strafraum des VfL. Die Auswechslungen von Heynckes waren goldrichtig. Jeder Zuschauer hätte genauso entschieden. Gustavo und Olic konnten sich kaum positiv in Szene setzen. Es lag aber in der Luft, dass dieses Spiel gut ausgehen würde. Auch wenn die Bochumer manchen Konter fahren konnten, gefährlich waren sie dabei nicht mehr. Dass wir in der 90. Minute durch Robben das Siegtor erzielten, war vielleicht Pech für die Bochumer, aber von einem Duselsieg ist das weit entfernt. Wir waren permanent die bessere Mannschaft und spätestens in der Nachspielzeit hätten wir das Spiel für uns entschieden. Dafür waren einfach zu oft am gegnerischen Strafraum. Irgendwann fällt dann halt so ein Tor. Wundern oder ärgern sollte sich der VfL Bochum darüber nicht.

Dass ich mich tatsächlich wie im Streichelzoo fühlte, lag auch daran, dass die Fangzäune in Bochum eher publikumunfreundlich aufgestellt wurden. Für diese Sicht 35 Euro zu verlangen ist schon etwas daneben.


Dez 14 2011

9 Jahre später

Sollte es doch mal wieder möglich sein, dass wir die Kölner ohne Punkte zurück ins Rheinland schicken. In der Arena konnten wir noch gar nicht gegen die Geißbock-Elf gewinnen. Statistiken die so rein gar nicht den gewohnten Statistiken der Bayern entsprechen. Hier muss Abhilfe her. Ein Sieg, ein deutlicher Sieg.

Was waren das für merkwürdige Tage? Selten habe ich erlebt, dass ein Spieler so an den Pranger gestellt wurde, wie es nun Arjen Robben passiert ist. Viele Redaktionen haben sich gehörig im Ton vergriffen. Allen voran möchte ich da “spiegel-online.de” nennen. Die einen Bericht der untersten Schublade öffentlich gemacht haben. Auf einer Verlinkung verzichte ich sehr bewusst. Keine Ahnung, was die Leute bei “spon” da geritten hat. Mir geht dieses ganze Theater bei ALLEN Profis gehörig auf die Nerven. Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen, bevor man einen Spieler dermaßen in die Pfanne haut. Ich möchte alle Spieler auf die folgende Liste aufmerksam machen.
Folgendes geht allen Fans gehörig auf “die Eier”:

  • das ständige Handheben bei einem Gegentor (Abseits ist, wenn der Assistent die Fahne hebt)
  • das andauernde Einreden auf den Schiedsrichter bei einer wichtigen Entscheidung (er nimmt es sowieso nicht zurück)
  • das schnelle Fallen bei einer Berührung (ihr habt anscheinend nie oder nicht lange genug auf Asche gespielt)
  • das nervige Kopfschütteln des Stürmers, wenn Abseits gepfiffen wurde (der Assistent sieht es besser, ehrlich)
  • das sofortige Handheben, wenn man ein Foul begangen hat (ich bin ja so unschuldig)
  • das peinliche Rollendrehen, wenn man gefoult wurde (wenn mir was weh tut, drehe ich keine 57 Rollen)
  • das schnelle Zeigen zur Eckfahne, wenn man den Ball selber ins Toraus geballert hat (der Torwart könnte den Ball angehaucht haben)
  • das ungelenke Anzeigen eines Balles, wenn man dem Gegner erst die Beine weggetreten hat (Ball ist Ball, oder wie?)

Kein Schiedsrichter fällt auf diese Eigenarten rein. Und warum nicht? Weil ihr es ALLE und STÄNDIG macht. Habt ihr das noch nicht bemerkt, ihr Schauspieler? Aber vielleicht sehen wir ja am kommenden Spieltag wieder so eine Szene und der Schiedsrichter fällt auf das Handheben beim Gegentor tatsächlich rein und gibt einfach mal Abseits. Man weiß ja nie, ihr Narren.

Die Liste könnte man noch um einige Beispiele verlängern, aber ich habe jetzt keine Lust mehr. Sonst fällt mir noch auf, dass ich gegen den modernen Fußball bin. ;-) Ich nehme dabei die Spieler des FC Bayern nicht heraus. Und möchte noch einmal betonen, dass Robben im Spiel gegen Stuttgart nicht wirklich auffällig war.

Wenn es jetzt ein Aufsatz gewesen wäre, hätte ich wohl eine glatte 6 bekommen. Einleitung mit dem 1. FC Köln und dann aber mal richtig am Thema vorbei. Aber das stimmt gar nicht. Auch wenn wir zuletzt vor 9 Jahren gegen den FC in München gewonnen habe, sehe ich einem souveränen Sieg entgegen. Und darum ist darüber auch kein weiteres Wort zu verlieren. Macht euch keine Sorgen. Das Spiel wird ziemlich klar gewonnen. Versprochen!

Hier die letzten 10 Spiele der Kölner in München:

18.09.2010 Bayern München – 1. FC Köln 0:0
03.10.2009 Bayern München – 1. FC Köln 0:0
21.02.2009 Bayern München – 1. FC Köln 1:2
01.04.2006 Bayern München – 1. FC Köln 2:2
29.11.2003 Bayern München – 1. FC Köln 2:2
23.03.2002 Bayern München – 1. FC Köln 3:0
24.02.2001 Bayern München – 1. FC Köln 1:1
28.02.1998 Bayern München – 1. FC Köln 0:2
12.04.1997 Bayern München – 1. FC Köln 3:2
04.05.1996 Bayern München – 1. FC Köln 3:2

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Dez 12 2011

Robben auch im Stehen zu schnell

Wir hatten gestern gute Chancen ein paar Tore mehr zu erzielen. Außerdem gab es mal wieder eine Ballbesitzqoute von irgendwas über 70%. Mario Gómez, der alte Stuttgarter, erzielte zwei Tore. Es gab also eine ganze Reihe von Geschichten zu diesem Spiel, aber “überschattet” wurde dies alles von der skandalösen Gelb-Roten Karte gegen Molinaro.

Vereinsbrille hin oder her, aber was ich gestern teilweise über Twitter lesen musste, grenzte schon an Betriebsblindheit. So wurde doch tatsächlich unterstellt, dass Robben einen schmusigen Tritt in die Waden provoziert hat. Und wie hat er das gemacht? Hat er Molinaro bis auf das Äußerste gereizt und seine Mutter beleidigt? Hat er ihn feige mit versteckten Nadeln in den Oberschenkel gepickt? Ja, Robben hat Molinaro gereizt. Ich würde auch ausflippen, wenn ich meinem Gegenspieler so haushoch unterlegen wäre. Aber das war nicht der Hauptgrund. Nein, Robben hat einen Ball angenommen und dann einen Bruchteil von einer Sekunde gezögert. Feiger Hund, der Robben. Eine Provokation sondergleichen. Molinaro konnte doch gar nicht mehr stoppen. Wieso hat Robben das nicht gemerkt und ist schnell weggerannt oder hochgesprungen? Wieso nimmt Robben in Kauf, dass der Stuttgarter eine Rote Karte bekommt und er selber vielleicht so getroffen wird, dass er verletzt ausfällt? Was ging da bloß im Kopf des Niederländers mit den russischen Gesichtszügen vor? Da war er wieder, der Alleinikov.

Übertroffen wurde diese Szene eigentlich nur noch von Bratwurst Bobic. Im Halbzeitinterview wollte er partout nicht auf den Bildschirm schauen, um sich das Foulspiel von Molinaro anzuschauen. Lieber wetterte er, dass der VfB schon vier Gelbe Karten bekommen hat. Das kann ja gar nicht sein, weil doch der FCB auch schon gefoult hätte. Dabei wirkte er so souverän, wie der BVB in Europa aufgetreten ist. Letztlich schaute er aber doch hin und erkannte, dass schließlich auch der Ball gespielt wurde. Fußball ist halt kein Hallen-Halma und in so einem Spiel geht es eben heiß her. Revolverschnauze Bobic haute eine Phrase nach der anderen raus. Alle übrigens aus den 80ern. Und was war eigentlich mit “in so einem Spiel” gemeint? Möglicherweise eine Anspielung, dass schließlich gegen den FC Bayern gespielt wurde. Für den VfB sicherlich ein besonderes Spiel, für uns jetzt nicht so sehr. Südgipfel. Ja, ich weiß. Klingt arrogant. Ja, weiß ich. Ich bitte um Entschuldigung.

Jetzt haben wir doch wenigstens etwas worüber wir diskutieren können, wenn das Rückspiel ansteht. Oder auch nicht, wahrscheinlich wird an diesem Tag die Schale vorzeitig übergeben. Naja, dann eben in der nächsten Saison. Irgendwann graben wir die Geschichte wieder aus, da bin ich mir sicher.


Dez 9 2011

Der untippbare Gegner

Am Sonntag spielen wir gegen den VfB Stuttgart. Die Stuttgarter gehören zu dem Kreis von Mannschaften, die man in einem Tippspiel am liebsten außen vor lassen möchte. Die Leistungen der Schwaben schwanken wie eine Pusteblume im Wind. Zumindest kommt mir das als Außenstehender so vor. VfB-Fans dürfen sich gerne beschweren und mich korrigieren.

Aufgrund dieser schwankenden Qualität, bin ich mich auch recht unsicher was den Ausgang dieses Spiels angeht. Im Allgemeinen gehören aber Spiele gegen den VfB zu der Kategorie “ich weiß nicht”. Sollten wir allerdings wieder den Spielspaß von vor wenigen Wochen leisten, müssen wir uns keine Sorgen machen. Da hätte dann der VfB sicherlich keine Mittel, um uns gefährlich zu werden. Leider können wir uns aber unserer Leistung auch nicht mehr so sicher sein. Zumal es einige kranke Spieler gibt, bei denen noch nicht klar ist, ob sie überhaupt spielen können. Dabei ist die Rede von Kroos, Gómez, van Buyten, Robben. Und dann findet das Spektakel auch noch Sonntag statt. Ungern erinnere ich mich an das letzte Sonntagspiel gegen Mainz. Ich hasse Sonntagsspiele.

Mir fällt gerade auf, dass mir als Fan etwas das Selbstbewußtsein der Monate August bis Oktober verloren gegangen ist. Es sind noch 3 Spiele bis zur Winterpause. Wenn wir diese Spiele erfolgreich bestreiten, dürften mein inneres ich wieder ausgeglichen sein.

Bilanz in Stuttgart: 22 Siege stehen 12 Niederlagen gegenüber. So endeten die letzten 10 Spiele in Stuttgart:

19.12.2010 VfB Stuttgart – Bayern München 3:5
31.10.2009 VfB Stuttgart – Bayern München 0:0
13.12.2008 VfB Stuttgart – Bayern München 2:2
10.11.2007 VfB Stuttgart – Bayern München 3:1
21.04.2007 VfB Stuttgart – Bayern München 2:0
03.12.2005 VfB Stuttgart – Bayern München 0:0
21.05.2005 VfB Stuttgart – Bayern München 1:3
15.05.2004 VfB Stuttgart – Bayern München 3:1
07.12.2002 VfB Stuttgart – Bayern München 0:3
02.03.2002 VfB Stuttgart – Bayern München 0:2

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Dez 8 2011

Heynckes großer Fehler

Es wurde in den letzten Tagen viel über B-Mannschaften gesprochen. Der letzte Spieltag der Champions League wurde von den bereits für das Achtelfinale qualifizierte Mannschaften zur Rotation genutzt. Auch der FC Bayern machte davon gebrauch und das nicht nur aufgrund von grippalen Infektionen.

Was beim FC Katalonien Barcelona mühelos funktionierte, sah beim FC Arsenal London und beim FC Bayern München Fröttmaning etwas anders aus. Vielleicht auch ein kleiner Hinweis, wie weit man doch tatsächlich noch von Barca entfernt ist. Aber das nur nebenbei. Ich kann den Gedankengang von Heynckes nachvollziehen. Wir haben ein straffes Programm hinter und vor uns. Außerdem gibt es Spieler, die auf einen Einsatz brennen und bislang kaum zum Zuge gekommen sind. Beispielsweise sind dabei Pranjic, Petersen oder auch Usami zu nennen. Da kommt doch so ein “Freundschaftsspiel” gerade recht. Die Dauerbrenner schonen und die Frischen in diesen unwichtigen Wettkampf schicken. Ich verstehe aber nicht, dass man noch vor einigen Tagen tönt, dass man auch dieses Spiel ernst nimmt. Schließlich gibt es für einen Sieg 800.000 Euro zu gewinnen. Und schließlich will man auch den Wettbewerb nicht verzerren. Wenn ich mich nicht irre, dann hat Hoeneß diese Worte gesprochen. Nun kamen bei Robben und Kroos grippale Infekte dazwischen. Ob sie denn gespielt hätten, wenn sie nicht krank gewesen wären, kann man jetzt nicht mehr sagen. Zumindest bei Kroos möchte ich das doch bezweifeln. Und da Robben nach wie vor Schmerzen hat, wäre sein Einsatz auch eher unwahrscheinlich gewesen. Wäre es ein Ligaspiel gewesen, hätten beide gespielt. Davon bin ich überzeugt.

Das gestrige Spiel ging also in die Hose. Der zweite Anzug war nicht wirklich harmonisch. Man konnte zwar etwas dagegenhalten, war aber zu keiner Zeit richtig gefährlich. Und jetzt frage ich mich, was so eine Aktion bringt, außer, dass die Dauerbrenner geschont werden. Ich glaube nicht, dass es z.B. Petersen irgendwas gebracht hat. Ganz im Gegenteil, ich behaupte sogar, dass es noch frustrierender für so einen jungen Mann ist. Was soll er auch denken? “Jetzt spiele ich mal, um mich herum sind aber fast nur Leute, die für die Stammelf nicht gut genug sind. Meine Person eingeschlossen.” Das werden doch seine Gedanken gewesen sein. Ein Kroos oder ein Ribéry, die beide einen Petersen in Szene setzen können, waren nicht auf dem Platz. Außerdem hat diese B-Elf das Spiel verloren, so dass das Selbstbewußtsein eher geschwächt wurde. Dazu kommt, dass man in der Champions League und damit auch weltweit noch einmal ein Ausrufezeichen hätte setzen können, wenn man ManCity auswärts geschlagen hätte. Den Tabellenführer der Premier League. Man kann sicherlich geteilter Meinung zu diesen Spielen einer B-Mannschaft sein, aber ganz sauber fand ich die Aktion definitiv nicht.

Aber der angesprochene große Fehler von Heynckes war, dass er Butt gebracht hat. Das Spiel wäre doch für Neuer mal eine richtige Herausforderung gewesen. Butt musste gestern mehr Bälle halten, als Neuer in der ganzen bisherigen Saison auf sein Tor bekommen hat. Also da hat der Jupp aber wirklich nicht nachgedacht. :-)