Dez 21 2011

Angsthasen, Pechvögel und eine Schwalbe – Neues vom Streichelzoo

Zum 1. FC Köln sollte man eigentlich gar kein Wort verlieren. Fußball vom anderen Stern. Allerdings von einem völlig unbekannten blassen Stern mit so einem Namen wie KR64748. Ein Stern den kein Schwein kennt, und auch niemand erforschen möchte. Ein Stern, der nicht einmal zur Namensgebung anlässlich einer Hochzeit dienen könnte. Ein Stern, der wie ein Schlagloch auf dem Belag der Milchstraße wirkt. Schämt euch und steigt ab. Angsthasenfußball hat in der 1. Liga nichts zu suchen.

Auch der VfL versuchte gestern mit einer defensiven Taktik zum Erfolg zu kommen. Im Gegensatz zu den Kölnern, versuchten sie aber auch nach vorne zu spielen und hatten damit auch tatsächlich einmal Erfolg. Wir konnten über weite Strecken des Spiels den Abwehrriegel nicht knacken und zeigten die schon bekannten Schwächen bei defensiven Gegnern. Zu wenig Bewegung und viel zu wenig Torabschluss. Aus Kurvensicht hatte man das Gefühl, als würden die Bayern den Ball ins Tor tragen wollen. Ohne bewegte Bilder gesehen zu haben, würde ich behaupten, wir hätten wenigstens 5x auf das Bochumer Tor schießen können, haben es aber nicht getan, weil man versuchte eine noch bessere Schussposition zu bekommen. Das hat an den Nerven gezerrt. Fürchterlich. Trauriger Höhepunkt in der ersten Halbzeit war die Schwalbe von Robben. In der Bayernkurve war ein Aufschrei zu hören. Allerdings weiß ich nicht, ob der Aufschrei dem Schiri galt, der keinen Elfmeter sondern eine Schwalbe richtig erkannt hat, oder man sich über Robben aufgeregt hat. Ich habe auch geschrien, allerdings wegen der Schwalbe. Letzte Woche wird Robben als Schauspieler durch den Kakao gezogen und eine Woche später macht er uns den Andreas Möller. Unfassbar.

Anfang der zweiten Halbzeit machten wir es endlich besser. Es wurde aufs Tor geschossen. Innerhalb von 5 Minuten hatten wir 3 Ecken und einen Lattentreffer. Und kurz danach fiel auch das erlösende 1:1. Danach verfiel man allerdings auch wieder in ein Ballgeschiebe rund um den Strafraum des VfL. Die Auswechslungen von Heynckes waren goldrichtig. Jeder Zuschauer hätte genauso entschieden. Gustavo und Olic konnten sich kaum positiv in Szene setzen. Es lag aber in der Luft, dass dieses Spiel gut ausgehen würde. Auch wenn die Bochumer manchen Konter fahren konnten, gefährlich waren sie dabei nicht mehr. Dass wir in der 90. Minute durch Robben das Siegtor erzielten, war vielleicht Pech für die Bochumer, aber von einem Duselsieg ist das weit entfernt. Wir waren permanent die bessere Mannschaft und spätestens in der Nachspielzeit hätten wir das Spiel für uns entschieden. Dafür waren einfach zu oft am gegnerischen Strafraum. Irgendwann fällt dann halt so ein Tor. Wundern oder ärgern sollte sich der VfL Bochum darüber nicht.

Dass ich mich tatsächlich wie im Streichelzoo fühlte, lag auch daran, dass die Fangzäune in Bochum eher publikumunfreundlich aufgestellt wurden. Für diese Sicht 35 Euro zu verlangen ist schon etwas daneben.


Dez 14 2011

9 Jahre später

Sollte es doch mal wieder möglich sein, dass wir die Kölner ohne Punkte zurück ins Rheinland schicken. In der Arena konnten wir noch gar nicht gegen die Geißbock-Elf gewinnen. Statistiken die so rein gar nicht den gewohnten Statistiken der Bayern entsprechen. Hier muss Abhilfe her. Ein Sieg, ein deutlicher Sieg.

Was waren das für merkwürdige Tage? Selten habe ich erlebt, dass ein Spieler so an den Pranger gestellt wurde, wie es nun Arjen Robben passiert ist. Viele Redaktionen haben sich gehörig im Ton vergriffen. Allen voran möchte ich da “spiegel-online.de” nennen. Die einen Bericht der untersten Schublade öffentlich gemacht haben. Auf einer Verlinkung verzichte ich sehr bewusst. Keine Ahnung, was die Leute bei “spon” da geritten hat. Mir geht dieses ganze Theater bei ALLEN Profis gehörig auf die Nerven. Jeder sollte sich an die eigene Nase fassen, bevor man einen Spieler dermaßen in die Pfanne haut. Ich möchte alle Spieler auf die folgende Liste aufmerksam machen.
Folgendes geht allen Fans gehörig auf “die Eier”:

  • das ständige Handheben bei einem Gegentor (Abseits ist, wenn der Assistent die Fahne hebt)
  • das andauernde Einreden auf den Schiedsrichter bei einer wichtigen Entscheidung (er nimmt es sowieso nicht zurück)
  • das schnelle Fallen bei einer Berührung (ihr habt anscheinend nie oder nicht lange genug auf Asche gespielt)
  • das nervige Kopfschütteln des Stürmers, wenn Abseits gepfiffen wurde (der Assistent sieht es besser, ehrlich)
  • das sofortige Handheben, wenn man ein Foul begangen hat (ich bin ja so unschuldig)
  • das peinliche Rollendrehen, wenn man gefoult wurde (wenn mir was weh tut, drehe ich keine 57 Rollen)
  • das schnelle Zeigen zur Eckfahne, wenn man den Ball selber ins Toraus geballert hat (der Torwart könnte den Ball angehaucht haben)
  • das ungelenke Anzeigen eines Balles, wenn man dem Gegner erst die Beine weggetreten hat (Ball ist Ball, oder wie?)

Kein Schiedsrichter fällt auf diese Eigenarten rein. Und warum nicht? Weil ihr es ALLE und STÄNDIG macht. Habt ihr das noch nicht bemerkt, ihr Schauspieler? Aber vielleicht sehen wir ja am kommenden Spieltag wieder so eine Szene und der Schiedsrichter fällt auf das Handheben beim Gegentor tatsächlich rein und gibt einfach mal Abseits. Man weiß ja nie, ihr Narren.

Die Liste könnte man noch um einige Beispiele verlängern, aber ich habe jetzt keine Lust mehr. Sonst fällt mir noch auf, dass ich gegen den modernen Fußball bin. ;-) Ich nehme dabei die Spieler des FC Bayern nicht heraus. Und möchte noch einmal betonen, dass Robben im Spiel gegen Stuttgart nicht wirklich auffällig war.

Wenn es jetzt ein Aufsatz gewesen wäre, hätte ich wohl eine glatte 6 bekommen. Einleitung mit dem 1. FC Köln und dann aber mal richtig am Thema vorbei. Aber das stimmt gar nicht. Auch wenn wir zuletzt vor 9 Jahren gegen den FC in München gewonnen habe, sehe ich einem souveränen Sieg entgegen. Und darum ist darüber auch kein weiteres Wort zu verlieren. Macht euch keine Sorgen. Das Spiel wird ziemlich klar gewonnen. Versprochen!

Hier die letzten 10 Spiele der Kölner in München:

18.09.2010 Bayern München – 1. FC Köln 0:0
03.10.2009 Bayern München – 1. FC Köln 0:0
21.02.2009 Bayern München – 1. FC Köln 1:2
01.04.2006 Bayern München – 1. FC Köln 2:2
29.11.2003 Bayern München – 1. FC Köln 2:2
23.03.2002 Bayern München – 1. FC Köln 3:0
24.02.2001 Bayern München – 1. FC Köln 1:1
28.02.1998 Bayern München – 1. FC Köln 0:2
12.04.1997 Bayern München – 1. FC Köln 3:2
04.05.1996 Bayern München – 1. FC Köln 3:2

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Dez 12 2011

Robben auch im Stehen zu schnell

Wir hatten gestern gute Chancen ein paar Tore mehr zu erzielen. Außerdem gab es mal wieder eine Ballbesitzqoute von irgendwas über 70%. Mario Gómez, der alte Stuttgarter, erzielte zwei Tore. Es gab also eine ganze Reihe von Geschichten zu diesem Spiel, aber “überschattet” wurde dies alles von der skandalösen Gelb-Roten Karte gegen Molinaro.

Vereinsbrille hin oder her, aber was ich gestern teilweise über Twitter lesen musste, grenzte schon an Betriebsblindheit. So wurde doch tatsächlich unterstellt, dass Robben einen schmusigen Tritt in die Waden provoziert hat. Und wie hat er das gemacht? Hat er Molinaro bis auf das Äußerste gereizt und seine Mutter beleidigt? Hat er ihn feige mit versteckten Nadeln in den Oberschenkel gepickt? Ja, Robben hat Molinaro gereizt. Ich würde auch ausflippen, wenn ich meinem Gegenspieler so haushoch unterlegen wäre. Aber das war nicht der Hauptgrund. Nein, Robben hat einen Ball angenommen und dann einen Bruchteil von einer Sekunde gezögert. Feiger Hund, der Robben. Eine Provokation sondergleichen. Molinaro konnte doch gar nicht mehr stoppen. Wieso hat Robben das nicht gemerkt und ist schnell weggerannt oder hochgesprungen? Wieso nimmt Robben in Kauf, dass der Stuttgarter eine Rote Karte bekommt und er selber vielleicht so getroffen wird, dass er verletzt ausfällt? Was ging da bloß im Kopf des Niederländers mit den russischen Gesichtszügen vor? Da war er wieder, der Alleinikov.

Übertroffen wurde diese Szene eigentlich nur noch von Bratwurst Bobic. Im Halbzeitinterview wollte er partout nicht auf den Bildschirm schauen, um sich das Foulspiel von Molinaro anzuschauen. Lieber wetterte er, dass der VfB schon vier Gelbe Karten bekommen hat. Das kann ja gar nicht sein, weil doch der FCB auch schon gefoult hätte. Dabei wirkte er so souverän, wie der BVB in Europa aufgetreten ist. Letztlich schaute er aber doch hin und erkannte, dass schließlich auch der Ball gespielt wurde. Fußball ist halt kein Hallen-Halma und in so einem Spiel geht es eben heiß her. Revolverschnauze Bobic haute eine Phrase nach der anderen raus. Alle übrigens aus den 80ern. Und was war eigentlich mit “in so einem Spiel” gemeint? Möglicherweise eine Anspielung, dass schließlich gegen den FC Bayern gespielt wurde. Für den VfB sicherlich ein besonderes Spiel, für uns jetzt nicht so sehr. Südgipfel. Ja, ich weiß. Klingt arrogant. Ja, weiß ich. Ich bitte um Entschuldigung.

Jetzt haben wir doch wenigstens etwas worüber wir diskutieren können, wenn das Rückspiel ansteht. Oder auch nicht, wahrscheinlich wird an diesem Tag die Schale vorzeitig übergeben. Naja, dann eben in der nächsten Saison. Irgendwann graben wir die Geschichte wieder aus, da bin ich mir sicher.


Dez 5 2011

Ein Ball war zu wenig

Wieder an der Tabellenspitze angekommen, kann man sich nun auf das letzte Gruppenspiel der Champions League vorbereiten. Das für uns “bedeutungslose” Spiel gegen Manchester City steht auf dem Plan. Don Jupp sollte der Mannschaft noch einmal verdeutlichen, dass es nur einen Ball im laufenden Spiel gibt und bittschön nicht gestritten werden soll.

Gegen Bremen hatte es den Anschein, als wäre ein Ball und 2 Tore jeweils links und rechts zu wenig. Jeder wollte mal, aber nicht jeder durfte ein Tor erzielen. Spielerisch den Bremern überlegen, taten sich kleine Nebenschauplätze auf. So ergab es sich, dass Robben den Elfmeter verwandelte, den sich Gómez eigentlich schon zurechtgelegt hat. Darüber kann man jetzt streiten, ohne zu wissen, ob die beiden das noch vor dem Elfmeter oder wenigstens nach dem Spiel geklärt haben. Zum einen muss ich sagen, dass ich die Aktion an sich nicht in Ordnung finde. Am Ende hat es dem FC Bayern und auch Arjen Robben geholfen. Wenn die Aktion nicht funktioniert hätte, gäbe es nun Gesprächsstoff für Sky Sport News HD für den Rest der Woche. Zum anderen muss ich aber sagen, dass Gómez grottenschlechte Elfmeter schießt. Ich habe das schon einige Male angesprochen und stehe auch weiterhin zu dieser Meinung. Anscheinend hat es dem guten Mario aber noch niemand gesagt, sonst hätte er sich den Ball nicht zurechtgelegt. So war ich eigentlich froh, dass Robben und nicht Gómez angetreten ist. Auch wenn so etwas grundsätzlich vor Spielbeginn geklärt sein sollte. Wie sehr Robben aber dieses Tor gebraucht hat, konnte man an seinem Jubel sehen. Auch das ARD-Interview, bei dem Robben leicht emotional wurde, war bezeichnend für seine momentane Gefühlslage. Wobei ich noch immer recht verwundert bin, dass Robben diese Verletzung so sehr mitnimmt. Der Muskelriss war doch wesentlich schlimmer, aber anscheinend mental leichter zu verarbeiten? Ich weiß es nicht. Glaube aber mittlerweile auch, dass Robben auch psychisch ziemlich durchhing. Hoffentlich ist es nach der Winterpause endgültig überstanden. Und Kopf und Körper des Niederländers sind wieder frei. Wobei ich mich auch noch wundere, warum man das Risiko eingeht und Robben mit Schmerzen spielen lässt.

Gómez konnte machen was er wollte, ein Tor sollte er Samstag einfach nicht erzielen. Die Matrix hatte anscheinend einen anderen Plan. Zunächst schoss er ein Tor, dass auch bei Ansicht eines Standbildes nicht zu 100% als Abseits zu entschlüsseln ist (im Zweifel für den Angreifer?), und dann schnappte ihm Ribéry auch noch ein sicheres Tor weg. Das Ribéry charakterlich etwas anders als Robben gestrickt ist, konnte man am anschließenden Jubel sehen. Als Entschuldigung warf er sich Gómez um den Hals und wollte gar nicht mehr loslassen. Mario war davon so begeistert, dass er mit Rückenklopfen versuchte das kleine Äffchen wieder loszuwerden. Für Bayernfans ein amüsanter Augenblick, gerade wenn es dabei um ein 3:1 geht.

Wir sind wieder zurück an der Tabellenspitze und sollten zusehen, dass wir den Platz bis zur Winterpause halten. Auch ein Herbstmeister ist ein Meister. ;-)

Jetzt lassen wir einfach mal laufen und spucken noch Manchester in die teure Suppe.

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Nov 2 2011

Ich bin noch da, aber was macht eigentlich Robben?

Kurz in eigener Sache: Ich befand mich zuletzt etwas im Blog- und Twitterurlaub. Die Familie hat mich einfach mal 24 Std. in Beschlag genommen. Ich zitiere ja gerne aus alten Rocky-Filmen und da fällt mir ein Spruch von Apollo Creed ein: „Mir geht es gut, ich bin schneller und besser als jemals zuvor.“ Gut, eine Boxrunde später, war der gute Apollo Filmgeschichte. Da wir lediglich beim FC Hollywood und nicht tatsächlich in Los Angeles sind, wird mir dieses Schicksal erspart bleiben.

Den FC Hollywood gibt es eigentlich auch nicht mehr. Trotz Hausbrand und einer bisher spektakulären Saison, ist es angenehm ruhig bei unserem FC Bayern. So ruhig, dass man sich gar keine Gedanken über Arjen Robben macht. Aber was genau ist da eigentlich los? Der beste Spieler, der wohl jemals bei uns gespielt hat, fehlt seit einigen Wochen. Das ist bei dem smarten Niederländer nichts außergewöhnliches, schließlich leidet Arjen unter einem verletzungsanfälligen Körperbauwerk. Die letzte Krankengeschichte stellt sich allerdings recht seltsam da. Zunächst geplagt von einer Schambeinentzündung, fällt Robben wochenlang aus. Anschließend wird bei der niederländischen Nationalmannschaft entdeckt, dass Robben einen Leistenbruch hatte und operiert werden muss. Diese OP wird mehr oder weniger heimlich durchgeführt und erst Tage später bekannt gemacht. Lt. Müller-Wohlfahrt wurde die Leiste durch die andauernde Schambeinentzündung weich. So konterte er den Vorwurf der niederländischen Ärzte, die sich die Entdeckung der Verletzung auf die eigene Fahne geschrieben haben. Das wirklich merkwürdige passiert aber nach der OP. Man hört von verschiedenen offiziellen Stellen des FCB andere Aussagen zu Robbens Rückkehr. Die Spanne reicht von ein paar Tagen, bis zu einem völlig offenen Zeitplan. Und daran hat sich auch nach Wochen nichts geändert. Zwischendurch wurde Arjen wohl sogar in heimatlichen Urlaub geschickt. Wann hat man so etwas erlebt, wenn ein Spieler an so einer einfachen Sache wie an einem Leistenbruch laboriert? Ich kann mich nicht erinnern und komme langsam etwas ins Grübeln. Wie man aus Bayernkreisen so hört, könnte wohl auch eine gewisse Lustlosigkeit von Robben mitspielen. Genaueres weiß ich auch nicht. Aber wenn man die ganze Geschichte betrachtet, könnte diese Information tatsächlich stimmen. Möglicherweise wäre auch viel mehr Theater, wenn wir nicht gerade souverän auf Platz 1 stehen würden. Also genießen wir es einfach.

Aber jetzt fallen wir mal nicht zu sehr in den Boulevard ab und richten unsere Gedanken an Napoli. Lasst uns heute einen Riesenschritt Richtung Achtelfinale machen. Auf geht’s.

Wer von euch mal wieder meine Stimme hören möchte, der kann gerne mal wieder bei den Kollegen von Sportradio 360 reinhören. Die Kollegen feiern ihre 25. Sendung. Ein Grund mehr, mal reinzuhören.

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Apr 29 2011

Arschloch, Wichser, Hurensohn

Jahrelang hört sich der liebe Basti solche Gesänge an, und was macht er daraus? Arschloch, Pisser! Das hat doch gar keine Melodie!

95% des Landes redet über die königliche Hochzeit in Großbritannien. Der Rest spricht über den “Wutausbruch” von Bastian Schweinsteiger bei der gestrigen PK in München. Es handelte sich übrigens um eine Print-Pressekonferenz. Aus diesem Grund waren wohl auch keine Kameras dabei. Außer die vom FCB, aber die werden natürlich den Teufel tun und dieses Video online stellen.

Grund war eine Ausgabe der Sport-Bild, in der Schweinsteiger als Chefchen bezeichnet wurde. Auf den Kommentar von Robben angesprochen, dass van Bommel und damit ein Führungsspieler fehlt, kam es wohl zum Eklat gegenüber dem Journalist Christian Falk von der Sport-Bild. Der Gesprächsverlauf ist hier und hier nachzulesen.

Natürlich ist die Wortwahl von Bastian Schweinsteiger nicht in Ordnung und viele behaupten, dass seine Wut in Ordnung ist, aber andere Worte hätten gewählt werden müssen. Man darf aber nicht vergessen, dass es sich um einen Fußballer und keinen wortfindigen studierten Marketingfritzen handelt. Ich meine das überhaupt nicht negativ. Bastian war nicht auf diesen Gesprächsverlauf vorbereitet und es polterte einfach raus. Dazu kommt dieser überdurchschnittliche Erfolgsdruck, der auf der Mannschaft lastet. Das Ventil öffnete sich leider gestern, am falschen Ort und zur falschen Zeit.

Leute, jetzt bitte: Ausblenden, Konzentration, Schalke kommt! 3 PUNKTE MÜSSEN HER!

PS: Die Antwort der Sport-Bild finde ich übrigens überhaupt nicht souverän. Die Wortwahl “…sollen andere beurteilen” ist geradezu hinterhältig. Man äußert sich nicht wirklich, legt aber dem Leser die Gedanken ins Hirn. Liebe Sport-Bild, ihr hattet eine ganze Nacht Zeit und das kommt dabei rum? Dann doch lieber der Basti….


Mrz 13 2011

Stark oder schwach?

Waren wir am Samstag so stark, oder war der HSV einfach unfassbar schwach? Die Wahrheit liegt wohl auch hier in der Mitte, wie so oft. Nach anfänglichen Abtasten, drehte der FC Bayern so richtig auf und vollbrachte das Kunststück, innerhalb von 2 Minuten 3x das Aluminium zu treffen. Wobei man an Zeiten des Garagentor-Gómez erinnert wurde. Aber so eine Phase kann der Mario ruhig mal verschmerzen. Schließlich ist seine Bilanz in dieser Saison hervorragend! Und so lange andere Spieler treffen und dabei auch noch ein 6:0 rausspringt, ist schließlich alles in Ordnung.

Arjen Robben merkte man bei seinem Wutjubel an, dass ihm die letzten Tage gehörig auf den Zeiger gegangen sind. Vielleicht lag es aber auch an den zuvor vergebenen Chancen, dass er am liebsten die Arena kleingeschlagen hätte, als endlich das 1:0 erzielt wurde. Ab diesem Augenblick lief es wie nach Fahrplan. Es bestand zu keinem Zeitpunkt die Gefahr, dass der HSV wieder ins Spiel findet. Der FC Bayern durfte sich austoben und auch die “Sorgenkinder” Ribéry und Müller durften wieder Tore erzielen. Dem Endergebnis geschuldet, werden auch nicht viel Worte über die “neue” Abwehr verloren. Zur Abwechslung stellte Louis van Gaal tatsächlich Gustavo in die Innenverteidigung. Breno war gesperrt und Badstuber gehört zur Zeit nicht zur ersten Wahl des Trainers. Tymoschchuk ist zuletzt auch in Ungnade gefallen, so dass ein neuer Mann her musste. Da kaum Gegenwehr vom Hamburger SV aufkam, war dies auch kein richtiger Test für diese Art der Innenverteidigung. Ich bin gespannt, ob Louis morgen Breno aufstellt und Gustavo auf dieser ungewohnten Position erneut ran darf.

Weiter rätseln darf man darüber, ob dem Team, der Abschied von van Gaal schmeckt oder übel aufstößt. Bei verschiedenen Berichten wurde es negativ ausgelegt, dass niemand beim Torjubel zum Trainer gelaufen ist. Die Chance bestand schließlich 6 Mal. Ich weiß nicht, ob man an solchen Banalitäten eine Stimmung in der Mannschaft ausmachen kann, aber sicherlich war es irgendwo auffällig. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass nicht nur Uli Hoeneß, sondern auch van Gaal befreit ist. Louis wirkte sichtlich gelöst und er betonte immer wieder, dass die Entscheidung von beiden Parteien getroffen wurde. Gut, was will er auch machen, wenn man ihn loswerden möchte? Aber mir kam es tatsächlich so vor, als wäre Louis nicht böse um den Ausgang des Gesprächs mit Vorstand und Präsidium. Er hätte nicht länger als ein Jahr weitergemacht und nach den letzten stressigen Tagen ist er froh, dass er im Sommer die Koffer packen kann. Seine Frau wird ihr Übriges dazu beigetragen haben.

Abseits des Spiels spielten sich auch noch merkwürdige Szenen ab. So war der Kern der Südkurve auffällig leer. Zunächst wurde ein Boykott von einer Fangruppe vermutet. Entweder aufgrund der Entschuldigung an Manuel Neuer von unseren oberen Herren, oder aufgrund der Entscheidung gegen den Trainer. Letztendlich lag es daran, dass der FC Bayern einen Riegel vor illegalen Besuchern der Südkurve vorgeschoben hat. Es ist wohl schon seit Jahren der Fall, dass mehr Leute in der Südkurve sind, als eigentlich dürfen. Insbesondere in den letzten Spielen nahm diese Methodik überhand und man sah sich gezwungen einzugreifen. Durch diesen Umstand erklärten sich einige Fans solidarisch und blieben ebenfalls außerhalb des Blocks. Man darf gespannt sein, wie in den nächsten Spielen mit dieser Situation umgegangen wird. Anscheinend ist ein Treffen des Vorstandes mit Vertretern des Fanclubs bzw. des Fanclub-Dachverbands geplant.

Morgen spielen wir unser Rückspiel gegen Inter Mailand. In der Regel verkünde ich via Twitter mein Bauchgefühl am Tag des jeweiligen Spiels. Heute mache ich es schon etwas eher. Ich habe ein sehr gutes Gefühl und bin mir daher auch sehr sicher, dass wir die nächste Runde erreichen werden. Gegen den HSV war ich mir ähnlich sicher und dann wissen wir vielleicht auch, ob wir wieder stark sind und der Gegner uns egal ist….

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Feb 27 2011

111 Jahre FC Bayern – Partycrasher BVB

Heute wird der FC Bayern München 111 Jahre alt. Vor einem Jahr, zum 110. Geburtstag, war ich im Stadion gegen den Hamburger SV. Der FC Bayern gewann mit 1:0 und wir wurden seit langer Zeit endlich wieder Tabellenführer. Gestern lief es komplett anders. Wenn man es zusammengefasst betrachtet, hatten wir keine Chance das Spiel für uns zu entscheiden.

Die Dortmunder spielten wunderbaren Fußball. Das Ausschwärmen bei einem Konter ist echte Spitzenklasse. Jürgen Klopp hat gestern der Fußballwelt gezeigt, wie man Ribéry und vor allem Robben aus dem Spiel nimmt.

Ich schreibe schon mal vorab, dass ich nicht möchte, dass unser Trainer zur Disposition steht. Louis hat sicherlich für jede seiner Aktionen eine Idee oder einen „Masterplan“ (ekelhaftes Wort), aber so manches Vorhaben stößt leider an die Grenzen eines Fangehirns. So ziemlich jeder Schreiberling wird sich auf die Tatsache stürzen, dass Gustavo und Pranjic wieder die Positionen getauscht haben, obwohl Gustavo gegen Inter Mailand hervorragend gespielt hat. Pranjic lässt sich nur schwer beurteilen, da er nach wenigen Minuten gegen Inter ausgewechselt werden musste. Ich habe es schon so oft angesprochen, warum spielen die Spieler nicht auf den Positionen, die sie aus unser aller Sicht am besten können? Sicherlich lag es nicht nur daran. Bastian Schweinsteiger hat unterirdisch gespielt, das dürfte jeden Zuschauer in der Arena und vor dem TV aufgefallen sein. Sicherlich auch ein Grund, warum wir ziemlich Chancenlos waren. Müller war fast nicht vorhanden.

Warum tauschen Robben und Ribéry nicht die Seiten?

Der BVB hat unsere Flügelzange aus dem Spiel genommen. Robben kam kaum zum Abschluss und wurde zumeist gedoppelt. Der dadurch gewonnene Platz wurde von uns nicht genutzt, da zu wenig Laufbereitschaft vorhanden war. Robben und Ribéry spielen ja eigentlich auf den verkehrten Seiten. Robben ist Linksfuß, Ribéry ist Rechtsfuß. Man könnte jeden Gegner ordentlich durcheinander wirbeln, wenn man zwischendurch einfach die Positionen wechseln würde. Gerade gestern, hätte man damit für richtige Überraschungsmomente sorgen können. Es hätte nicht schlimmer kommen können, ein Risiko war somit nicht vorhanden. Aber vielleicht behält sich Louis diesen „Trick“ für ein noch wichtigeres Spiel vor. Kann ja sein.

Unsere Abwehr ist und bleibt ein Hühnerhaufen

Allein die Aktion zum 2:1 war grauenhaft anzusehen. Vier Spieler gehen auf den ballführenden Spieler, während sich 2 Borussen in Position bringen können. Jede Schülermannschaft würde man für diese Aktion zusammenfalten. Badstuber wurde völlig zu Recht zur Halbzeit ausgewechselt. Nach seiner Verletzung kommt er nicht so richtig in Fahrt. Wobei man aber auch sagen muss, dass er einige Defizite hat und ich nicht sicher bin, ob er auf Dauer unsere Abwehr weiterbringt. Wir müssen mindestens einen Innenverteidiger und einen linken Außenverteidiger verpflichten. Daran kommen wir einfach nicht vorbei.

Ich war mich sicher, dass wir gewinnen werden

Allerdings hat sich dieses Gefühl am Donnerstag und Freitag etwas abgeschwächt. Hoeneß sprach von einem deutlichen Sieg mit 2 Toren Vorsprung. Ich fand diese Aussage etwas unpassend und unangebracht. Ja, auch ich hatte eine große Klappe mit meinem Brief an Kevin Großkreutz, aber einen Sieg mit zwei Toren Vorsprung zu fordern oder anzukündigen, ist schon beinahe Respektlos. Es war absolut nicht förderlich für den Trainer und die Mannschaft. Der Druck war schon vorher groß genug. Und so beschlich es mich, dass das Spiel vielleicht doch nicht gut für uns ausgeht.

Liebe Dortmunder,

ihr könnt euch jetzt wieder beruhigen und diesen Blog bis zur nächsten Saison verlassen. Ihr habt es mir jetzt gezeigt, es braucht keine weiteren Kommentare mehr. Wenn ihr euch aber langweilt und eure Blogs und Foren zu eintönig sind, dann könnt ihr auch gern hier verbleiben. Ein bisschen Bayern sind wir doch alle, nicht wahr?