Mrz 20 2013

Europa sucht den Topfavorit

Ich kann es mir selber nicht erklären, aber irgendwas ist mit Europa passiert, direkt nach der Auslosung des Viertelfinals der Champions League. Es war magisch, unbegreiflich und keineswegs vorhersehbar. Das zuletzt gezogene Los war so was wie die Geburt eines Favoriten aus dem nichts. Vergleichbar mit der Schwangerschaft einer Jungfrau.

Als Mailand nach dem Hinspiel des Achtelfinals Barcelona mit 2:0 besiegt hat und der FC Bayern mit einem 3:1 aus London heimkehrte, gab es nur noch die Bayern als Topfavoriten. Selbstverständlich hat sich das Weltbild wieder gedreht, als die Katalanen die Mailänder mit 4:0 nach Hause schickten. Das ist völlig in Ordnung und mir auch wesentlich lieber. Die normalen Verhältnisse waren wieder hergestellt. Ganz nebenbei sei erwähnt, dass der Hurra BVB auch immer mal als Geheimfavorit genannt wurde. Hurra, Hurra. Doch dann wurde gelost, gelost und gelost und als man schon fast vergessen hat, wer denn noch im Topf ist, wurde Juventus Turin aus der Kugel geboren gezogen. Und man hatte urplötzlich das Gefühl, als wäre ein Stück von Hans Zimmermann im Hintergrund eingespielt worden und so was wie der Heilige Gral wurde in die Kamera gehalten. Bayern? Wer ist das? Plötzlich sprach man nur noch von der alten Dame Juve. Das schwerste Los, dass man sich vorstellen konnte. Den Topfavoriten neben Barcelona. Und außerdem kommen die auch noch aus Italien. Dem Land in dem Deutsche zum Frühstück verspeist und zum Mittag wieder ausgewürgt werden. Natürlich nur fußballerisch gesehen.

Vielleicht ist das alles von Vorteil. Diese Niederlage gegen Arsenal im Rückspiel und der neugeborene Topfavorit. Die Konzentration auf diese Spiele wird größer sein, als wenn dieses Rückspiel gegen Arsenal einfach und erfolgreich verlaufen wäre. Ich habe mich schon bei der EM weit aus dem Fenster gelehnt und war mir mehr als siegessicher beim Spiel gegen Italien. Demnach werde ich mich jetzt mal zurückhalten und einfach nur sagen: Juventus ist dieses Jahr kein Gegner für uns. Scusate Italia!


Nov 29 2012

Herbstmeister trotz Überzahl

Als Florian Meyer die Rote Karte in den Himmel streckte, hatten viele Bayernfans ein eher ungutes Gefühl in der Bauchgegend. Die letzten Spiele in Überzahl gegen Valencia und Nürnberg waren nicht so prickelnd. Beide Spiele endeten 1:1. Das hätte tatsächlich auch gestern passieren können, wenn Neuer nicht einmal glänzend reagiert hätte, oder Herr Meyer einen Elfmeter für Freiburg gepfiffen hätte.

Das Schiedsrichtergespann hatte ein schwieriges Spiel zu leiten. Es gab einige knifflige Szenen, die man so oder so entscheiden konnte. Den Elfmeter für den FC Bayern konnte man geben, musste man aber nicht. Die Rote Karte gegen Freiburg konnte man auch geben, obwohl es in der Zeitlupe doch eher harmlos aussah. Allerdings kommt in der Zeitlupe auch nicht die Dynamik von Shaqiri richtig rüber. Dann gab es aber noch weitere elfmeterreife Szenen. Es gab ein versehentliches Handspiel von Martínez, das man mit dem Handspiel von Sorg vergleichen konnte. Wenn Strafstoß gepfiffen worden wäre, hätte man sich nicht beschweren dürfen. Was aber etwas unterging – ich halte mich gerade an die Berichterstattung von Sky – war, dass die Bayern 3x klar benachteiligt wurden. Es gab ein eindeutiges Foul an Ribéry im Strafraum des SC. Leider fällt Ribéry so ungeschickt und übertrieben, dass es wie eine Schwalbe wirkte. Dabei fährt der Freiburger eindeutig den Oberschenkel aus und bringt somit den Franzosen zu Fall. Außerdem wurde 2x Abseits gepfiffen, obwohl es eindeutig kein Abseits war. Kroos wäre frei durch gewesen und Pizarro hätte ebenfalls eine sehr gute Chance gehabt. Christian Streich sollte auch diese Szenen betrachten, wenn er der Meinung ist, dass seine Mannschaft benachteiligt wurde. Im Interview mit Sky hat er dies eindeutig geäußert. Sinngemäß hat er geäußert, dass gegen den SC gepfiffen wurde, weil der Verein klein ist. Man könnte auch sagen, der große FC Bayern wurde bevorteilt. Das war nicht der Fall.

Unser Spiel in Überzahl kann einen wirklich zur Verzweiflung bringen. Wir taten uns wieder sehr schwer und konnten den Vorteil kaum nutzen. Die wirksamste Waffe der Freiburger war dabei ihre Abseitsfalle. Wobei ich aber geahnt habe, dass das nicht auf Dauer gut gehen wird. Und so kam es auch, dass Tymoshchuk frei durchlaufen konnte und den Sieg gesichert hat. Auch Ribéry konnte die Abseitsfalle überwinden, konnte aber den Ball nicht im Tor unterbringen. Dazu noch die beiden falsch abgepfiffenen Szenen. Im Endeffekt war die Waffe Abseitsfalle doch eher eine Wasserpistole.

Somit sind wir der früheste Herbstmeister aller Zeiten. Mal wieder ein Rekord den wir für uns verbuchen können. Die Saison lässt zurzeit kaum Wünsche übrig. Wenn man meckern will, dann pickt man sich die Überzahlspiele oder das Spiel gegen Borisov raus. Das war es dann aber auch schon.

Samstag empfangen wir Dortmund zum Spitzenspiel. Unser Punktekonto gibt uns ein beruhigendes Gefühl. Ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage können wir locker verschmerzen. Wobei es aber bitte nicht so enden soll. Ich gehe fest davon aus, dass dieses Spiel keinen Sieger finden wird. Was allerdings für Dortmund wie eine Niederlage wirken dürfte. Leverkusen ist zurzeit sehr stark und Schalke wird auch wieder punkten. Der Druck lastet also fast ausschließlich auf Dortmund. Aber lt. den Fans des BVB will man eh nur unter die 3-4 Plätzen kommen. Na dann….

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Nov 28 2012

Auf den Kuhhandel fokussiert

Man sagt ja, dass die Allgemeinheit Recht hat. Ich erinnere mich an eine Geschichte, bei der es um die Schätzung des Gewichts (oder war es der Wert?) eines Rindviehs ging. Irgendwann vor langer Zeit. Mehrere Dutzend Menschen konnten einen Tipp abgeben. Als man den Durchschnitt der Tipps ausgewertet hat, war es exakt das Gewicht (oder der Wert?) des Rindviehs. Erstaunlich, oder? Worauf ich hinaus will: Die Bayern-Fans sind im Schnitt hochkonzentriert auf das heutige Spiel. Kaum Häme über das gestrige Ergebnis des BVB (oder der vergebenen Chance von Kevin Großkreutz). Viel mehr wurde immer wieder daran erinnert, dass wir heute erst noch gewinnen müssen. Und worauf ich wirklich hinaus will: Wenn die Fans schon so fokussiert sind, dann wird es der Mannschaft ähnlich gehen. Davon bin ich überzeugt.

Wir können am 14. Spieltag schon die Herbstmeisterschaft feiern. Das gab es noch nie. Und jetzt wird mir erneut bewusst, warum der BVB letzte Saison so viele Rekorde geknackt hat. Ist doch logisch, damit der FC Bayern neuen Ansporn hat. Bester Saisonstart aller Zeiten, beste Auswärtsserie zu Saisonbeginn, beste Tordifferenz zum Saisonstart, usw. Für den Großteil der Geschichte ist noch immer der FCB zuständig. Und in der 50. Saison der Bundesliga sowieso. Standesgemäß.

Ich sehe schon wieder, wie einige die Hände über den Kopf zusammenschlagen und mich verbannen wollen. Ah, die arroganten Bayern sind zurück (dabei waren sie nie weg). Mit Arroganz hat das aber wenig zu tun. Wie ich schon gestern getwittert habe, muss es doch erlaubt sein, dass man den Moment genießt, ohne dabei den Fokus zu verlieren. Darum kann man sich auch ruhig mal freuen, wenn Dortmund nur 1:1 gegen die Fortuna spielt. Selbst wenn wir heute verlieren sollten, ist es doch klasse, dass wir nur einen Punkt einbüßen würden. Seht es doch mal so. Und außerdem ist es doch auf Dauer echt langweilig, wenn man nicht mal zwischendurch ein paar Frotzeleien auspackt. Da fällt mir wieder dieses dicke Ding vom Großkreutz gestern Abend ein. Das war aber auch eine Chance! Spielt der Kevin eigentlich am Samstag? Sonst muss der Neuer doch erst zur Bank laufen, um sein schönstes Siegerlächeln zur präsentieren. Das würde Neuer natürlich nicht machen, aber ich fand die Idee gerade so toll. Ach, jetzt bin ich doch schon zum Samstag abgedriftet. Zurück in die Spur: Heute gewinnen und Herbstmeister werden und Samstag ganz in Ruhe der Borussia ein Unentschieden abknüpfen. So stell ich mir die restliche Woche vor.


Nov 21 2012

Tief durchatmen. Alles ist gut.

Da haben wir doch alle schon den Herbst 2012 als gülden erklärt und dann dieser Schock. Wir spielen nur 1:1 gegen Nürnberg und ebenfalls 1:1 gegen Valencia. Und dabei waren wir jeweils in der Überzahl. Wie schlecht können wir eigentlich noch werden? In der Bundesliga abgeschlagen auf Platz 1 und in der Champions League nur punktgleich mit Valencia an der Tabellenspitze. So ein verdammter Mist. Barcelona, diese verrückten Katalanen, die haben schon wieder 12 Punkte eingeheimst und wir nur 10. Was dieser Verein braucht, ist ein Erfolgserlebnis. Der Knoten muss endlich platzen.

Ich kapiere einfach nicht, warum dieser Mannschaft nicht dauerhaft diesen so herbeigesehnten Spitzenfußball zeigen kann. Sie haben doch jetzt gerade mal 19 Pflichtspiele (ohne Länderspiele) in ca. 12 Wochen geleistet. Die verdienen doch Millionen. Wenn man Millionen verdient, dann ist man doch nicht mehr anfällig für menschliche Dinge wie Erschöpfung oder Motivationslosigkeit. Außerdem haben die doch hauptsächlich gegen Mannschaften gespielt, die weniger gute Spieler in ihren Reihen haben. Wo ist also das Problem? Ist doch klar, dass ein Mann wie Martínez 40-mal besser spielen muss, als ein Spieler der nur 1 Million gekostet hat.

Es sollte doch auch kein Problem sein, eine Serie von 8 Siegen in Folge erneut zu toppen. Wenn man 8-mal in Folge gewinnen kann, dann kann man auch 852-mal in Folge gewinnen. Wenn beim Roulette 12-mal Schwarz kommt, kann schließlich noch mal Schwarz kommen. Oder so ähnlich.

Was man in den letzten Tagen wieder für Kommentare hört und liest, ist wirklich nicht mehr feierlich. Entweder sitzt der Stachel – und damit die Angst – von letzter Saison noch so tief, oder einige Bayern-Fans brauchen mal eine kleine Abkühlung. Wehret den Anfängen! Schon klar, ich habe verstanden. Aber trotzdem sollte man doch mal vernünftig bleiben und anerkennen, dass es sich um Menschen in roten Trikots handelt, die es zumeist gegen verdammt tiefstehende Mannschaften zu tun bekommen. Ja, auch das weiß ich, dagegen sollten wir nach letzter Saison ein Mittel gefunden haben. Aber stellt euch vor, die anderen Mannschaften wie z.B. Nürnberg und Valencia haben auch Menschen im Kader, die eine gewisse Wehrhaltung bei Spielen gegen uns annehmen. Ja, auch Nürnberg und Valencia spielen mit aggressiven Menschen die nicht gerne verlieren. Wahnsinn, oder?

Jetzt beruhigt euch und lehnt euch zurück. Samstag bekommt ihr wieder eure Torparade. Ich bin mir sicher.


Nov 4 2012

Anonyme Gegner

27 Punkte und eine Tordifferenz von 30:4. Bei einer ähnlichen Bilanz im letzten Jahr, habe ich mich dazu hinreißen lassen, den FC Bayern als Deutschen Meister zu küren. Und nun sitze ich mit zittrigen Fingern an der Tastatur und halte mich davon ab, erneut ähnliches zu schreiben. Es könnte ja Pech bringen und außerdem macht man so etwas auch nicht. Meine Strafe habe ich letzte Saison mehr als bitter erhalten.

Der HSV wurde sozusagen anonymisiert. Die Gegner sind für uns austauschbar. Namen interessieren nicht mehr. Ob ein van der Vaart oder ein Adler auf dem Platz steht, spielt keine Rolle. Der Gegner stellt lediglich 11 Spieler auf dem Platz, die den Ball hinterherlaufen und uns beim Spielen beobachten dürfen. So war es übrigens auch gegen Leverkusen, da hatten wir einfach nur Pech. Müller, Kroos, Ribéry fallen zurzeit besonders auf, wenn man überhaupt jemanden hervorheben sollte. Bei Kroos möchte man Woche für Woche nur noch „endlich, endlich“ gen Himmel schreien. Endlich zeigt er konstant die Leistung, die man von seiner Zeit in Leverkusen gewohnt war. Endlich ist er permanent Torgefährlich und endlich macht er immer öfter wichtige Tore. Ganz abgesehen davon, dass er endlich die entscheidenden Pässe spielt. Einfach (Achtung Boulevard!) Kroosartig!

Ich höre immer öfter, dass der Gegner von einem Klassenunterschied spricht oder darauf verwiesen wird, dass der FC Bayern sich die Gegner in der Champions League suchen muss. Worte, die das geschundene Bayernherz der letzten Saison zum pulsieren bringen. Wenn am Ende jetzt auch noch der eine oder andere Titel dabei rumkommt, ist alles wieder in Ordnung. Der Stachel vom Mai dieses Jahres sitzt bei mir noch recht tief, stelle ich gerade fest. Die Angst wieder alles zu verlieren, ist momentan tatsächlich größer, als der Wunsch unseren FCB schon als Meister zu titulieren.

Ich bin ein Fan dieser aussterbenden Rasse, denen es ganz egal ist, wie gewonnen wird. Mir sind die 3 Punkte wichtiger als jede Schönspielerei. Das ist an sich nichts Besonderes, aber der moderne Fan möchte auch attraktiven und offensiven Fußball sehen. Wie wunderbar, dass der FCB zurzeit alle Fanlager bedient. Der Fußball ist äußerst schön anzusehen und die 3 Punkte werden nebenbei auch noch eingesackt. Kleine Tiefpunkte, wenn man es überhaupt so nennen darf, waren die Spiele gegen Lille (spielerisch) und Borisov. Am Mittwoch können wir auch in der Champions League diese kleinen negativen Ereignisse wieder wettmachen und uns dem Achtelfinale einen Schritt nähern.

Nach einigen Wochen der Pause, wird es mal wieder Zeit für den Tippkaiser. Ab geht’s…

Macht auch wieder mit beim “Tippkaiser”. Einfach per Kommentar Torschützen, Vorlagengeber und Zeitpunkt des ersten Bayern-Tores anhand von Dritteln bestimmen.


Okt 25 2012

Wenn Stärke plötzlich Schwäche werden soll

Was macht man, wenn man eigentlich zurzeit am FC Bayern nicht rummäkeln kann? Man macht es einfach trotzdem und zwar auf einem äußerst schwachen Niveau. Wir haben einen neuen Startrekord in der Bundesliga hingelegt und spielen äußerst dominant und ideenreich. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Wobei die Ausnahme dann wohl in der Champions League stattfindet. Zu nennen sind dabei die Spiele gegen Lille und an erster Stelle gegen Borisov.

Gegen Lille wurde aber trotzdem kämpferisch mit 1:0 gewonnen, so dass nur noch Borisov als Kritikpunkt dienen kann. Diese eine Niederlage reichte aber nicht aus, um genügend Stimmung gegen den FC Bayern zu machen. Dazu muss man wissen, dass es dem Blätterwald und den Medien im Allgemeinen zu ruhig ist, wenn der FCB souverän an der Tabellenspitze thront. Schlagzeilen Anti-FC Bayern verkaufen sich halt deutlich besser. So versuchte man es zunächst mit einer komplett übertriebenen Geschichte um Matthias Sammer und Jupp Heynckes. Diese Nummer wurde einigermaßen lässig überstanden. Mehr, als die Geschichte mit Worten zu widerlegen, konnte man in München nicht tun. Nach ein paar Tagen war der Spuk vorbei. Wahrscheinlich aber nur bis zu nächsten Niederlage, bei der sich Heynckes und Sammer nicht alle 5 Minuten während des Spiels anlächeln.

Die nächste schräge Nummer „musste“ ich mir beim Doppelpass anhören. Der Begriff, dass sich der FC Bayern nur selber schlagen kann, bekam dabei für mich eine neue Bedeutung. So wurde dort von einem Protagonisten behauptet, dass der FCB noch seine Schwierigkeiten bekommen wird. Gespannt wie ein Flitzebogen, verfolgte ich die Mundformungen des Insiders und konnte es anschließend nicht glauben, was dabei für ein Käse ausgesprochen wurde. „Wenn Gómez, Alaba und Robben wieder an Bord sind, werden die Bayern ihre Schwierigkeiten bekommen. Und Martínez wird es sich auch nicht mehr lange gefallen lassen, nur von der Bank zu kommen.“ Bam! Das hat gesessen. Überall auf der Welt würde man behaupten, dass diese geballte Fußball-Power eine Mannschaft noch verstärken würde. Anscheinend nicht in München. Im Umkehrschluss würde das bedeuten, dass die Verletzungen der genannten Spieler den FC Bayern München verstärkt haben. Verrückte Welt. Und wer noch nicht kapiert hat, dass Martínez bis zur Winterpause durchgeschleppt wird, weil er seit über ein Jahr keine Pause hatte, dem ist nicht mehr zu helfen.

Sicherlich kann man aus Abgängen oder Verletzungen von starken Spielern auch immer einen gewissen positiven Effekt ziehen. Das ist auch in München schon oft genug vorgekommen. Die Mannschaft rückt enger zusammen und andere Spieler können plötzlich stärker und befreiter aufspielen, aber trotzdem darf ich diese These in den Raum der Spinnerei abstellen. Wenn ich den Herrn richtig verstanden habe, geht der davon aus, dass diese Spieler ärger machen, wenn sie nicht zum Zuge kommen und dadurch sich der FC Bayern selber schlägt. Sozusagen.

Jetzt mache ich mir doch tatsächlich Sorgen, dass die Bayern auch nächste Saison starke Spieler verpflichten. Der Abstieg wäre dann vielleicht unvermeidbar.


Okt 8 2012

Also doch kein Herbst 2011

Jetzt, wo sich gerade alle auf Heynckes und Sammer eingeschossen haben und der FC Bayern gegen Borisov verloren hat, gewinnt der FCB souverän gegen Hoffenheim. Komisch, diese Bayern. Wollen die etwa dem Boulevard keinen Stoff mehr liefern?

Mich haben die letzten Wochen echt verunsichert. Zunächst habe ich diesen Mini-Disput zwischen Trainer und Sport-Vorstand als komplett nichtig angesehen. Da aber die Medien keine Ruhe gegeben haben und außerdem auch noch diese unnötige Niederlage in Minsk dazugekommen ist, kam ich so langsam ins grübeln. Wird tatsächlich diese Saison nicht vom Gespann Sammer/Heynckes beendet? Bayern-Fans bei Twitter schicken diese Vermutung immer mal wieder in die Welt hinaus. Ich behaupte allerdings das Gegenteil. Der größte Witz an dieser aufgeblähten Geschichte ist, dass einfach pauschal behauptet wird, dass sich die beiden nicht verstehen. Beispiele dafür gibt es keine, zumindest habe ich sie nicht mitbekommen. Man geht einfach davon aus, dass die permanente Anwesenheit von Sammer beim Training, dem Jupp nicht gefällt. „Es passt kein Blatt zwischen uns.“ Diese wiederholte Aussage lässt die Medien vermuten, dass es genau anders ist. Wie man das Problem lösen soll, kann hier nicht beantwortet werden. Ich würde ja empfehlen einfach das Gegenteil zu behaupten. Funktionieren würde es aber sicherlich nicht, lustig wäre es trotzdem.

Aufgrund dieser „Krise“ fühlten sich viele Bayern-Fans in den Herbst 2011 zurückversetzt. Auch dort gab es eine Siegesserie zum Beginn der Saison und so allmählich ließ man hier und dort ein paar Punkte liegen. Zur Hebstmeisterschaft hat es trotzdem gereicht, aber zu mehr bekannterweise leider nicht. Die Antwort kam aber nun von der Mannschaft. Ein zuverlässiger Auftritt gegen Hoffenheim und dazu die Auftritte der Konkurrenz aus Dortmund. 9 Punkte Vorsprung vor dem BVB lassen eigentlich keine Krise aufkommen. Auch wenn mich persönlich die Länderspielpause eigentlich gerade etwas stört, so kommt diese doch auch gerade recht. Es wird neue Gesprächsthemen geben und ein paar Boulevardschüsse gegen den FCB wird es erst vor bzw. nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf geben. Das könnte übrigens ein ganz herrlicher Spieltag werden, wenn wir denn gewinnen sollten. Dortmund spielt gegen Schalke. Die beiden Pottvereine nehmen sich die Punkte gegenseitig weg und wir könnten noch etwas davonziehen. Vor wem auch immer.


Okt 1 2012

40 Millionen für 3 Spieler

Die Chefetage des FC Bayern hat mal wieder alles richtig gemacht. Die 40 Millionen für Javi Martínez wurden letztendlich für 3 Spieler ausgegeben. Wir erleben Bastian Schweinsteiger und auch Luiz Gustavo in blendender Verfassung. Womöglich angetrieben durch den Mann aus Bilbao.

Durch die vielen Verletzungen von Schweinsteiger und den zu kurzen Ruhephasen, hat es bis zur neuen Saison gedauert, bis er wieder so fit wurde wie er jetzt ist. Gustavo ist als Balleroberer bekannt, dass er aber auch offensiv Akzente setzen kann, war bisher weniger bekannt. Zu oft hat man in den letzten beiden Jahren darauf gewartet, dass er auch in Richtung gegnerisches Tor gut aussehen kann. Jetzt stehen schon 2 Tore für Gustavo und 3 Tore für Schweinsteiger auf dem Zettel der neuen Saison.

Man kann jetzt vermuten, dass wenigstens Gustavo durch die Verpflichtung von Martínez derart angetrieben wird, dass er momentan eigentlich kaum aus der Mannschaft wegzudenken ist. Was wiederum bedeuten würde, dass er zuvor nicht motiviert genug war um die aktuellen Leistungen erbringen zu können. So etwas ist kaum vorstellbar, zumindest auf dem ersten Blick. Ich kann mir aber vorstellen, dass im Unterbewusstsein eines Spielers ein nicht zu steuernder Film abläuft. Gustavo wird nicht daran vorbeigekommen sein, über seinen Vertrag nachzudenken. Einen 40 Millionen-Mann setzt man nicht dauerhaft auf die Bank und Schweinsteiger ist eine Institution. So wird es dem Brasilianer durch den Kopf gegangen sein. Das Ergebnis können wir zurzeit auf dem Platz bewundern. Die 40 Millionen machen sich im Augenblick absolut bezahlt.

Matthias Sammer hat sich analytisch zum Spiel gegen Bremen geäußert. Nicht mehr und nicht weniger. Dass dabei rausgekommen ist, dass man phasenweise nicht gut genug gespielt hat, ist nur folgerichtig und hat nichts mit Meckerei zu tun. Bremen war zwar zu keinem Zeitpunkt richtig gefährlich oder gar besser, aber zwischendurch haben wir unsere Überlegenheit nicht durch Torchancen zeigen können. Erinnerungen an längst vergessene schlechtere Zeiten wurden wach. Allerdings muss man auch sagen, dass ab der 70. Minute der Druck immer größer wurde und das Tor durch Gustavo keine Minute zu spät kam. Das Spiel wurde auch in der Höhe absolut verdient gewonnen.

Für das Spiel gegen Borisov erwarte ich mal wieder Shaqiri in der Startelf. Gegen Bremen hat der Schweizer neue Energie in unser Spiel gebracht. Seine so herrlich gefährlichen Schüsse aus der zweiten Reihe sind eine wahre Wonne. Durch den Ausfall von Robben wäre auch wieder Platz im Team. Also bitte, Herr Heynckes.