Mai
13
2010
Angestachelt durch den Kollegen Zechbauer habe ich mir gerade vorgenommen, doch noch die Gesamtliste des Tippkaisers vom letzten Spiel zu veröffentlichen. Tja, so war der Plan. Nachdem ich den “Mist” 2x in Excel eingehämmert habe und mir die Karre auch 2x abgesoffen ist, habe ich jetzt keine Lust mehr. Ein neuer Versuch wird morgen gestartet.
Aber der eigentliche Grund meines nächtlichen Wachseins ist, dass ich das Buch Sehnsucht FC Bayern angefangen habe zu lesen. Ich bin zwar erst auf Seite 70, aber dennoch sehr begeistert. Der Autor Armin Radtke ist zwar ein paar Jährchen eher ins Fantum eingestiegen, aber die Zeiten kommen doch ziemlich nah an meine heran. Ein Vergleich der Erlebnisse wird letztendlich automatisch hergestellt und verarbeitet. Und immer wieder sehe ich im Fan Radtke auch den kleinen Patrick. So wird es wahrscheinlich den meisten Lesern ergehen, soweit man denn ebenfalls Herzblut für den FC Bayern ausschüttet. Der Autor und ich liegen da auf einer Wellenlinie.
Unter anderem wird dort geschildert, was man für merkwürdige Rituale an den Tag legt, nur weil man davon überzeugt ist, dass könnte dem Spiel des FC Bayern Flügel verleihen. Eine Möglichkeit ist, den Fernseher abzuschalten und zu hoffen, dass bei erneutem Einschalten das Torekonto der Münchner sich verbessert hat.
Ich habe schon so einige Rituale im Laufe der Jahre durchprobiert. Naja, was heißt schon probiert? Ich bin überzeugt, dass es uns so einige Male den Sieg gerettet hat. Meine ersten Utensilien bestanden aus einer abgebrochen Antenne eines kleinen Radios und eines Mini-Boxhandschuhs. Ich meine diese Teile die man sich an den Schlüsselbund machen kann. Keine Ahnung, wo das Teil hergekommen ist. Es war wieder einer dieser Samstage 1987. WDR mit der Sendung “Sport und Musik” lief im Radio. Der Name wurde ja immer mal wieder geändert, aber zu diesem Zeitpunkt hieß die Sendung so, denke ich. Es war das Spiel gegen den 1. FC Köln im Müngersdorfer Stadion. Ich kam auf die Idee den Handschuh auf die Antenne zu stecken und das Teil mit geschickten Bewegungen auf der Antenne kreiseln zu lassen, während ich auf der Couch lag und auf Tormeldungen lauerte. Die Bayern lagen 1:0 zurück. Kaum drehte dieser bekloppte Handschuh ein paar Runden, vermeldete der gute Mann im Radio das 1:1 für den FC Bayern durch Klaus Augenthaler. Das es sich dabei um einen puren Zufall handelte, wollte mir in dem Augenblick nicht in den Sinn kommen. Ich habe das Tor doch tatsächlich mit diesem selbstgebauten Kreisel in Verbindung gebracht und schickte mich wochenlang an, während der Spiele fast 90 Minuten (bzw. bis die Bayern einen sicheren Vorsprung hatten) diesen Handschuh zu bewegen. Bekloppter geht es gar nicht. Als ich irgendwann das Spiel woanders hören musste und keine Möglichkeit vorhanden war mit einer abgebrochenen Antenne durch die Gegend zu laufen, habe ich diese “Sucht” aufgebeben. Erstaunlicherweise konnte ich keinen Unterschied zu der Zeit mit Kreisel feststellen, was den FC Bayern angeht. Mein Unterarm war allerdings froh über diese Lebensänderung.
Naja, aber zu der Zeit war es ganz bestimmt entscheidend. Gut, dass ich es gemacht habe. Wer weiß, ob wir sonst in der Saison Meister geworden wären.
Wenn ihr ähnliche verrückte Ideen hattet, dann grämt euch nicht, sie hier niederzuschreiben.
7 comments | tags: 1. FC Köln, 1987, Aberglaube, FC Bayern München, Klaus Augenthaler, Ritual | posted in Blabla zwischen den Spielen
Mrz
7
2010
1. FC Köln – FC Bayern München 1:1
Man kennt sie ja, solche Spieler die anscheinend nur genug Kraft und Elan aufbringen, wenn sie gegen den FC Bayern spielen. Sie tanzen nicht mal einen ganzen Sommer, sondern lediglich 90 Minuten – manchmal sogar noch kürzer.
Anscheinend ist Podolski genau so ein Typ. In der Nationalmannschaft, bei wichtigen Spielen, können wir uns auf Poldi verlassen. In seiner Zeit bei uns gab es nur wenige gute Spiele. Klar, gegen wen sollte er sich auch motivieren können, wenn er selber bei der attraktivsten Mannschaft spielt? Sogar beim 1. FC Köln krebst er mit eher unterirdischen Leistungen im Sturm herum. Aber gestern, ja gestern, da hat er seinen persönlichen Befreiungsschlag ausgeübt. Er war hinten, er war vorne, er war der Schütze des 1:0. Dass der Ball haltbar war, hat Butt schon selber zugegeben. Wäre der gute Mann aus Bergheim nicht schon so sehr bekannt, würde er sich wahrscheinlich jetzt Nackt unter der Dusche ablichten lassen und anschließend in der Versenkung verschwinden. Poldi, ich zähle die Minuten bis zu deinem nächsten guten Spiel. Leider kann ich dir noch nicht sagen, an welchem Spieltag du nächste Saison gegen uns spielen wirst.
Spart euch eure Kommentare bezüglich meines Wehklagens. Natürlich darf es uns nichts ausmachen, wenn ein Spieler auf einmal 100 % gibt. Wir sind der FC Bayern und haben gegen einen Gegner gespielt der geschlagen werden muss. Auf allen Position sind wir überlegen. Aber wir reden hier über Fußball. Und so einfach ist es zum Glück nicht. Ansonsten bräuchten wir auch gar nicht erst versuchen die Champions League zu gewinnen. Auch dort gibt es Vereine die uns auf vielen Positionen überlegen sind. Natürlich haben uns gestern auch ein Robben und ein Ribéry in der ersten Halbzeit gefehlt. Ob es nun an am kleinen Franzosen lag, oder nicht, wäre die erste Hälfte halbwegs so verlaufen wie die Zweite, dann wären die 3 Punkte sicher gewesen. Neben Ribéry, wird ein weiterer Grund das hohe Tempo der Kölner (gemessen an Kölner Verhältnisse) gewesen sein, dass sie teilweise in der ersten Hälfte gegangen sind. Zwangsläufig wurde unsere Überlegenheit immer größer. Und ein Sieg wäre auch allemal drin gewesen. Wir haben gestern die Aluminium-Treffer Nr. 15 und 16 gesehen. Das nagt schon an einer Fan-Seele. Nicht auszudenken, wo man stehen würde, wäre nur die Hälfte der Treffer ins Netz gegangen. Gut, so wurde es gestern also nur ein Punkt. Ich bin aber absolut der Meinung von Christian Nerlinger. Wir können nicht nur noch mit Siegen bis zum letzten Spieltag rechnen. Und ein Sieg gegen direkte Konkurrenten und dafür ein Unentschieden gegen andere Clubs ist mir lieber. Es war doch gegen Nürnberg nicht anders. Dort haben wir 2 Punkte gelassen, dafür konnte das Spiel gegen den HSV gewonnen werden. So müssen wir denken und rechnen. Apropos Nürnberg. Vielleicht erreichen die Glubberer auch heute etwas gegen Leverkusen. Ein Sieg der Franken wäre schließlich auch mal wieder an der Zeit.
Und sonst?
Auch wenn ich es nicht wahr haben möchte, aber die Schalker müssen wir tatsächlich ernst nehmen. Louis van Gaal hat davon gesprochen, dass er die Ruhrpottler als stärkere Konkurrenz einschätzt als die Leverkusener. Was mir vor paar Tagen noch ein müdes lächeln abgewonnen hat, scheint sich aber zu bewahrheiten. Glanzlos zu gewinnen und trotzdem ein 1:4 zu erzielen, ist auch eine Leistung die man erst mal nachmachen muss. Sowas wurde früher über den FC Bayern gesagt, auch wenn wir nie so glanzlos waren wie der S04.
Zum Thema Amerell und Kempter schweige ich mich zunächst mal aus. Sollte sich aber rausstellen, dass die Mails vom Michi echt sind, wird der schmächtige Bursche wohl kein Spiel mehr pfeifen. Aber mal ernsthaft, wir haben doch nicht wirklich geglaubt, dass Schiedsrichter nicht auch gewisse Teams favorisieren? Schließlich sind es Fußball-Fans und nichts anderes. Nur merken darf es halt niemand….
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