Aug 17 2010

45 Minuten sind leider nur die Hälfte

DFB-Pokal
1. Runde 2010/2011
Germania Windeck – FC Bayern München 0:4

Und mehr habe ich gestern vom Spiel der Bayern gegen Germania Windeck nicht gesehen. Ich denke weiterhin darüber nach, ob wir einfach zu dämlich waren oder dieses Spiel für den Veranstalter einfach zu groß war.

Mein erster Kritikpunkt geht in Richtung DFB. Eine Spielansetzung um 18h an einem Wochentag ist schon recht ungewöhnlich. Jeder weiß, wie es rund um Köln aussieht, wenn der Feierabend angebrochen ist. Aber eine zeitgleiche Ansetzung mit dem Live-Spiel der Öffentlich Rechtlichen ließ sich nicht vereinbaren. Dann hätten ja womöglich die 41.000 Zuschauer im Stadion und die 2 Millionen Sky-Abonnenten, lieber das Bayernspiel anstatt Schalke geguckt.

Es gelang uns innerhalb von 45 Minuten aus dem Ruhrgebiet heraus, in den Dunstkreis der Weltstadt Köln zu gelangen. Da war es noch 17h. Und dann ging nichts mehr auf der A1. Nach einer halben Stunde sind wir runter von der Autobahn und dann in irgendeinem verdammten Ring versackt. Die Menschen um uns herum stiegen aus den Autos und ließen die Fahrer Fahrer sein, um schon mal zum Stadion zu laufen. Keine Polizei, keine Ordner und kein Parkplatz in Sicht. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch die Hoffnung, dass das Spiel evtl. später angepfiffen wird, da noch tausende von Leuten unterwegs waren. Diese waren schließlich an den Bayern-Trikots oder an ihrem hektischen Gang leicht zu erkennen. Aber die Hoffnung ist schließlich um 18h auch gestorben.

Die ersten Ordner und Polizisten sahen wir dann doch noch. Am Stadion. Direkt davor. Ich kenne mich mit den rechtlichen Dingen bei sowas nicht wirklich aus, aber ist es vielleicht möglich, dass die Stadt Köln keine Einsatzkräfte zur Verfügung gestellt hat, weil nicht der FC sondern Windeck spielte und Windeck dies nicht bezahlen konnte? Ich kürze dieses Dilemma mal ab. Wir betraten das Stadion beim 0:1 der Bayern, beim 0:2 waren wir gerade dabei die Treppen der Südkurve zu besteigen.

Zur zweiten Halbzeit kann ich nur sagen, dass man versuchte mit vielen kurzen Pässen die massive Abwehr von Windeck irgendwie zu knacken. Dabei haben wir uns oft verzettelt und das Spiel wirkte dadurch etwas „lustlos“. Die ersten Pfiffe, bei nicht gelungenen Angriffsbemühungen, kamen schnell auf. Leute, wir haben 2:0 geführt. Germania hatte in der zweiten Hälfte nicht den Hauch einer Gelegenheit. Kein Spieler reißt sich dann noch ein Bein aus. Es hat gereicht, in 4 Tagen beginnt die Bundesliga. Fertig.

Außerdem muss man erwähnen, dass die Fans auch nicht gerade ihr bestes gegeben haben. Außer in den ersten 5 Minuten der zweiten Halbzeit wurde kein Lied mehr angestimmt. Nichts. Also sowas habe ich auch noch nicht erlebt. Der Anheizer mit seinem Megaphon hat auch den Zaun verlassen. Nach dem Spiel habe ich noch kurz den Kollegen Breitnigge getroffen. In seinem Block spielte sich leider ein Drama direkt hinter ihm ab, das er hier eindrucksvoll beschreibt. Später habe ich das mit der mauen Stimmung in Zusammenhang gebracht, aber es lag wohl doch eher am Spiel unserer Mannschaft und an der Zusammensetzung des Fan-Blocks. Ich vermute, dass zum größtenteils Fans anwesend waren, die sonst nicht im Stadion sind. Wann kann man schon mal ein Pflichtspiel der Bayern live sehen, ohne Himmel und Hölle für eine Karte in Bewegung setzen zu müssen.

Mit dieser Hinfahrt, dem Spiel und der Geschichte von Breitnigge muss man einfach sagen, dass es schönere Tage und Spiele gibt.

Herzliches Beileid der Familie und allen Angehörigen!