Mrz 20 2013

Europa sucht den Topfavorit

Ich kann es mir selber nicht erklären, aber irgendwas ist mit Europa passiert, direkt nach der Auslosung des Viertelfinals der Champions League. Es war magisch, unbegreiflich und keineswegs vorhersehbar. Das zuletzt gezogene Los war so was wie die Geburt eines Favoriten aus dem nichts. Vergleichbar mit der Schwangerschaft einer Jungfrau.

Als Mailand nach dem Hinspiel des Achtelfinals Barcelona mit 2:0 besiegt hat und der FC Bayern mit einem 3:1 aus London heimkehrte, gab es nur noch die Bayern als Topfavoriten. Selbstverständlich hat sich das Weltbild wieder gedreht, als die Katalanen die Mailänder mit 4:0 nach Hause schickten. Das ist völlig in Ordnung und mir auch wesentlich lieber. Die normalen Verhältnisse waren wieder hergestellt. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass der Hurra BVB auch immer mal als Geheimfavorit genannt wurde. Hurra, Hurra. Doch dann wurde gelost, gelost und gelost und als man schon fast vergessen hat, wer denn noch im Topf ist, wurde Juventus Turin aus der Kugel geboren gezogen. Und man hatte urplötzlich das Gefühl, als wäre ein Stück von Hans Zimmermann im Hintergrund eingespielt worden und so was wie der Heilige Gral wurde in die Kamera gehalten. Bayern? Wer ist das? Plötzlich sprach man nur noch von der alten Dame Juve. Das schwerste Los, dass man sich vorstellen konnte. Den Topfavoriten neben Barcelona. Und außerdem kommen die auch noch aus Italien. Dem Land in dem Deutsche zum Frühstück verspeist und zum Mittag wieder ausgewürgt werden. Natürlich nur fußballerisch gesehen.

Vielleicht ist das alles von Vorteil. Diese Niederlage gegen Arsenal im Rückspiel und der neugeborene Topfavorit. Die Konzentration auf diese Spiele wird größer sein, als wenn dieses Rückspiel gegen Arsenal einfach und erfolgreich verlaufen wäre. Ich habe mich schon bei der EM weit aus dem Fenster gelehnt und war mir mehr als siegessicher beim Spiel gegen Italien. Demnach werde ich mich jetzt mal zurückhalten und einfach nur sagen: Juventus ist dieses Jahr kein Gegner für uns. Scusate Italia!


Mai 21 2012

Wunsch erfüllt

Dumm gelaufen. Mein Minimalwunsch, dass wir wenigstens einen Treffer erzielen, damit man wenigstens 1x sieht wie München platzt, ist in Erfüllung gegangen. Nächste Mal werde ich mein Minimalziel etwas mehrwertiger ansetzen.

Dieser 19.Mai 2012 hatte einige Geschichten zu bieten. Gegen Mittag in München angekommen, knallt einem die Sonne entgegen. Nach der Sonne stechen die unfassbar vielen Bayern-Trikots ins Auge. Ich hatte keine Zeit um mich in der Innenstadt aufzuhalten, so konnte ich nicht überprüfen, ob auch die Geschäfte so rot waren, wie man es sich gewünscht hat. Die Menschen rund um den Hauptbahnhof waren es. Beim Aufbruch zum Olympiapark gegen 15h hat die Anzahl der offenkundigen Bayernfans weiter zugenommen. Ich habe so eine Stimmung bisher noch nicht erlebt und ich bereue die Reise aus diesen Gründen keineswegs. Bei diesem Ereignis muss man sich in der Stadt aufhalten, auch ohne Karte für die Arena.

Kein Gedanke an eine Niederlage wurde verschwendet. Heute passiert nur positives. Der Fußballgott kann nicht so ungerecht sein und etwas anderes zulassen. Kann nicht sein. Heute ist die Matrix rot-weiß.

Ich muss zugeben, dass ich vom Olympiapark wieder tiefst beeindruckt war. Das Wetter und die wunderbare Anlage schaffen eine Atmosphäre wie sie kein Stadion in Deutschland bieten kann. Einfach auf die Wiese legen und den Leuten beim Vorfeiern zusehen. Fantastisch. Auf der Wiese vor dem Olympischen Dorf waren auch einige Mädels im Bikini zu beobachten. Dies hatte natürlich die Folge, dass sich dort auch einige Männer sammelten und dem Stadion den Rücken zudrehten. Das dürfte wohl auch einmalig in Deutschland sein. Es ist wirklich beinahe eine Schande, dass dieses Stadion nicht mehr im Betrieb ist. Allerdings wissen wir auch alle, was es für ein Loch sein kann, wenn Wind und Regen durch München peitscht.

Negativ muss man leider die Organisation des Public Viewing bewerten. 4 Eingänge für ca. 60.000 Menschen finde ich schon etwas arg wenig. Wir waren zum Glück recht früh vor Ort und konnten dann von 18.30 bis 21 Uhr von der Haupttribüne zuschauen, wie die Menschen ins Stadion strömten. Ein immer gleichbleibender dicker Fluss von Menschen. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie sich einige bei der Sonne gefühlt haben müssen, bis sie endlich am Ziel waren. Dazu kommen eindeutig zu wenig Bierstände und für den Innenraum gab es nur 2 Toilettenwagen, wenn ich es richtig gesehen habe. Wahnsinn.

Die Stimmung war trotzdem hervorragend und das Spiel der Bayern ließ auch keine negative Stimmung zu. Die Zahlen zum Spiel sind bekannt und die gefühlte Ungerechtigkeit bleibt haften wie das Trikot von Robben an seinem Leib. Beim 1:0 war ich mir siegessicher wie noch nie. Es sind nur noch wenige Minuten. Noch ein Finale verlieren wir nicht in den letzten Minuten. Beim 1:1 war ich mir dann sicher, dass es nicht gut ausgehen wird. OK, wenn dieses Tor jetzt noch fällt, dann soll es heute nicht sein. Außerdem war das Müller-Tor schon reingeeiert. Nie im Leben machen wir noch ein Tor aus dem Spiel heraus. Beim Elfmeter von Robben blieb die Sicherheit der Niederlage konstant. Ich habe weder beim Pfiff gejubelt, noch bin ich von meinem Sitz aufgestanden als Robben anlief. Der Elfmeter gegen Dortmund brennt nach, ging mir durch den Kopf. Ich habe sogar im kompletten Wahn die Leute beruhigt, die schon beim Pfiff gejubelt haben. “Wir haben noch nicht getroffen, wir haben noch nicht getroffen”, wiederholte ich mich und machte dabei beruhigende Gesten mit den Armen. Peng, gehalten. Alles setzt sich wieder hin, ich drücke mich noch tiefer in den Sitz. Überzeugt davon, dass wir dieses Elfmeterschießen nicht gewinnen, malte ich mir schon aus, wie undenkbar es ist, dass gleich Spieler in blauen Trikots den Pott in den Himmel heben. Der gehaltene Elfmeter von Neuer ließ mich wieder hoffen, beim Treffer von Neuer war ich mir dann wieder komplett siegessicher. So schnell können Emotionen die Gedanken wieder ändern. Heute ist also der absolute Neuer-Tag, dachte ich mir. Einige Reihen unter uns, hatte ein Fan ein übergroßes Plakat von Manuel Neuer dabei. Vor dem Spiel habe ich es noch gesehen und gedacht, dass es vielleicht ein Zeichen ist. Man denkt ja viel dummes Zeug, wenn man das größte Ereignis der Vereinsgeschichte herbeisehnt. Olic läuft an. Gehalten. Schweinsteiger läuft an. Gehalten. Drogba läuft an und ich bete die Worte “mach dich lang, mach dich so groß wie gegen Madrid” in meine Faust. “Schluss!” Ich glaube, dass sagte Marcel Reif, als der Ball im Netz zappelte. Schon im nächsten Augenblick teilt sich die Menschenmasse im Innenraum nach links und rechts und geht den Ausgängen entgegen. Eine komplett unwirkliche Szene. Wie ein Schwarm Vögel, der plötzlich die Richtung wechselt. Das kann doch nicht sein. Wir wollten doch hier alle gleich eine Riesenparty feiern. Jetzt gehen alle schweigend einfach weg?! Diese Szene hat sich eingebrannt. Im Hintergrund ein paar dutzend Briten die auf der Gegengerade feiern. Ihr seid doch nur so wenige. Wir wollten feiern. Wir sind mehr und wollten es doch auch viel mehr. Was soll das?

Und dann ist es tatsächlich soweit: Spieler in blauen Trikots nehmen unseren Pokal entgegen und feiern in unserem Stadion, in unserer Stadt. Es ist Zeit zu gehen. Aber mein Minimalwunsch ging in Erfüllung. Das Gefühl in den wenigen Minuten der Führung war atemberaubend. Hätte es länger angehalten, wäre es ungesund gewesen.

Irgendwann gewinnen wir den Pokal wieder. Nicht in München, aber schön wird es trotzdem.


Mai 18 2012

Das vielleicht größte Spiel

Wir sind noch eine Nacht vom Spiel das Jahrzehnts entfernt. Möglicherweise wird es auch ein noch größeres Spiel. Hängt vielleicht auch etwas vom Ergebnis ab. Aber Fakt ist, wahrscheinlich werden wir nie wieder erleben, dass unser FC Bayern ein Champions League Finale in der eigenen Stadt spielen wird.

Aufregung gehört zu jedem Finale der Chamions League mit Beteiligung des eigenen Vereins, aber was dieses Jahr in den Herzen und Köpfen der Bayern-Fans los ist, kann man kaum noch beschreiben. Montag war noch das Pokalfinale allgegenwärtig. Neben der Action in Düsseldorf gab es danach nur noch ein Thema: Unser Champions League Finale dahoam! Es gab und gibt einige gute Aktion in München. Zum Beispiel wurden an 50 Brücken in München rot-weiße Banner aufgehangen. Der FC Bayern und der Club Nr. 12 hat alle Münchner aufgefort, sich am Samstag in Rot und Weiß zu kleiden. Darüber hinaus sollen alle Geschäfte und Häuser in den Vereinsfarben geschmückt werden. Ich bin gespannt, wie die Aktionen umgesetzt werden. Auch der Song der Band Room77 trägt zur guten Stimmung einiges dabei. Ist zurzeit bei mir Dauerbrenner im Auto.

Außerdem bin ich gespannt wie viele Bayern-Fans dann tatsächlich in der Arena sein werden. Rein theoretisch wurden an beide Vereine 17.500 Karten vergeben. Sicherlich gab es bei der UEFA einige Bestellungen mehr aus Deutschland als übllich. Und die gut betuchten Münchner haben sicher bei ebay auch das eine oder andere Mal zugeschlagen. Auf jeden Fall werden ca. 90.000 Bayern-Fans im Oympiastadion und auf der Theresienwiese sein und dort für Stadionatmosphäre sorgen. Ich freue mich auf das Olympiastadion. Zuletzt war ich bei der letzten Meisterfeier 2005 und dem Abschied vom Zeltdach vor Ort. Das ich dort mal ein Champions League Finale virtuell verfolgen werde, hätte ich mir auch nie träumen lassen. Das Wetter soll sich auch von einer guten Seite zeigen, so dass man das Olympiastadion auch genießen kann. Bei miesen Wetter war es dort ja kaum auszuhalten.

Ich kann nur noch eins tun. Zum Tippkaiser aufrufen und schauen ob wir nicht dieses Mal die 30-Tipper-Grenze knacken. Bei wichtigen Spielen waren über 20 Tipper ja schon fast Standard. Da sollten doch beim vielleicht größten Spiel 30 Tipper kein Problem sein.

Der Spruch ist abgedroschen aber nie war er so treffend: Der 19. Mai 2012 ist ein guter Tag um Geschichte zu schreiben! Pack ma´s!

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Mai 7 2012

Tausche Public Viewing Tickets gegen Arena-Tickets

Natürlich denkt sich jetzt jeder, was dieser Schwachsinn denn bloß soll. Ich meine das aber völlig ernst. Das Public Viewing hat gegenüber dem Live-Spiel viele Vorteile, die ich euch gerne hier aufzählen möchte. Ich bin ein guter Mensch, und würde deshalb meine Tickets fürs Olympiastadion eintauschen.

  •  im Olympiastadion wird sich eher die Unterstufe der Gesellschaft versammeln. Schließlich gab es die Tickets schon für 5 Euro. Euch erwartet also kein Opernpublikum, sondern lautstarker Gesang und wildes Geschrei. Oder meint ihr, dass Leute die für 2000 Euro Tickets bei ebay kaufen, eine Fan-Gesangsstimme haben?

 

  •  im Olympiastadion habt ihr eine wunderbare Parkanlage mit See und allem was dazu gehört. Wenn das Wetter mitspielt, könnt ihr euch den ganzen Tag dort aufhalten und auch noch das Fan-Programm der UEFA nutzen. Vor der Arena könnt ihr lediglich Kieselsteinweitwerfen veranstalten und das 156. Foto von der Außenhülle machen.

 

  •  im Olympiastadion könnt ihr euch die Vorberichte vom Premiumsender Sky anschauen. Topqualität mit Marcel Reif & Co. Das Vorprogramm in der Arena wird unendlich langweilig und wollt ihr wirklich zuschauen wie Robben, Drogba & Co. sich warmlaufen? Linkes Bein hoch, rechtes Bein hoch. Mehr passiert in der Regel nicht.

 

  •  im Olympiastadion könnt ihr euch während des Spiels Wiederholungen ansehen. Ihr wisst schneller als jeder Zuschauer in der Arena, ob Gómez wirklich zum 33. Mal im Abseits stand. Nur so kann man sich beim Fußball richtig ärgern. Und das wollen wir doch alle.

 

  •  im Olympiastadion könnt ihr euch Nachberichte anschauen und in Zeitlupe erkennen, wie Robben den Franz umarmt. In der Arena seht ihr alles nur einmal und ihr bekommt nur ca. 15% vom tatsächlichen Geschehen mit.

 

  •  im Olympiapark müsst ihr nicht mehrere Stunden im Parkhaus verbringen. Ihr seid schneller auf der Leopoldstraße um den Sieg der Bayern standesgemäß zu feiern. Wenn ihr aus dem Parkhaus an der Arena raus seid, ist die Party gelaufen.

Also bitte, ich bin für jeden Tausch offen. Ganz nebenbei könnt ihr auch noch Geld sparen. Die Tickets werden natürlich miteinander verrechnet.

Nur Mut, meldet euch.


Apr 25 2012

Pack ma’s!

Es ist soweit. Heute findet eines der Spiele statt, auf die man als Fan seines Vereins eine gefühlte Ewigkeit wartet. Rückspiel Halbfinale Champions League.

In ein Finale einzuziehen hat etwas magisches. Man steht im absoluten Rampenlicht. Man teilt es mit lediglich einer Mannschaft. Ob man auch der Sieger des Finales wird, ist mir erst einmal nicht so wichtig. Aber im Finale zu stehen, das gesamte Turnier mit dabei gewesen zu sein, dass hat etwas ganz spezielles für mich. Bis zum 19. Mai wird immer wieder davon berichtet. Die Finalteilnehmer sind jedem Fußballfan weltweit geläufig. Die Vorfreude auf das Finale konnte man eine ganze Saison auskosten. Dies alles (und noch viel mehr), birgt ein Finaleinzug in sich. Man war beim wichtigsten Vereinsturnier dabei und zwar über die gesamte Spielrunde. Unbeschreiblicher Stolz.

Natürlich will man auch das Finale gewinnen und wird in eine kurzzeitige Depression gestürzt, wenn man es verliert, aber im Halbfinale auszuscheiden, ist für mein Empfinden viel schlimmer. Und dieses Jahr ist es alles noch soviel extremer. Das Finale findet in München statt. Das Verlangen ins Finale einzuziehen, ist nicht mehr mehr messbar. Mein Geschrei bei beiden Toren im Hinspiel, war das Lauteste was mein Wohnzimmer seit Jahren zu hören bekommen hat. Erst dadurch habe ich gemerkt, wie wichtig mir dieses verdammte Finale dahoam ist. Ich habe immer gesagt, dass es doch albern ist, dieses Theater um den Spielort. Nein, ist es nicht. Es birgt Chancen für eine unvergessliche einzigartige Nacht.

Man spielt, siegt und feiert an einem einzigen Ort. München.

Jungs, lasst es uns erleben.

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Dez 8 2011

Heynckes großer Fehler

Es wurde in den letzten Tagen viel über B-Mannschaften gesprochen. Der letzte Spieltag der Champions League wurde von den bereits für das Achtelfinale qualifizierte Mannschaften zur Rotation genutzt. Auch der FC Bayern machte davon gebrauch und das nicht nur aufgrund von grippalen Infektionen.

Was beim FC Katalonien Barcelona mühelos funktionierte, sah beim FC Arsenal London und beim FC Bayern München Fröttmaning etwas anders aus. Vielleicht auch ein kleiner Hinweis, wie weit man doch tatsächlich noch von Barca entfernt ist. Aber das nur nebenbei. Ich kann den Gedankengang von Heynckes nachvollziehen. Wir haben ein straffes Programm hinter und vor uns. Außerdem gibt es Spieler, die auf einen Einsatz brennen und bislang kaum zum Zuge gekommen sind. Beispielsweise sind dabei Pranjic, Petersen oder auch Usami zu nennen. Da kommt doch so ein “Freundschaftsspiel” gerade recht. Die Dauerbrenner schonen und die Frischen in diesen unwichtigen Wettkampf schicken. Ich verstehe aber nicht, dass man noch vor einigen Tagen tönt, dass man auch dieses Spiel ernst nimmt. Schließlich gibt es für einen Sieg 800.000 Euro zu gewinnen. Und schließlich will man auch den Wettbewerb nicht verzerren. Wenn ich mich nicht irre, dann hat Hoeneß diese Worte gesprochen. Nun kamen bei Robben und Kroos grippale Infekte dazwischen. Ob sie denn gespielt hätten, wenn sie nicht krank gewesen wären, kann man jetzt nicht mehr sagen. Zumindest bei Kroos möchte ich das doch bezweifeln. Und da Robben nach wie vor Schmerzen hat, wäre sein Einsatz auch eher unwahrscheinlich gewesen. Wäre es ein Ligaspiel gewesen, hätten beide gespielt. Davon bin ich überzeugt.

Das gestrige Spiel ging also in die Hose. Der zweite Anzug war nicht wirklich harmonisch. Man konnte zwar etwas dagegenhalten, war aber zu keiner Zeit richtig gefährlich. Und jetzt frage ich mich, was so eine Aktion bringt, außer, dass die Dauerbrenner geschont werden. Ich glaube nicht, dass es z.B. Petersen irgendwas gebracht hat. Ganz im Gegenteil, ich behaupte sogar, dass es noch frustrierender für so einen jungen Mann ist. Was soll er auch denken? “Jetzt spiele ich mal, um mich herum sind aber fast nur Leute, die für die Stammelf nicht gut genug sind. Meine Person eingeschlossen.” Das werden doch seine Gedanken gewesen sein. Ein Kroos oder ein Ribéry, die beide einen Petersen in Szene setzen können, waren nicht auf dem Platz. Außerdem hat diese B-Elf das Spiel verloren, so dass das Selbstbewußtsein eher geschwächt wurde. Dazu kommt, dass man in der Champions League und damit auch weltweit noch einmal ein Ausrufezeichen hätte setzen können, wenn man ManCity auswärts geschlagen hätte. Den Tabellenführer der Premier League. Man kann sicherlich geteilter Meinung zu diesen Spielen einer B-Mannschaft sein, aber ganz sauber fand ich die Aktion definitiv nicht.

Aber der angesprochene große Fehler von Heynckes war, dass er Butt gebracht hat. Das Spiel wäre doch für Neuer mal eine richtige Herausforderung gewesen. Butt musste gestern mehr Bälle halten, als Neuer in der ganzen bisherigen Saison auf sein Tor bekommen hat. Also da hat der Jupp aber wirklich nicht nachgedacht. :-)


Okt 20 2011

Neapel gesehen und nicht gestorben

1:1 gegen einen Gegner, der doch eigentlich kein Problem sein sollte. Der FC Bayern München 2011 steht direkt unter dem FC Barcelona, zumindest in vielen Köpfen von Bayern- bzw. Fußballfans.

Nach vielen Siegen in Folge und einer erstklassigen Defensive, ist man in Fußball-Deutschland verwöhnt. Eine etwas schwächere Offensivleistung und es brummt durch die Twitterwelt. Das dabei unsere Defensive einmal mehr recht gut stand, wird dabei gerne übersehen. Neapel hat Inter und AC Mailand klar besiegt. Gegen uns hatten sie eine einzige Chance, die wir dann auch noch ins eigene Tor buxiert haben. Es gibt also keinen Grund zum Jammern oder Wehklagen. Auch wenn die ganz klaren Torchancen (zum Elfmeter komme ich erst später) nicht vorhanden waren. Jupp Heynckes hat es völlig richtig erkannt. Es wurde immer behauptet, dass Neapel nicht italienisch spielt. Soll heißen, dass gerne offensiv gespielt wird. Das war aber gegen uns nicht der Fall. Der SSC hat eindeutig mehr Wert auf die Verteidigung gelegt.

Warum Mario Gómez die Elfmeter für uns schießt, habe ich noch nie verstanden. Schon Samstag habe ich getwittert, dass man sich darüber mal Gedanken machen sollte. Auch wenn er meistens trifft, sind die Bälle mehr reingeeiert, als souverän verwandelt. Ich schätze Gómez durchaus. Dabei schwimme ich gegen den Strom vieler Bayernfans, die mit der Technik des Torschützenkönig unzufrieden sind. Mir ist die Technik völlig egal, solange er gut steht und sein Durchsetzungsvermögen weiter so einbringen kann. Aber die Elfmeter müssen andere schießen. Wir haben mit Ribéry, Kroos, Schweinsteiger, Robben, van Buyten, Müller zigfach Spieler im Kader, die für diesen Standard besser geeignet sind. Wir haben Glück gehabt, dass sich der Fehlschuss in einem Gruppenspiel ereignet hat. Vielleicht wird jetzt tatsächlich etwas geändert. Unter van Gaal wurde immer ein neuer Schütze gewählt, bis dieser einmal verschießt. Ob es diese Regelung noch gibt, kann ich nicht sagen.

Zusammengefasst muss man sagen, dass die Spieleinschätzung vieler Fans und Experten ähnlich falsch sind, wie die deutsche Interpretation des titelgebenden neapolitanischen Sprichworts. Der FC Bayern hat ein ordentliche Partie gezeigt und einen starken Gegner keine wirkliche Chance gelassen. Punkt.


Aug 16 2011

20 Millionen für mindestens 180 Minuten

Diese Summe ist den Bayern garantiert, wenn man die Qualifikationsrunde der Champions League übersteht und die Spiele gegen den FC Zürich erfolgreich bestreitet. Aber es geht diese Saison nicht nur um die Millionen.

Das Finale findet in München statt und der FC Bayern betont immer wieder, dass man unbedingt in heimischer Atmosphäre bei diesem Spiel dabei sein will. Dabei wird dieses heimische Finale völlig überbewertet. Irgendwo habe ich eine Statistik gelesen, dass es nur ganz wenige Vereine waren, die Zuhause die Champions League-Trophäe gewonnen haben. Natürlich wäre das eine wunderbare Geschichte. Aber ehrlich gesagt, ist es mir so was von egal, wo wir gewinnen. Wäre nur schön überhaupt mal wieder den Pokal nach über 10 Jahren nach München zu holen. Sicherlich wäre es aber auch besonders bitter, wenn man durch das Scheitern in der Qualifikationsrunde, nicht einmal die Chance hätte, dabei zu sein.

Bei der Auslosung haben sich viele Bayern-Fans bereits in die Hosen gemacht, weil recht unangenehme Gegner im Lostopf zu finden waren. Nach der Auslosung war viel Überheblichkeit zu lesen. Wir sollten die Schweizer auf keinen Fall unterschätzen. Ihr letztes Spiel gewannen sie mit 2:1 gegen den Schweizer Meister FC Basel. Zu verlieren haben sie nichts. Sie sind der krasse Außenseiter und können befreit aufspielen.

Unser Spielsystem ist leider noch stark verbesserungswürdig. Der Last-Minute-Sieg gegen Wolfsburg kann darüber nicht hinwegtäuschen. Zum Glück. Die 3 Punkte haben wir eingefahren, aber ein Schönreden war unmöglich. Jupp Heynckes hat noch viel Arbeit vor sich. Er hat selbst zugegeben, dass die Offensive zuletzt vernachlässigt wurde, weil man sich mehr auf die Defensivarbeit konzentriert hat. Man kann ihm das nicht verübeln, schließlich ist die Abwehr in der letzten Saison unser Schwachpunkt gewesen. Und der Erfolg gibt ihm eigentlich Recht. Wir haben in 3 Pflichtspielen nur ein Gegentor kassiert und dies auch noch äußerst unglücklich. Und mal ernsthaft, unsere Offensive sollte eigentlich auch ohne große Trainingsmaßnahmen überzeugen können. Mit Ribéry, Robben, Müller und Gómez muss man eigentlich annehmen, dass die Tore nur so von selbst fallen. Tun sie aber leider bisher nicht. Vielleicht hat der Sieg gegen Wolfsburg aber auch etwas den Kopf befreit und wir erleben schon morgen einen ganz anderen FC Bayern. Ich glaube daran.

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.